Strenge Regeln für Vatertagstouren in Wolfenbüttel

Wolfenbüttel.  Corona macht im Kreis Wolfenbüttel vielen Vatertagstouren einen Strich durch die Rechnung. Aber das ist erlaubt.

Der Bereich vor der Bismarcksäule bei Wittmar wurde mit Flatterband abgesperrt. Hier gilt ein Glasflaschenverbot.

Der Bereich vor der Bismarcksäule bei Wittmar wurde mit Flatterband abgesperrt. Hier gilt ein Glasflaschenverbot.

Foto: Karl-Ernst Hueske

Himmelfahrt ist auch Vatertag. Einem launigen Ausflug – so wie er sonst üblich gewesen ist – macht Corona in diesem Jahr einen Strich durch die Rechnung. Denn alle geltenden Beschränkungen müssen strikt eingehalten werden. Sonst drohen empfindliche Bußgelder.

Wie in den vergangenen Jahren auch gibt es am Bismarckturm in der Asse ein Glasflaschenverbot, berichtet Wolfenbüttels Polizeisprecher Frank Oppermann. Das Verbot gelte für den Bismarckturm bei Wittmar und die Wiese davor sowie für den Bereich rund um die Asseburg und den Weg zwischen dem Bismarckturm und der Asseburg.

„Sonst haben wir keine weiteren Maßnahmen ergriffen. Wir wollen niemandem den Spaß verderben, aber wir appellieren daran, dass die Verordnungen des Landes Niedersachsen eingehalten werden“, sagt Oppermann. Das bedeutetet: Personen eines Haushaltes dürfen sich mit Angehörigen eines weiteren Haushaltes treffen. Ein Treffen mit Personen aus mehr als zwei Haushalten ist nicht erlaubt. Picknick und Grillen sind in freier Natur weiterhin nicht erlaubt. Wanderungen mit Angehörigen zweier verschiedener Hausstände sind zulässig.

„All die Beschränkungen sich der Grund, warum wir in diesem Jahr unsere Vatertagstour abgesagt haben“, sagt Rita Meyer aus Hornburg. Gemeinsam mit einer Gruppe von Radfahrern war sie in den vergangenen Jahren auf Tour gegangen. Ein Begleitfahrzeug mit allerlei Proviant für ein schönes Picknick fuhr voraus. Die Touren führten immer ins Blaue – so war die Spannung für alle Teilnehmer groß. Eines der Ziele war zum Beispiel der Archäologiepark Kaiserpfalz Werla bei Werlaburgdorf. Aber in diesem Jahr läuft eben nichts.

Bürgermeister Thomas Pink gibt zu bedenken, dass viele Polizisten und Mitarbeiter der Ordnungsbehörden übrigens auch Väter seien und sich freuen würden, wenn sie ihren Dienst ruhig verbringen könnten und nicht andere Väter an diesem Tag verwarnen müssten. „Seien wir fair am Vatertag und zeigen, dass wir mit der Verantwortung, die wir tragen, umgehen können“, so Pink.

Oppermann wird deutlich: Verstöße gegen die Verordnungen seien Ordnungswidrigkeiten, für die Bußgelder fällig würden. Die Bußgelder lägen zwischen 150 und 400 Euro. Für Gastwirte, die sich nicht an die Regeln hielten, könne es auch wesentlich teurer werden.

Auch bei den Gottesdiensten im Grünen ist in diesem Jahr vieles anders. So fällt der Gottesdienst an Christi Himmelfahrt am Tetzelstein, zu dem sonst Gottesdienstbesucher aus der ganzen Region kamen, aus. Die Alternative findet im Pfarrgarten in Evessen statt. Pfarrerin Stefanie Röber lädt um 11 Uhr in den Garten an der Pastorentwete 2 ein – aber nur bei gutem Wetter.

Der Gottesdienst im Gutspark Achim, an dem sonst rund 400 Besucher teilgenommen haben, entfällt ebenfalls. Dafür findet am Himmelfahrtstag um 15.30 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst im Grünen auf der Wiese in Altenrode statt. Teilnehmer müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Grund für das Bestehen der Kontakteinschränkungen ist nach wie vor die Eindämmung des Corona-Virus. „Zwar lassen die geringen Neuinfektionen der letzten Zeit darauf hoffen, dass sich die Lage weiter entspannt, wir wissen aber noch nicht, wie die mutigen Lockerungen zusammen wirken “, so Landrätin Christiana Steinbrügge. „Die letzten Wochen waren für uns alle nicht leicht. Daher ist es umso wichtiger, dass wir jetzt weiter vorsichtig sind und abwägen, welche Risiken jetzt noch vermeidbar sind, damit wir bald alle wieder in einen unbeschwerten Alltag zurückkehren können.“

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