Städtefreunde aus dem Ausland zu Gast

Wolfsburg  Oberbürgermeister Mohrs heißt beim großen Empfang jede Delegation in ihrer Muttersprache willkommen.

Wolfsburg empfängt feierlich die Vertreter der Partnerstädte.

Wolfsburg empfängt feierlich die Vertreter der Partnerstädte.

Foto: regios24/Anja Weber

Sich kennenlernen, sich besser verstehen, einander begegnen und so Freundschaften entwickeln, die in den Bürgern ausländischer Städte keine Feinde, sondern Freunde sieht. Das ist die Idee der Städtepartnerschaften, die heute noch gilt, wie Oberbürgermeister Klaus Mohrs am Freitagvormittag im Ratssitzungssaal hervorhob. Sie seien „in einer Zeit zunehmender nationalistischer Umtriebe in vielen Ländern“ ein Gegengewicht, ein Beitrag zu Freundschaft, Austausch, Begegnung und Internationalität. „Wolfsburg ist eine internationale Stadt“, unterstrich Mohrs deutlich. Und erhielt dafür viel spontanen Beifall.

Heute wird das neue Modell der Städtefreundschaft praktiziert, so dass Delegationen aus Bielsko-Biala (Polen), Halberstadt (Deutschland), Marignane (Frankreich), Togliatti (Russland), Toyohashi Japan), Sarajewo (Bosnien-Herzegowina), Puebla (Mexiko), Jendouba, Jading und Nanhei (China) gekommen waren. Pesaro-Urbino (Italien), Chattanooga (USA) und zwei weitere chinesische Städte waren nicht vertreten. Und Wolfsburg, wie diese Stadt nach Überwindung der Nazi-Diktatur heißt, empfing sie alle als gleich gern gesehene Gäste aus befreundeten Städten „hier im Ratssitzungssaal, wo die wichtigen Entscheidungen über unsere Stadt demokratisch getroffen werden“, unterstrich Mohrs.

Die Wertschätzung, die die Volkswagenstadt ihren Gästen aus Asien, Amerika und Europa entgegenbringt, zeigt sich auch in der Anwesenheit der drei Ehrenbürger Rolf Schnellecke, Manfred Kolbe und Hans-Joachim Throl sowie durch die Bürgermeister Ingolf Viereck und den Ratsvorsitzenden Ralf Krüger sowie die Dezernenten Monika Müller und Dennis Weilmann.

Auch Elisabeth Pötsch, Präsidentin des Internationalen Freundeskreises, fehlte nicht. Das für internationale Beziehungen zuständige, von Manfred Hüller geleitete Referat, hatte zudem Simultan-Übersetzungen in alle vertretenen Sprachen vorbereitet.

Mohrs setzte zudem ein kleines Zeichen der Achtung, indem er jede Delegation in ihrer Muttersprache willkommen hieß. In einer differenzierten, die Besonderheiten jeder Städtebeziehung hervorhebenden Rede ging der Oberbürgermeister auf deren Bedeutung für Wolfsburg und seine Bürger ein.

Vor 55 Jahren, als die junge Stadt mit dem südfranzösischen Marignane eine Städtepartnerschaft begründete, galt es noch die Feindseligkeiten zweier Weltkriege zu überwinden. Vor 20 Jahren, als Wolfsburg eine Städtefreundschaft mit Bielsko-Biala in Polen schloss, ging es um die Öffnung nach Osteuropa. Vor 29 Jahren, als es zum Vertrags mit Halberstadt in der DDR kam, stand die deutsch-deutsche Verständigung auf der politischen Agenda. Die Beziehungen mit Togliatti in Russland, damals noch in der Sowjet-Union, sind Ausdruck der Annäherung von Ost und West.

Der Austausch mit Puebla in Mexiko, mit gleich vier chinesischen Städten sowie mit Toyohashi in Japan stehen für eine weltumspannende Politik der Verständigung einer Stadt, die Sitz eines weltweit vertretenen Konzerns ist.

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