10 Jahre nach der Pleite soll in Vorsfelde aufgeräumt werden

Vorsfelde  Die WMG will das ehemalige Sturk-Gelände im Gewerbegebiet Vogelsang vermarkten. Darauf lagern aber tonnenweise Sonderabfall.

Das ehemalige Betriebsgelände der Baufirma Sturk im Gewerbegebiet Vogelsang liegt seit zehn Jahren brach.

Das ehemalige Betriebsgelände der Baufirma Sturk im Gewerbegebiet Vogelsang liegt seit zehn Jahren brach.

Foto: Sebastian Priebe / regios24

Im Jahr 2009 musste das Vorsfelder Unternehmen Sturk Insolvenz anmelden. Die damalige Pleite dieser traditionsreichen Tiefbau-Firma mit rund hundert Mitarbeitern war ein Paukenschlag. Weil sich danach kein Investor fand, wurde das Unternehmen abgewickelt. Die Stadt erhielt ein verpachtetes Grundstück im Gewerbegebiet Vogelsang zurück. Die Hinterlassenschaften darauf sind knapp ein Jahrzehnt Jahr später immer noch ein Politikum.

Bauschutt, Ablagerungen von Mischböden mit Anteilen von Betonbruch, Ziegel, Keramik, Wurzeln und Asphalt lagert auf dem Gelände, teilt die Stadtverwaltung auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Nach der Pleite wollte sich die Stadt das Geld für die Entsorgung vom Sturk-Insolvenzverwalter holen, doch der blockte ab und verwies auf die seiner Ansicht nach vollzogene Übergabe an die Stadt. Die zog letztendlich den Kürzeren.

Zehn Jahre später soll das Grundstück nun durch die WMG weitervermarktet werden. Solange die Fläche aber nicht abgeräumt ist, wird sich kein Interessent melden. Darüber hinaus ist die Stadt gesetzlich verpflichtet, die Fläche zu räumen. Warum sie das bis heute nicht in Auftrag gegeben hat, ist dabei unklar.

Auf Wolfsburg kommen hohe Kosten zu, 280.000 Euro wurden erst einmal eingestellt, um tonnenweise Sonderabfall in einer Deponie fachgerecht zu entsorgen. Der Ortsrat Vorsfelde erteilte seine Zustimmung dazu, dass endlich die Ausschreibung starten soll. Der Auftrag soll bundesweit ausgeschrieben werden. Möglich, dass es unterm Strich günstiger als die von der Verwaltung „grob kalkulierten“ 280.000 Euro wird, aber auch möglich, dass es noch teuer wird.

Eine einzige Nachfrage gab es dazu am Dienstagabend im Ortsrat Vorsfelde: Gibt es eigentlich Fristen, den Boden abzutragen? „Nein“, antwortete der Vertreter der Verwaltung, „wir sind aber daran interessiert, dass dies schnellstmöglich geschieht, weil wir ja das Grundstück vermarkten wollen.“

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