Winnigstedts Rumpelpiste wird vollständig erneuert

Winnigstedt.  Mit der umfangreichen Straßensanierung wird der Ort zur Großbaustelle und es sind damit auch Verkehrsbeeinträchtigungen verbunden.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Marcus Bosse und Bürgermeister Michael Waßmann schauen sich die Situation an der Ortsdurchfahrt in Winnigstedt an.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Marcus Bosse und Bürgermeister Michael Waßmann schauen sich die Situation an der Ortsdurchfahrt in Winnigstedt an.

Foto: Privat

Nicht nur Hornburg profitiert vom Landesprogramm zur Sanierung von Ortsdurchfahrten (wir berichteten bereits), sondern auch Winnigstedt, wo die Landesstraße 622 vom Ganterplatz bis zum Ortsausgang Richtung Gevensleben dringend saniert werden muss, da diese Strecke „vollkommen abgängig ist“, wie Winnigstedts Bürgermeister Michael Waßmann berichtete. Er sprach von einer regelrechten „Rumpelpiste“, die nun mit Mitteln des Landes Niedersachsen in Höhe von 1,8 Millionen Euro erneuert werden kann.

Der Rat der Gemeinde wird sich auf seiner nächsten Sitzung am 10. Juni (Beginn 19 Uhr im Schützenhaus) unter anderem der Sanierung der Ortsdurchfahrt widmen. Zu dieser Sitzung werden auch die beteiligten Fachplaner eingeladen, um die Erneuerung der Teichstraße und der Hauptstraße (der L 622) in ihrer praktisch ganzen Länge zu beraten. Für Winnigstedt ist die Sanierung und Erneuerung der Ortsdurchfahrt ein sehr großes Projekt, das auch den eigenen Haushalt stark in Anspruch nehmen wird. Waßmann berichtete in diesem Zusammenhang, dass die Gemeinde in den vergangenen Jahren – auch durch den Verkauf von Bauland – gut gewirtschaftet habe, so dass die nun anstehenden Investitionen aus der Rücklage bezahlt werden können. Allerdings werde nach Beendigung der umfangreichen Baumaßnahme, die auch mit Verkehrsbeeinträchtigungen verbunden sein wird, die Rücklage aufgebraucht sein.

„Die Landesstraße habe eine Sanierung dringend nötig“, berichtete Waßmann dem SPD-Landtagsabgeordneten Marcus Bosse bei einem Ortstermin am Dienstagabend. Und sie soll dabei auch schöner werden durch mehr Grün, eine bessere Beleuchtung, breitere Gehwege an einigen Stellen sowie neue Bushaltestellen mit Wartehäuschen. Außerdem sollen die Einmündungen in die Straße besser gestaltet und Parkplätze angelegt werden, um das wilde Parken zu unterbinden. Die Pläne zur Neugestaltung, die dem Dorf wieder mehr dörfliche Prägung geben sollen, stammen teilweise noch aus dem Dorferneuerungsprogramm aus dem Jahr 1990, berichtetet der Bürgermeister.

Wie bereits erwähnt ist die Neugestaltung der Ortsdurchfahrt für die Gemeinde Winnigstedt das seit Jahrzehnten bei weitem größte Bauvorhaben. Schon in den nächsten Wochen wird die Purena mit der Erneuerung der Trinkwasserleitungen beginnen. Ab Frühjahr 2021 werden die Bauarbeiten dann gut 18 bis 20 Monate in Anspruch nehmen, so Waßmann.

Winnigstedt muss für die Erneuerung beziehungsweise die Sanierung der Gehwege und der weiteren Nebenanlagen sowie die behindertengerechte Neuerstellung der drei Bushaltestellen in diesem Abschnitt bezahlen, wobei es für die Bushaltestellen ebenfalls Zuschüsse gibt. Zudem soll auch noch die abgängige „Große Twete”, eine Gemeindestraße, im Zuge der Baumaßnahmen für fast 100.00 Euro inklusive Planungskosten erneuert werden. Das alles wird die Gemeinde etwa eine Million Euro kosten. Waßmann hofft aber noch auf finanzielle Zuschüsse von bis zu einer halben Million Euro aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz des Landes.

Weitere Kosten in noch nicht veranschlagter Höhe entstehen der Abwasserentsorgung für die komplette Erneuerung der Schmutz- und Regenwasserkanäle Im Bereich der Hauptstraße, der Purena für die Sanierung der Trinkwasserleitung, der Avacon für die Ergänzung und Erneuerung der Gasleitung sowie dem Landkreis für die Breitbandverkabelung. Winnigstedt wird somit für einige Zeit zu einer echten Großbaustelle. Die Entwürfe der Ausbaupläne werden von der Gemeinde ab dem 3. Juni im Gemeindebüro, Schulstraße 4, zur Einsicht durch die Bürger ausgelegt.

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