„Bähnle“ – ein Symbol der Stadt

Wolfsburg  Die historischen Exemplare wurden mit viel Aufwand und Leidenschaft restauriert.

Andreas Hornig, Leiter des Zeithauses der Autostadt, zeigt stolz das Golf-Bähnle.Foto: regios24/Katharina Pahl

Andreas Hornig, Leiter des Zeithauses der Autostadt, zeigt stolz das Golf-Bähnle.Foto: regios24/Katharina Pahl

Beim Anblick des Bähnles erwachenbei einigen Erinnerungen an den vergangenen Sommerurlaub. Bei vielen Ur-Wolfsburgern kommen aber auch nostalgische Gefühle auf.

Die Autostadt hat die beiden historischen Exemplare – Käfer als auch Golf – im Laufe der vergangenen Jahre aufwendig restauriert. Im Februar 2014 begann die zweite Aktion, also die Restaurierung des Golf-Bähnles, das von 1977 bis 2003 auf Wolfsburgs Straßen reichlich Kilometer machte.

In den Sommermonaten fuhr das Bähnle einen Rundkurs von 36 Kilometern durch das Wolfsburger Stadtgebiet. Durch die damals modernen Stadtteile Detmerode, Westhagen oder Steimker Berg ging es – und am Scharoun-Theater, Planetarium und Badeland vorbei. „Im Jahr 1989 beispielsweise machte das Bähnle 118 Fahrten im Zeitraum von Juni bis September“, berichtet Andreas Hornig, Leiter des Zeithauses der Autostadt. Hochgerechnet auf die Kilometer tourte das Golf-Bähnle in der Saison 1989 also rund 4200 Kilometer.

Die Stadtrundfahrten sprachen die Touristen als auch die Wolfsburger gleichermaßen an. Auch Andreas Hornig erinnert sich gerne an die Fahrten zurück. Heute wird das Bähnle nur noch zu besonderen Anlässen auf die Straße gelassen. Lediglich bestimmte Strecken dürfen befahren werden. So kam das Bähnle bei den Classic-Days auf Schloss Dyck zum Einsatz. „Das Bähnle fasziniert sowohl ältere Menschen als auch Kinder“, berichtet Hornig. Die Exemplare seien stets Publikumsmagneten.

Drei Jahre lang war die Autostadt mit der Restauration beschäftigt. „Wir sind damals darauf aufmerksam geworden, weil es im Außenbereich der Stiftung Automuseum stand“, berichtet Hornig. Weil es lange nicht bewegt wurde, mussten einige Standschäden behoben werden – und auch von außen war das Bähnle nicht mehr in dem besten Zustand, natürlich hatten sich Ablagerungen gebildet.

Das Resultat kann sich sehen lassen: Fotos dokumentieren den damaligen Zustand des Golf-Bähnles – und den Entwicklungsprozess. Die berühmten Prilblumen beispielsweise sind wieder auf den Innenwänden zu sehen – diese waren durch einen Filzüberzug verdeckt. „Diese Blumen sind ein Markenzeichen der 70-Jahre und passten besser zum Bähnle als der Überzug“, erklärt der Leiter des Zeithauses.

Die Sitzbezüge der insgesamt 36 Sitze sind originalgetreu nachempfunden, bei den Sitzschale handelt es sich um die Originale: Als das Bähnle 2014 geborgen wurde, waren hier zahlreiche Brandlöcher in den Sitzen zu sehen. Damals durfte man schließlich noch überall rauchen – das dokumentieren auch die Aschenbecher im Bähnle. Mit viel Leidenschaft ist das Golf-Bähnle wie auch das Käfer-Modell restauriert worden. „Man kommt vom Hundertsten ins Tausendste“, sagt Hornig und betont, dass diese Arbeit sich gelohnt hat, schließlich: „Es sind Symbole dieser Stadt. Und diese sollen seh- und erlebbar bleiben.“

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