Lena Düpont brennt für Europa

Wolfsburg.  Die Christdemokratin Lena Düpont hat bereits als Referentin im EU-Parlament gearbeitet. Nun will sie ein Mandat.

EU-blau trägt die CDU-Europakandidatin Lena Düpont schon. Das Bild zeigt sie in der Kreisgeschäftsstelle der Christdemokraten mit den Wolfsburgern Peter Kassel (von links), Angelika Jahns und Christoph-Michael Molnar (rechts).

EU-blau trägt die CDU-Europakandidatin Lena Düpont schon. Das Bild zeigt sie in der Kreisgeschäftsstelle der Christdemokraten mit den Wolfsburgern Peter Kassel (von links), Angelika Jahns und Christoph-Michael Molnar (rechts).

Foto: Sebastian Priebe / regios24

Erfahrungen aus dem Politikbetrieb hat die Gifhornerin Lena Düpont bereits reichlich. Jetzt will die 32-jährige Christdemokratin als Abgeordnete im Europäischen Parlament selbst die Zukunft mitgestalten. Düpont stellt sich bei der Europawahl am Sonntag, 26. Mai, zur Wahl. Als Dritte auf der Landesliste stehen ihre Erfolgschancen gut. Zurzeit sitzen vier CDU-Abgeordnete aus Niedersachsen im Parlament.

Für die Kandidatur entschied sie sich unter dem Eindruck der außenpolitischen Verschiebungen der Ära Trump, in der Handelskriege an die Stelle von Multilateralismus und internationaler Zusammenarbeit treten, die Düpont für selbstverständlich hielt. Auch unter dem Eindruck des Brexits, der aus ihrer Sicht mehr als kontraproduktiv ist. „Das Einzige, was wir den Amerikanern entgegensetzen können, ist eine geschlossene Europäische Union“, sagt sie. Auch China sei nicht zu unterschätzen. „Wir sollten alles dafür tun, uns für dieses einzigartige Projekt einzusetzen.“ Sonst könnte es dafür zu spät sein, glaubt sie. Düpont sieht die EU an sich in Gefahr.

Im September setzte sich die Christdemokratin im Bezirksentscheid von acht Kreisverbänden – darunter dem Wolfsburger – gegen vier Mitbewerber durch. Danach überzeugte sie das Landeslisten-Gremium. Die Politikwissenschaftlerin, die zurzeit für ein Stadtmagazin in Gifhorn schreibt, kennt sich aus in Brüssel, Straßburg und Berlin. Nach einem Praktikum bei der Gifhorner Europaabgeordneten Ewa Klamt wurde sie Büroleiterin und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abgeordneten Renate Sommer. 2011 baute sie Klamts Büro im Bundestag mit auf, war für weitere Abgeordnete tätig und lernte die EU-Organe als Europareferentin des Deutschen Reiseverbandes aus der Außenperspektive kennen.

Binnenmarkt und Verbraucherschutz, Industrie und Forschung – diese Themen sieht sie als potenzielle Schwerpunkte einer Abgeordnetentätigkeit. Auch der Innenausschuss reizt sie. Während Düpont befürchtet, dass links- und rechtsextreme Europaskeptiker das Europaparlament lahmlegen könnten, sieht sie in der Bevölkerung eine neue Bereitschaft, sich mit der Komplexität Europas auseinanderzusetzen. „Wir haben zu dieser Wahl ein so hohes Interesse wie selten zuvor“, stellt sie fest.

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