Wolfenbüttel. Bürgermeister Ivica Lukanic ist gebürtiger Leverkusener und in der Nähe des Stadions aufgewachsen. Was er über Xabi Alonso denkt.

Ivica Lukanic feierte im Januar seinen 50. Geburtstag. Im Interview mit unserer Zeitung gab er damals offen zu, mit Fußball nicht viel am Hut zu haben. Wenn es aber einen Verein gibt, über den er doch etwas zu erzählen hat, dann ist es in erster Linie Bayer Leverkusen: In der Stadt kam Lukanic zur Welt, die bittere Niederlage in der Saison 99/00 gegen Unterhaching verfolgte er in der Bay-Arena auf der Leinwand. Ein 0:2 verhinderte den Meistertitel.

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Das ist alles vergessen seit Sonntag: Leverkusen holte sich mit einem 5:0-Sieg gegen Werder Bremen die allererste Deutsche Meisterschaft seit der Klubgründung. „Ich saß in der Schlossschänke mit Frau und Tochter. Wir haben den Sieg gefeiert, ich war gerührt und habe an das sportliche Trauma einen Haken gesetzt“, berichtet Lukanic. Während der Spielzeit gab es Kontakt in die Heimatstadt: „Über meinen Ticker liefen etliche Nachrichten – und ich habe mit Bekannten geschrieben. Die Freude ist riesig. Alle sind stolz auf ihren Verein.“ Wie Lukanic selbst sei es vielen mit „Vizekusen“ gegangen.

Dieses Kapitel ist jetzt abgeschlossen. Nach den Reaktionen von Familie und Bekannten glaube ich, dass sich dieser Sieg nachhaltig in die Seele dieser Stadt schreiben wird.
Ivica Lukanic - Bürgermeister und gebürtig aus Leverkusen

„Dieses Kapitel ist jetzt abgeschlossen. Nach den Reaktionen von Familie und Bekannten glaube ich, dass sich dieser Sieg nachhaltig in die Seele dieser Stadt schreiben wird. Leverkusen ist eine Stadt, deren Bürgerinnen und Bürger in der Vergangenheit viele eher unschöne Zuschreibungen ertragen mussten und für die diese Stadt doch ihre Heimat ist“, sagt der Wolfenbütteler Bürgermeister.

Was denkt Wolfenbüttels Bürgermeister über den Leverkusener Trainer Xabi Alonso?

Neben einem Schal von Eintracht Braunschweig hängt bei Familie Lukanic auch ein Bayer-Schal an der Garderobe. „Den Schal trug ich am Mann und bin am Montag mit Schal im Dienst erschienen“, berichtet Lukanic, der das über den Meistertrainer Xabi Alonso sagt: „Ich habe große Anerkennung für seine Entscheidung, den Verein zum Saisonende nicht verlassen zu wollen. Das zeugt von Format und Überzeugung. Ich glaube daran, dass wirklicher Erfolg auf innerer Haltung gründet und unveräußerlich für persönlichen Profit und Ehrgeiz ist. Ihm geht es offensichtlich darum, einen guten Job zu machen – und mir gefällt, wie selbstverständlich er in öffentlichen Auftritten, seinen Beitrag zum Vereinserfolg in den Dienst der Mannschaft stellt – kein Wort mangelnder Wertschätzung gegenüber anderen Vereinen oder Personen, keine Aussage eigener Überschätzung, stets bodenständig, geerdet und ehrlich. Wer sich aufmacht, mit seinem Team Großes zu leisten, sollte ein wenig Xabi in sich tragen.“

Für die Leverkusener ist mit dem Gewinn dieser Meisterschaft übrigens längst nicht Schluss: zwei weitere Titel könnte Bayer noch holen. Was glaubt der Wolfenbütteler Bürgermeister, wie viele Titel es am Ende werden? „Wenn es nach mir geht, zwei plus eins. Ich bin, wie gesagt, kein Fußballkenner, aber was ich von dieser Mannschaft gesehen habe, ist mehr als außergewöhnlich.“

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