Ex-Frühschwimmer: Wolfenbütteler Bad macht zu spät auf

Wolfenbüttel.  Einige der Wolfenbütteler Frühschwimmer treffen sich immer noch im Stadtbad Okeraue: notgedrungen um 9.30 Uhr. Früher geht es nicht.

Einige der ehemaligen Frühschwimmer treffen sich vor dem Allwetterbad Okeraue: (von links) Horst Urbansky, Günter Gärtner, Erika Glindemann, Christa Duesberg, Hans Schulz und Renate Oelze. 

Einige der ehemaligen Frühschwimmer treffen sich vor dem Allwetterbad Okeraue: (von links) Horst Urbansky, Günter Gärtner, Erika Glindemann, Christa Duesberg, Hans Schulz und Renate Oelze. 

Foto: Kai-Uwe Ruf

„Der Protest hat sich gelegt“, sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Knut Foraita, als er anlässlich des fünfjährigen Bestehens des Wolfenbütteler Allwetterbades auf die Frühschwimmer angesprochen wurde. Aber er hat sich geirrt. Mehrere ehemalige Frühschwimmer meldeten sich daraufhin zu Wort. Sie ärgern sich immer noch über die jetzigen Öffnungszeiten des Allwetterbades, die ein Frühschwimmen nicht möglich machen.

Der Konflikt geht bis in das Jahr 2011 zurück. Am 12. September konnten die Frühschwimmer letztmals morgens um 6 Uhr in das Außenbecken das Stadtbades steigen, um ihre Bahnen zu ziehen. Anschließend wurde das Bad geschlossen, umgebaut und vor fünf Jahren mit einem neuen Konzept wieder eröffnet.

Die Stadtwerke hatten die Öffnungszeiten aber deutlich verändert. Erst ab 9.30 Uhr ist das Allerwetterbad derzeit für den öffentlichen Badebetrieb zugänglich. Die Zeit zuvor ist Schulklassen vorbehalten.

Einige Frühschwimmer hätten sich nach Braunschweig hin orientiert, andere hätten sich mit den aktuellen Öffnungszeiten des Stadtbades Okeraue arrangiert, sagte Foraita. Nur notgedrungen sei dies der Fall, betont Gudrun Duesberg. Sie ist eine der Frühschwimmer, die in Wolfenbüttel nicht mehr früh schwimmen können. Um 9 Uhr treffe sie sich nun mit Gleichgesinnten am Eingang des Okeraue-Bades. Um 9.30 Uhr gehe es dann gleich weiter Richtung Umkleide.

Zu sechst stehen sie am Freitag vor dem Bad, um über ihre Situation zu berichten. „Sonst sind wir mehr“, versichert Duesberg. Ein Brief, den sie an die Redaktion geschickt hatte, war mit zwölf Namen unterzeichnet.

„Und wir sind alle in Ruhestand“, fügt sie an. Wer morgens arbeiten müsse, könne nicht mehr wie zuvor im Stadtbad Okeraue seine Bahnen ziehen. Die Berufstätigen seien beispielsweise ins Braunschweiger Heidbergbad ausgewichen.

Dabei biete das Frühschwimmen viele Vorteile. Früher sei sie um 7 Uhr ins Wasser gestiegen und im Anschluss in die Schule gegangen, um zu unterrichten, erzählt die ehemalige Lehrerin Duesberg. Dort habe sie erzählt, dass sie regelmäßig morgens schwimme. „Das hat doch Vorbildcharakter.“

Auch Renate Oelze weiß die guten Seiten des Frühsports zu schätzen: „Um 8 Uhr ist man ausgeschlafen.“

Die meisten finden das neue Bad eigentlich gut. „Die Braunschweiger beneiden uns darum“, sagt Renate Oelze. „Hallen- und Saunabereich sind sehr gelungen“, meint auch Hartmut Urbansky.

Als ehemaliger Leistungsschwimmer vermisst er aber das 50-Meter-Becken, das das alte Bad bot: „Früher hat man hier Meisterschaften ausgetragen.“

Im kleinen 25-Meter-Becken sei das nicht möglich, und während der Sommermonate sei auch zu wenig Platz für sportliches Schwimmen. Aber das größte Problem seien die Öffnungszeiten. Oelze: „Schade, dass ein so gelungenes Bad das Frühschwimmen nicht ermöglicht.“

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