Bewerbung: Bloß nicht schleimen

Wolfenbüttel  Die Expertin Rikwa Stübig gibt Tipps, wie Jobsuchende mit ihren Unterlagen und im persönlichen Gespräch überzeugen.

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren? Mit solchen Fragen müssen Bewerber auch heute noch im Bewerbungsgespräch rechnen.

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren? Mit solchen Fragen müssen Bewerber auch heute noch im Bewerbungsgespräch rechnen.

Foto: Christin Klose/dpa

Ob für das Schülerpraktikum, den Ausbildungsplatz oder für die Arbeitsstelle: Die Bewerbung ist für jeden Schüler die Eintrittskarte in ein Unternehmen. Doch worauf kommt es in einer Bewerbung an? Wie schreibt man eine richtig gute Bewerbung?

Personaler treffen die Entscheidung, welcher Kandidat für den Job der Richtige ist. Aber worauf achten sie dabei besonders? Wie können sich Schüler zum Beispiel auf ein Bewerbungsgespräch vorbereiten?

Wir haben exemplarisch für die inzwischen auch an Wolfenbütteler Schulen intensivierte Berufsorientierung und das verstärkte Bewerbungstraining bei Rikwa Stübig nachgefragt. Die Deutsch-Lehrerin ist am Theodor-Heuss-Gymnasium für die Studien- und Berufsorientierung zuständig.

Liegt die Einladung zu einem Bewerbungsgespräch im Briefkasten oder im elektronischen Postfach, rückt das Bewerbungsgespräch in dem Unternehmen näher. Wie verhält sich ein Bewerber im Bewerbungsgespräch richtig?

Das Rezept für erfolglose Bewerber lautet: Schleimen, was das Zeug hält. Das stößt Personalchefs ab. Eine weitere Auswahl an Patzern, mit denen Bewerber ein Vorstellungsgespräch so richtig vergeigen: Schlechte Witze reißen, das Unternehmen nicht kennen, im Gespräch hektisch gestikulieren, Kaugummi kauen, zu spät kommen und Sätze sagen wie „Pünktlichkeit ist meine Stärke“.

Besser sei, so Rikwa Stübig, etwas Zurückhaltung zu zeigen. Setzen, wenn der Gesprächspartner sich setzt, aufstehen und ihm die Hand geben, wenn der Personaler das Signal gibt. „Sich bewerben kommt aber von werben“, sagt Rikwa Stübig. Deshalb: „Ein Bewerber sollte keine Unwahrheiten erzählen, er sollte nicht übertreiben, aber er darf dennoch selbstbewusst auftreten.“

Vor dem persönlichen Kontakt kommt aber die Bewerbung. Doch wie bewirbt man sich am besten? Auf Papier oder per E-Mail? „Größere Unternehmen nehmen teils nur noch Online-Bewerbungen an“, weiß Rikwa Stübig. „Bei kleineren Firmen bewirbt man sich oft noch auf Papier.“

Ein No-Go in Bewerbungsschreiben sind Rechtschreibfehler. „Man glaubt nicht, was Bewerber teilweise losschicken.“ Ebenfalls nicht ratsam seien den Lebenslauf „schmückende“ Zierlinien, das dickste Papier und das Ganze eingefasst in die edle Ledermappe. Lange Erklärungen im Anschreiben mag ebenfalls kein Personaler, weiß Rikwa Stübig. So etwas wirke schnell übertrieben. Personaler hätten oft wenig Zeit. Sie wollten harte Fakten, Anekdoten und Ausreden langweilen sie. zu viel Schnickschnack lenke sie ab. Generell gelte jedoch: Je persönlicher ein Bewerbungsschreiben gestaltet ist, desto besser.

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