Wolfenbüttel beschließt Zukunftskonzept für Bildungszentrum

Wolfenbüttel.  Der Kreistag begrenzt den Zuschussbedarf für das Bildungszentrums bis 2025 auf 3,8 bis 3,9 Millionen Euro jährlich.

Für das Bildungszentrum in der Harzstraße hat der Kreistag ein Zukunftskonzept beschlossen, das jetzt mit Leben gefüllt werden muss.

Für das Bildungszentrum in der Harzstraße hat der Kreistag ein Zukunftskonzept beschlossen, das jetzt mit Leben gefüllt werden muss.

Foto: Karl-Ernst Hueske

Intensiv beschäftigte sich der Wolfenbütteler Kreistag auf seiner jüngsten Sitzung mit dem Bildungszentrum in der Harzstraße, in dem bekanntlich neben der Volkshochschule unter anderem auch die Kreisbücherei und die Kreismusikschule untergebracht sind. Auslöser für die längere Aussprache im Kreistag war das Zukunftskonzept für das Bildungszentrum bis zum Jahr 2025. Dieses Konzept war auf Anregung des Kommunalberatungsunternehmen Allevo, das eine Organisationsuntersuchung im Bildungszentrum durchgeführt hatte, von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bildungszentrums erarbeitet worden, berichtete Manfred Wolfrum (AfD) als Berichterstatter im Kreistag.

Dabei wurde durch das Zukunftskonzept deutlich: In den meisten Bereichen des Bildungszentrums wäre eine Ausweitung des Programms prinzipiell möglich. Das gilt insbesondere für die Volkshochschule, aber auch für die Musikschule. Aufgrund der beschränkten personellen und teilweise auch räumlichen Ressourcen wird eine Ausweitung vom Gutachter aber nicht empfohlen. Vielmehr sollen die Angebote stets am Puls der Zeit gehalten werden, berichtete Wolfrum. Im Fachbereich Politik/Gesellschaft/Umwelt könnte zum Beispiel ein gesellschaftlichrelevantes Thema als Semesterthema ausgewählt werden, wie zuletzt schon zum Thema 30 Jahre Grenzöffnung geschehen. Und außerdem könnten dort Umweltthemen stärker Berücksichtigung finden.

Auch bei der Musikschule wäre eine Ausweitung des Angebots aufgrund der großen Nachfrage denkbar. Das würde aber den Zuschussbedarf des Landkreises für das Bildungszentrum weiter erhöhen. Und der beträgt jetzt schon 3,2 Millionen Euro und soll laut Kreistagsbeschluss bis zum Jahr 2025 auf 3,8 bis 3,9 Millionen beschränkt werden. Die Musikschule soll vielmehr ihr Angebot auf 350 Semesterwochenstunden beschränken, wobei der Anteil des Einzelunterrichts höchstens 30 Prozent betragen soll.

Das Zukunftskonzept enthält auch noch Aussagen zur ins Bildungszentrum integrierten Landkreisabteilung Kultur, das zu einer Servicestelle Kultur weiterentwickelt werden soll, und zu einem Kreismagazin, das als begehbares Bürgerarchiv aufgebaut werden soll. Auch der Bücherbus soll in den nächsten fünf Jahren weiter die Landbevölkerung mit Medien versorgen, – falls der Bus nicht ausfällt. Die Abteilung Integration und Gesellschaft soll zudem als Kompetenzzentrum für die Integration zugewanderter Menschen gestärkt werden. Ziel sei sowohl die sprachliche Integration voranzutreiben, als auch gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Die Integration der Zugewanderten wird deshalb vom Landkreis als Daueraufgabe angesehen. Geplant ist zudem ein neues Marketingkonzept für das Bildungszentrum, in dem einige Räume auch saniert werden sollen.

CDU-Kreistagsmitglied Klaus Hantelmann lobte das Zukunftskonzept als „realitätsnah“. Er empfahl: „Das Angebot soll qualitativ weiterentwickelt werden. Der Bücherbus und die Außenstellen des Bildungszentrum müssen beibehalten werden.“ FDP-Kreistagsmitglied Björn Försterling sprach sich ebenso wie Hantelmann dafür aus, die Räume des Bildungszentrums besser zu vermarkten, um dadurch zusätzliche Einnahmen zu generieren. Försterling plädierte zudem dafür, genau zwischen den einzelnen Aufgaben des Bildungszentrums zu unterscheiden, zwischen den Bereichen Volkshochschule und Musikschule und den dem Bildungszentrum zugeschobenen Aufgaben. Er forderte, dass diese unterschiedlichen Aufgaben auch im Haushalt nachvollziehbar dargestellt werden sollen, um mögliches Einsparpotenzial ausfindig machen zu können. Ruth Naumann (SPD) sprach ebenfalls von einem „gut durchdachten Konzept“. Sie forderte: „Wir müssen die Honorarkräfte gut bezahlen, um stets gute Kräfte zu bekommen.“ Christiane Wagner-Judith (Grüne) forderte ebenfalls angemessene Honorare und wies darauf hin, dass die Verwaltung nun die Beschlüsse vorbereiten muss, die mit dem vom Kreistag beschlossenen Zukunftskonzept verknüpft sind.

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