Unfall und Tod: DRK-Team kümmert sich

Wolfenbüttel.  Der Tod eines Angehörigen. Ein tragischer Unfall, den man als Zeuge erlebt hat: Situationen, die Menschen seelisch stark belasten können.

Das Kriseninterventionsteam des DRK Wolfenbüttel feierte mit Gästen sein zehnjähriges Bestehen. 

Das Kriseninterventionsteam des DRK Wolfenbüttel feierte mit Gästen sein zehnjähriges Bestehen. 

Foto: Privat

Im Landkreis stehen ihnen die Mitglieder des Kriseninterventionsteams (KIT) des DRK-Kreisverbands zur Seite – und dies seit zehn Jahren.

Das Jubiläum war Anlass für eine Feierstunde im Solferino, zu der Sibylle Schumacher, Leiterin des KIT, eingeladen hatte, heißt es in der Pressemitteilung. „Dass ein Kriseninterventionsteam schon so lange besteht, ist sehr selten“, berichtete Heinz Dierker, Fachberater und Koordinator Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) im DRK-Landesverband. Horst Kiehne, Präsident des DRK-Kreisverbands Wolfenbüttel, berichtete in seinen Grußworten von seinen persönlichen Erfahrungen und dankte den Ehrenamtlichen. Für die Einsatzkräfte stehe inzwischen das DRK-SbE-Team zur Seite. SbE stehe für Stressbearbeitung nach belastenden Ereignissen. Es werde beim DRK von Rainer Elsner koordiniert.

Zu den Gratulanten gehörten auch der stellvertretende Landrat Uwe Schäfer sowie Wolfenbüttels stellvertretender Bürgermeister Heinz-Rainer Bosse. Kreisbrandmeister Tobias Thurau lobte die Zusammenarbeit der Beteiligten im Landkreis. Auch Frank Ahlgrim, Koordinator der Notfallseelsorge, lobte die Zusammenarbeit: „Wenn wir mit unseren eigenen Kräften Not am Mann haben, springt das KIT ein.“ Dr. Helge Höllmer, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und Klinischer Direktor am Bundeswehrkrankenhaus Hamburg, sprach zum Thema „Traumatherapie – schnelle Hilfe für die Einsatzkräfte“. Eine seiner Kernaussagen: „Nach einem Trauma ist alles möglich“.

Er machte deutlich, wie schwierig es für viele Betroffene sei, Hilfe anzunehmen. Durch die Schilderung diverser Fälle, so das DRK, sei die Thematik nachvollziehbar erklärt worden. „Er gibt gute Denkanstöße. Die neuen Erkenntnisse und seine eigenen Überlegungen sind für mich sehr informativ“, wird Anne Waldmann zitiert, die hauptamtlich als Notfallsanitäterin und im SbE-Team tätig ist.

Einen emotionalen Abschluss der Feierlichkeit gab es durch Markus Galonska, Gemeindereferent Wolfsburg und Notfallseelsorger, sowie Peter Schellberg, Feuerwehrpfarrer Braunschweig i. R. und Notfallseelsorger. Sie berichteten von ihren Erfahrungen. Sibylle Schumacher: „Die Erzählungen haben die Seele gestreichelt“.

Lob gab es auch von Daniela Burgard und Tina Krahmann-Meinecke (PSNV Gifhorn): „Mir ist positiv aufgefallen, dass hier die Politik und die PSNV gut zusammenarbeiten – daran könnte man sich ein Beispiel nehmen“, so Burgard. Ihre Teamkollegin betonte, dass sie viele Anregungen mitnehme. „Durch die Erfahrungsberichte überdenkt man eigene Situationen und überlegt, was man besser machen könnte.“

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