Nachhaltigkeit im Pausenkiosk

Wolfenbüttel  Gemeinsam-Kandidaten 2018: Fünf Wolfenbütteler Gesamtschüler betreiben ein kleines Fair-Trade-Unternehmen.

Bio-Limonaden, Nüsse, Müsliriegel, Schokolade – Produkte wie diese sind die Renner im Fair-Trade-Sortiment von Steffen Lohmann (von links), Luca Behrens, Florian Schöckel, Hinryk Elte und Lukas Kosel.

Foto: Jörg Kleinert

Bio-Limonaden, Nüsse, Müsliriegel, Schokolade – Produkte wie diese sind die Renner im Fair-Trade-Sortiment von Steffen Lohmann (von links), Luca Behrens, Florian Schöckel, Hinryk Elte und Lukas Kosel. Foto: Jörg Kleinert

Fair-Trade-Produkte verkaufen – das schien für Steffen Lohmann, Luca Behrens, Florian Schöckel, Hinryk Elte und Lukas Kosel ein ganz einfacher Weg, Kleinbauern in Afrika oder Lateinamerika zu unterstützen.

Kurzerhand fragten die fünf Neuntklässler an der Henriette-Breymann-Gesamtschule in Wolfenbüttel in ihrer Schulmensa nach, ob die den Verkauf übernehmen wollte. „Wir haben eine Absage bekommen“, erinnert sich der 16-jährige Hinryk Elte. Das war im Spätsommer 2017.

Nun gibt es in einer Schule viele Möglichkeiten, fair gehandelte Produkte zu verkaufen. Warum also nicht einen eigenen Laden aufmachen, betrieben von einer Schülerfirma. „Eine coole Idee, haben wir gedacht“, sagt Luca Behrens rückblickend. Eine, die in den Köpfen der Fünf reifte, ehe sie ihre Idee in die Tat umsetzten.

Seit dem 26. September 2017 betreiben die fünf 16- und 17-Jährigen ihre eigene Fair-Trade-Firma. Eine wohldurchdachte Neugründung, die das Quintett auch betriebswirtschaftlich auf solide Füße stellte. Buchführungsseminare, Schulung in Recht und Gesetz, die Bildung eines Startkapitals durch Verkäufe von Mini-Aktien an Mitschüler und Lehrer – „wir sind da ziemlich gewissenhaft herangegangen“, sagt Florian Schöckel. „Die Landesschulbehörde hat uns ordentlich unter die Arme gegriffen.“

In drei Pausen täglich verkaufen die fünf Neuntklässler, die an ihrer Schule dem Wahlpflichtkurs „Soziale Verantwortung“ angehören, seitdem aus einem kleinen Kiosk mit Schiebefenster ihre fair gehandelten Bio-Limonaden, Nüsse, Müsliriegel und Schokoladen an Mitschüler. Und weil die Lehrer bislang nicht sonderlich gut „angebissen“ haben, stellen die Schüler demnächst im Lehrerzimmer eine sogenannte Snackbox auf – bestückt mit kleinen Leckereien vom Schokoriegel bis zur Tüte Nüsse. „Daneben steht dann eine Spardose, in die die Lehrer auch gerne den einen oder anderen Euro mehr hineinstecken dürfen“, sagt Lukas Kosel. Unter dem Strich soll das Unternehmen Gewinn erwirtschaften. „Das ist das A und O“, betont der 16-jährige Achimer. Denn: Überschüsse fließen einem Hilfsprojekt zu. Welches genau profitieren wird, überlassen die jungen Firmenchefs ihren Aktionären.

Auf die treffen sie in zwei Tagen bei ihrer ersten Aktionärsversammlung im Konferenzraum der Schule. „Dort legen wir unsere Zahlen offen“, kündigt Luca Behrens an. Und die Jungunternehmer lassen die Aktionäre abstimmen, ob das Kinderhospiz in Braunschweig die erwirtschafteten Überschüsse erhält oder aber die philippinische Organisation Preda. „Die engagiert sich weltweit unter anderem für die Einhaltung von Kinderrechten und schützt Kinder vor Missbrauch und Prostitution“, so Steffen Lohmann. „Wir sind gespannt.“

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