Impfstart im Klinikum Wolfenbüttel – 120 Impfdosen eingetroffen

Wolfenbüttel.  Die Mehrheit des Personals will sich laut Klinik impfen lassen. Für das Krankenhaus gilt weiterhin ein Besuchsverbot.

Foto: Städtisches Klinikum Wolfenbüttel

Im Wolfenbütteler Klinikum sind die ersten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegen das Coronavirus geimpft worden. Das Städtische Klinikum hat die ersten 120 Impfdosen erhalten, wie das Krankenhaus mitteilt. Die große Mehrheit des Personals mit besonders hohem Risiko wolle die Impfung in Anspruch nehmen, heißt es weiter. Am Donnerstag waren die ersten Bürgerinnen und Bürger im Landkreis gegen das Coronavirus geimpft worden. Ein mobiles Impfteam des Landkreises hatte die ersten Impfdosen an die Bewohner sowie an die Mitarbeiter der Alten- und Pflegeeinrichtung der Grotjahn-Stiftung in Schladen verabreicht.

„Wir freuen uns, dass wir so vielen unserer Mitarbeitenden zu diesem frühen Zeitpunkt eine Impfung anbieten können“, erklärt Axel Burghardt, Geschäftsführer des Städtischen Klinikums. Man habe seitens des Klinikums mit rund 50 Impfdosen gerechnet. „Erfreulicherweise haben sich rund 80 Prozent unserer Mitarbeitenden, die zur Gruppe der Beschäftigten mit besonders hohem Risiko zählen, für eine Impfung angemeldet. Insgesamt 286 Personen“, so der Geschäftsführer. Zu dieser Gruppe zählen vor allem die Beschäftigten der Intensiv- und Covid-Isolierstation, der Anästhesie sowie der Zentralen Aufnahmestation. Hinzu kämen weitere Bereiche, in denen die Mitarbeitenden engen Kontakt zu vulnerablen Personengruppen haben und Tätigkeiten ausgeführt werden, bei denen Aerosole freigesetzt werden.

Klinik-Mitarbeiter lassen sich freiwillig impfen

Wie wir bereits berichteten, organisiert die Klinikleitung, täglich stattfindende, interne Informationsveranstaltungen, um die Belegschaft über das Thema Impfen aufzuklären. Zuvor konnten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, Fragen einreichen. „Die Impfung ist und bleibt freiwillig“, erklärt Tobias Jüttner, Chefarzt der Klinik für Anästhesie, operative Intensiv-, Notfall- und Schmerzmedizin. Ausführlich klären er und weitere Mediziner des Hauses die Kolleginnen und Kollegen unter anderem über die Virusvermehrung, Immunreaktion, die diversen Impfstoffe und –techniken sowie den Ablauf der Impfung auf.

Chefarzt Jüttner: Impfstoff verändert nicht das Erbgut

„Besonders häufig erreichte uns die Frage, ob der Impfstoff das Erbgut verändert, was eindeutig mit einem ´Nein` beantwortet werden kann“, so Jüttner. Doch auch Fragen zu Risiken bei bestehender Autoimmunerkrankung, Schwangerschaft oder Allergien wurden dem Team gestellt. „Die vielen Fragen zeigen, dass sich unsere Kolleginnen und Kollegen intensiv mit dem Thema auseinandersetzen“, ist Jüttner überzeugt.

Die notwendige zweite Impfung erfolge genau 21 Tage nach der Erstimpfung. „Wie viele Impfdosen wir in den kommenden Wochen genau erhalten, ist unklar. Mitarbeitende, die sich jetzt impfen lassen, erhalten in jedem Fall auch die zweite Impfung“, so Geschäftsführer Axel Burghardt. Die entsprechenden Impfdosen der Firma Biontech/Pfizer seien vom Land zugesichert und würden bereits mit Inanspruchnahme der ersten Impfung für die jeweilige Person zurückgestellt.

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Geimpfte müssen weiter Corona-Regeln einhalten

Beschäftigte des Klinikums, die bereits jetzt geimpft werden, müssen auch in Zukunft alle bisher geltenden Regeln einhalten. So sei auch das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes weiterhin verpflichtend. „Es ist noch nicht geklärt, ob eine geimpfte Person das Virus übertragen kann“, so Jüttner. Die AHA-Regeln bleiben daher bestehen. „Jeder geimpfte Mitarbeitende senkt das Risiko einer Ansteckung im Klinikum und hilft, Leben zu schützen“, betont der Chefarzt abschließend.

Besuchsverbot wird verlängert

Trotz Impfstart werde das generelle Besuchsverbot im Städtischen Klinikum bis zum 24. Januar, aufgrund der aktuellen pandemischen Situation und der noch unsicheren Datenbasis zur Inzidenz in der Region, verlängert. Ausgenommen sind weiterhin der täglich erlaubte Besuch einer Einzelperson bei Palliativpatienten, Lebenspartner von schwangeren Patientinnen im Kreißsaal und nach der Entbindung (zwischen 14 und 16 Uhr zum Test; danach bis 18 Uhr Besuch) sowie der im Einzelfall ärztlich erlaubte Besuch bei Schwerstkranken und Patienten der Intensivstation.

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