Viel Hilfe – aber kaum Hilfesuchende in Ehmen und Umgebung

Ehmen.  Das Care-Center und der neue Ableger „Ludgeri hilft“ der Kirchengemeinde sind startklar für breite Unterstützung in der Corona-Krise.

Friederike Schaebs und Hans Herbert Maiwald koordinieren das Care-Center, dessen neuer Ableger „Ludgeri hilft“ heißt.

Friederike Schaebs und Hans Herbert Maiwald koordinieren das Care-Center, dessen neuer Ableger „Ludgeri hilft“ heißt.

Foto: Anja Weber / regios24

Dieses Projekt gab es schon lange, bevor im Zuge der Corona-Krise seit Mitte März unzählige Hilfsaktionen in unserer Stadt starteten, die sich an die Risikogruppe der älteren Mitmenschen richten: Das Care-Center der evangelischen St.-Ludgeri-Gemeinde in Ehmen macht im Sommer altersmäßig das Dutzend voll. Ehrensache, dass die Alltagshilfen, wie sie auch genannt werden, die Basis boten, um in der Corona-Pandemie ein gesondertes Projekt auf die Beine zu stellen. „Ludgeri hilft“ heißt der im März gegründete Ableger – der aber wie viele andere Initiativen längst nicht ausgelastet ist.

Friederike Schaebs und Hans Herbert Maiwald gehören zu den Mitbegründern des vom ehemaligen Ehmer Pastor Hartmut Keitel ins Leben gerufenen Care-Centers und sind seit vielen Jahren die Koordinatoren. Bei unserem Treffen im Büro im Gemeindehaus erzählen sie: Nun läuft über das Büro auch das neue Hilfsprojekt, das Friederike Schaebs mit anderen Gemeindemitgliedern auf die Beine gestellt hat. „Das Ehrenamts-Team von Ludgeri hat das initiiert und uns als Plattform genutzt“, erklärt sie. „Dadurch sind wir auch vernetzt mit der stadtweiten Initiative ,Wir helfen’.“

Die Ehmerin ist begeistert: „Für ,Ludgeri hilft’ haben sich kurzfristig viele zum Mitmachen bereiterklärt. Insgesamt etwa 25 Leute, überwiegend Erwachsene, aber auch junge Leute – Teamer, Mutter von Konfis und zum Beispiel eine Gruppe vom Handball-Sport-Club.“ Anders als bei den Alltagshilfen geht es bei der Corona-Hilfsaktion im Wesentlichen ums Einkaufen. „Alles andere geht ja derzeit gar nicht wegen Corona.“ Also zum Beispiel Spazierengehen, Hausbesuche oder Spielenachmittage – seit 2008 ebenfalls das Kerngeschäft des Care-Centers.

Alle gehören zur Risikogruppe

Das ist auch der Grund, warum das 15 Leute starke Stammteam der Alltagshilfen derzeit gar nicht aktiv werden kann, das Center formal geschlossen ist. „Wir vom Care-Center allein hätten das neue Hilfsprojekt gar nicht machen können: Altersbedingt gehören alle zur Risikogruppe“, erklärt Friederike Schaebs. Die Koordinatoren der Alltagshilfen sehen in dem von jüngeren Helfern geprägten Ableger-Projekt eine Chance: Sie hoffen, dass einige, die sich nun spontan gemeldet haben, später auch im Care-Center mithelfen, um das Team zu verjüngen.

Wobei das Problem beider Projekte ein anderes ist: Es mangelt massiv an Hilfesuchenden! „Bei ,Ludgeri hilft’ haben sich in der ersten Woche drei Leute gemeldet, die Hilfe beim Einkaufen benötigen – aber seitdem niemand mehr“, bedauert Friederike Schaebs. „Dabei gibt es bestimmt Potenzial.“ Auch bei den Alltagshilfen melde sich manchmal monatelang niemand. Aber es sei wohl ähnlich wie beim Care-Center: „Viele Ältere gehen weiter einkaufen oder wollen nicht, dass ein Fremder ins Haus kommt.“

Guter Zusammenhalt

Maiwald mutmaßt: „Die Menschen hier in den Stadt- und Ortsteilen sind weniger allein, der Zusammenhalt funktioniert gut. Eigentlich ist das ja ein gutes Zeichen.“ Es mache sich aber auch bemerkbar, dass seit seiner Pensionierung Hinweise von Pastor Keitel fehlten, wenn der Gemeindemitglieder besucht habe. Eine Nachbesetzung der Stelle ist nicht in Sicht.

Ans Aufgeben der Alltagshilfen denken Friederike Schaebs und Hans Herbert Maiwald bisher aber nicht – sie haben noch Hoffnung, dass diese Art der Unterstützung gebraucht und gewollt wird: „Diesen letzten Schritt haben wir noch nicht gemacht.“

Das Projekt Alltagshilfen

Das Büro für Alltagshilfen im St.-Ludgeri-Gemeindehaus, Küsterberg 9, ist dienstags und freitags von 10 bis 12 Uhr persönlich erreichbar oder unter (05362) 9399039, aber auch per E-Mail an die Adresse: carecenter@wolfsburg.de.

Das Projekt kümmert sich um Menschen in Ehmen, Mörse und Fallersleben. Sie müssen keine Gemeindemitglieder sein, und auch die Konfession spielt keine Rolle.

Der Corona-Ableger „Ludgeri hilft“ richtet sich insbesondere an Hilfsbedürftige, die zur Risikogruppe gehören und vor allem Unterstützung beim Einkaufen benötigen.

Weitere Informationen gibt es hier: https://www.ludgeri-ehmen.de/gemeinsam/Care-Center

Mehr zum Thema Corona lesen Sie hier:

Corona in Wolfsburg- Die Fakten auf einen Blick

Coronavirus in der Region – hier finden Sie alle Informationen

Coronavirus in Niedersachsen- Alle Fakten auf einen Blick

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder