KZ-Gedenkstätte in Wolfsburg – Kein Votum ohne Kostenangaben

Wolfsburg.  Nach längerer Debatte vertagte der Kulturausschuss die Entscheidung um einen Planungswettbewerb für den Gedenk- und Lernort KZ-Außenlager Laagberg.

Zwei Archäologen diskutieren über die freigelegten Baubefunde der Gefangenenbaracke 1.

Zwei Archäologen diskutieren über die freigelegten Baubefunde der Gefangenenbaracke 1.

Foto: Archiv / Stadt Wolfsburg

Die Verwaltung schlägt eine Ausschreibung für Teams aus Architekten, Landschaftsarchitekten und Ausstellungsplanern vor für 282.000 Euro. Die Kulturpolitiker vermissten eine andere Zahl – die Kosten für die Einrichtung, präzise deren „Obergrenze“ in der Auslobung.

Inhaltlich stand die Konzeption am Mittwoch nicht infrage: „Wir wollen die Gedenkstätte“, erklärte klar Ratsfrau Sandra Straube (PUG). Dazu bekannten sich auch die anderen Fraktionen, so Ralf Krüger und Iris Schubert für die SPD, Peter Kassel von der CDU und Thomas Schlick (AfD), der die Kostendebatte mit kritischen Fragen ausgelöst hatte. Übereinstimmend argumentierten die Politiker, ohne Kostenlimit nicht finanzierbare Entwürfe zu erhalten. Sie erinnerten an das Bildungshaus und das neue Feuerwehr-Gebäude. Vergeblich wies Julia Leutmann, zuständig für Sonderplanungen in der Bauverwaltung, auf den gewollten Prozesscharakter hin: Vorschläge aufgrund des ermittelten Raumbedarfs, deren öffentliche Diskussion, Fachjury-Entscheidung unter Einbeziehung der Bürger-Ansichten, Entwicklung des Gebäudes mit dem Architekten. Erst da könnten die Baukosten auf der Basis realer Marktpreise ermittelt werden. Es sei daher „unseriös, in dieser Phase“ ein Auftragsvolumen anzugeben, betonte Leutmann. Anita Placenti-Grau, Leiterin des Instituts für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation, erläuterte zuvor die Konzeption: Fundamente, die sichtbar gemacht werden; Baracken-Reste, die in die Ausstellung wie die vorhandene Stele und die Dokumentation im Stadtmuseum einbezogen werden, ein Außengelände.

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