Kreis Wolfenbüttel. Sehr früh startet dieses Jahr die Wanderungszeit der Amphibien im Kreis. Warum das so ist und worauf jeder achten sollte, steht hier.

Die Wanderungszeit von Kröten, Fröschen und Molchen beginnt, teilt der Landkreis Wolfenbüttel mit. Aus diesem Grund sperrt die Kommune kurzfristig einige Straßen. Schilder, so schreibt der Landkreis in seiner Mitteilung, machen auf Sperrungen und Geschwindigkeitsbegrenzungen aufmerksam.

Die Temperaturen liegen untypisch hoch, Schneemassen und frostharter Boden bleiben aus – so beginnt bald aufgrund der milden Witterung die Wanderungszeit von Kröten, Fröschen und Molchen. Viele von ihnen sterben auf den Straßen, bevor sie sich paaren und für Nachwuchs sorgen können – sie kommen sprichwörtlich unter die Räder der Autos, heißt es vonseiten des Landkreises.

So läuft das Ganze ab: Die amphibischen Wanderer zögen bei steigenden Temperaturen von mehr als fünf Grad Celsius, in Verbindung mit Niederschlag, los. Die Erdkröte und der Grasfrosch würden sich dabei jährlich an ihre Geburtsgewässer zurückbegeben, so der Landkreis. Hier erfolge die Paarung, das Ablaichen, die Reifung des Eis und die Entwicklung von der Kaulquappe zum Frosch. Erdkröten legen dabei Entfernungen von 2,5 Kilometer zurück. „Die Standorttreue hat ihren Preis: Straßen durchqueren die Wanderwege der Amphibien und so finden viele von ihnen auf diesem Weg einen frühen Tod durch die Räder der Autos und anderer Fahrzeuge“, macht der Landkreis deutlich.

Krötenwanderung im Landkreis Wolfenbüttel: Aus diesem Grund gibt es die Straßensperrungen

Lurche brauchen bis zu fünf Minuten für die Straßen-Überquerung, heißt es konkret in der Mitteilung. Der größte Feind der Lurche ist das Auto. Die geringe Wandergeschwindigkeit der Amphibien gefährden ihre Bestände stark. Als wechselwarme Tiere verweilen die Amphibien außerdem gern etwas länger zum Wärmen auf dem Asphalt. Gullys und Entwässerungsschächte werden für die Tiere ebenfalls zu Todesfallen, informiert der Landkreis weiter.

Die Straßensperrungen dienen dem Schutz von Tier und Mensch. Und das sieht dann beispielsweise so aus: Als Hilfsmaßnahmen führen Krötenzäune die Lurche zu ebenerdig vergrabenen Eimern. Sie fallen hinein und werden von ehrenamtlichen Naturschützerinnen und -schützern über die Straße getragen. Zum Schutz der Tiere, aber auch der ehrenamtlichen Helfenden werden kurzzeitig einige Straßen für den Autoverkehr gesperrt. Diese Maßnahmen bewahren auch die Autofahrerinnen und -fahrer vor gefährlichen Ausweichmanövern, die leicht zu Unfällen führen können, betont die Wolfenbütteler Kommune.

Sperrungen und Geschwindigkeitsbegrenzungen während der Krötenwanderung im Landkreis Wolfenbüttel

Und der Landkreis informiert weiter: Amphibien bevorzugen die Dämmerung beziehungsweise die ersten Nachtstunden für ihre Wanderung. Daher würden die Sperrungen meist zwischen 19 Uhr abends und 6 Uhr morgens eingerichtet. Auf die Sperrungen und Geschwindigkeitsbegrenzungen würde durch Schilder hingewiesen.

Und die Wolfenbütteler haben eine Bitte: nämlich, die Amphibien in den Eimern zu lassen. Und darüber hinaus: „Die Tiere werden von den geschulten Helferinnen und Helfern nach ihrer Art bestimmt, gezählt und zum Laichgewässer gebracht. Die Amphibien sind so am besten davor geschützt, überfahren zu werden. Deshalb die Bitte an alle, die während eines Spaziergangs Amphibien in diesen Eimern sehen: Lassen Sie die Tiere in den Eimern.“

Krötenwanderung: Diese Bitten hat der Wolfenbütteler Landkreis

Auch wenn die Eimer witterungsbedingt geschlossen sein sollten, wird der Amphibienschutzzaun regelmäßig kontrolliert. Falls Amphibien auf der Straße gefunden werden, können diese in einen der Eimer gelegt oder bei geschlossenen Eimern hinter den Amphibien-Zaun hingesetzt werden, erklärt der Landkreis.

Unter anderem die Veltheimer Amphibienschutzgruppe ist aus diesem Grund auch schon wieder aktiv, um sich auf die Wanderung der Kröten, Frösche und Molche in diesem Jahr vorzubereiten. Seit fast 40 Jahren betreuen die Umweltschützer an der Kreisstraße zwischen Schulenrode und Veltheim die Amphibienwanderung, schreiben sie in einer Mitteilung. An bis zu 20 Abenden haben Amphibien auf dieser Straße Vorfahrt – in der Zeit von 18.30 bis 5 Uhr. „Wir sind froh, dass wir die Sperrung haben. Ohne Sperrung ist es für die HelferInnen sehr gefährlich an der Straße und viele Tiere würden totgefahren“, wird Heinz Künne von den Amphibienschützern zitiert.

Warum die Krötenwanderung im Landkreis Wolfenbüttel in diesem Jahr früher losgeht

Die Amphibienschutzgruppe informiert, dass Amphibien die kalte Jahreszeit in Winterstarre in der Erde verbringen würden. Die warmen Tage hätten nun dafür gesorgt, dass die ersten Tiere bereits Anfang Februar auf der Straße zu sehen waren, bestätigen auch die Veltheimer. Früher habe die Wanderung meist erst Mitte März begonnen, informieren die Ehrenamtlichen und sehen den Klimawandel als Grund für die früheren Wanderungen.

Wer Interesse daran hat, sich im Amphibienschutz zu engagieren, der kann sich an die Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde wenden: Ulrich Rexhausen (Tel.: 05331 84 404) oder Ruben Max Garchow (Tel.: 05331 84 708).

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