Wolfsburger Wachstumschampion meldet Insolvenz an

Wolfsburg.  Trotz vier Millionen Euro Jahresumsatz und Auszeichnungen mussten die Geschäftsführer der City Shop West Kiosk GmbH die Notbremse ziehen.

2017 eröffneten Anton Wotschal (links) und André Fedyk den neuen Postkiosk am Brandenburger Platz.

2017 eröffneten Anton Wotschal (links) und André Fedyk den neuen Postkiosk am Brandenburger Platz.

Foto: LARS LANDMANN / regios24

Bislang war die Wolfsburger City Shop West Kiosk GmbH laut Eigendarstellung eine einzige Erfolgsgeschichte. Nun muss die Gesellschaft einen schweren Dämpfer vertragen: Das Unternehmen mit 22 Mitarbeitern und vier Millionen Euro Jahresumsatz hat beim Amtsgericht Insolvenzantrag gestellt. Ziel soll die Sanierung sein.

Die Gesellschaft wurde 2016 gegründet und betreibt Kioske in Stadtmitte, Wohltberg, Nordsteimke, Detmerode und Westhagen. Angeboten werden neben typischen Produkten auch Schreibwaren, Presse-Vollsortiment, ein DHL-Shop und Lotto-Annahme. Bei der vom Nachrichtenmagazin Focus ermittelten Liste der wachstumsstärksten Unternehmen landete die City Shop West Kiosk GmbH 2018 unter den Top 50 und 2019 sogar unter den Top 20. Nun wurde die Notbremse gezogen.

Auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigte der Braunschweiger Insolvenzverwalter Tobias Hartwig (Schultze & Braun) die Einleitung des Verfahrens. Er zeigte sich dennoch zuversichtlich: „Sämtliche Standorte der GmbH schreiben schwarze Zahlen. Mit kurzfristigen betriebswirtschaftlichen Restrukturierungsmaßnahmen und einem Insolvenzplan – also einer Art Vergleich mit den Gläubigern – sollte es möglich sein, das Unternehmen wieder auf ein stabiles Fundament zu stellen.“

Geschäftsführer André Fedyk erklärte: „Die City Shop West hat zuletzt stark expandiert. Der Ausbau hat unsere Liquidität stärker belastet als erwartet. Daher haben wir uns entschieden, ein Insolvenzverfahren zu beantragen, um Fehler der Vergangenheit zu bereinigen und wieder gut in die Zukunft starten zu können.“ Als erste Maßnahme wird der Verkauf von Nahverkehrstickets in den Shops ab sofort eingestellt. Der Verkauf, erläuterte Fedyk, sei nicht kostendeckend möglich gewesen. Weitere Einschnitte im Sortiment seien nicht geplant.

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