Auf der Seite der Schwachen

Wolfsburg  Bei der Ausstellungseröffnung am Freitagabend von Mechthild Hartung im Café Extrem herrschte großer Andrang.

Mechthild Hartung inmitten ihrer Arbeiten.

Mechthild Hartung inmitten ihrer Arbeiten.

Foto: regios24/Lars Landmann

„Prinzipiell stehe ich auf der Seite der Schwachen – auf der Seite der Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen.“ Das sagt die Wolfsburgerin Mechthild Hartung über sich. Folgerichtig präsentiert sie im Café Extrem eine Ausstellung mit dem Thema „Solidarität“. Am Freitagnachmittag war offizielle Eröffnung – eine große Zahl von Gästen drängte sich auf engem Raum.

„Es geht um das, was nicht in Ordnung ist in unserer Gesellschaft.“
Mechthild Hartung, über ihre Arbeiten im Café Extrem.

Der Titel der Exposition finde sich in allen gezeigten Werken wieder – „es sind rund 30“ – erläuterte Mechthild Hartung. In einem aber spiegelt es sich explizit. Das ist eine Stein-Plastik, die die Bezeichnung Solidarität trägt und zwei unverrückbar (fest) ineinander verschlungene Arme zeigt.

Die Arbeit an Plastiken hat die Künstlerin vor noch gar nicht langer Zeit für sich entdeckt, und sie nach eigenen Worten „angebissen“. Der Grund: „Sie zwingen einen viel mehr als andere Kunstwerke, sich auf die Aussage zu konzentrieren.“

Die Arbeiten im Extrem reflektieren, so formuliert es Mechthild Hartung, „was nicht in Ordnung ist in unserer Gesellschaft.“ Und zwar 65 Jahre, nachdem die Menschenrechtserklärung global abgegeben wurde.

Zweidimensionale Zeichnungen, Radierungen und Collagen sind, neben Plastiken, die Stilmittel für Mechthild Hartung, um das Thema Solidarität in den Fokus zu rücken und dem Betrachter zu vermitteln.

Der Diskussion in der Nachbarstadt Braunschweig um eine Ehrung für die Kommunistin Minna Faßhauer (1875-1949), „einer „Kämpferin für Bildung“, hat Hartung genauso künstlerisch ins Bild gerückt wie das Thema Zwangsarbeiter aus dem Osten, den Militärputsch in Chile in den 1970er Jahren. Oder die Folgen des ersten Irakkriegs 1990 („Irakerin mit verletztem Kind nach Luftangriff“). Denkanstoß und gleichzeitig Aufforderung enthält das Bild „Erinnern, Mahnen, Handeln“.

Gehandelt hatten Günter und Brigitte Schütte und waren der Einladung zur Ausstellungseröffnung gefolgt.

Brigitte Schütte begründete das mit „Weil wir Mechthild Hartung seit langem kennen. Wir wissen um ihr Engagement, zum Beispiel bei der Flüchtlingshilfe. Und verhalten uns gegenüber Ausländern genauso (tolerant), wie sie es tut.“

Auf der Liste der Redner stand der Ehrenvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Braunschweig, Horst Vergin. Für ihn war der Besuch keine Pflicht, es war ihm Verpflichtung. „ Alle Themen, die für die Menschen wichtig sind, werden in den Kunstwerken angesprochen.“

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