Eine unendliche Geschichte: Der Nordkopf im Wandel

Wolfsburg  Wolfsburg macht sich fit für die Zukunft und baut das komplette ehemalige Hertie-Gebäude in ein Digitallabor um.

Hier soll künftig das digitale Herz Wolfsburgs schlagen: das ehemalige Hertiegebäude am Nordkopf, das heute als Markthalle unter anderem auch den Jugendclub „Haltestelle“ beherbergt.

Foto: regios24/Helge Landmann

Hier soll künftig das digitale Herz Wolfsburgs schlagen: das ehemalige Hertiegebäude am Nordkopf, das heute als Markthalle unter anderem auch den Jugendclub „Haltestelle“ beherbergt.

In der Markthalle schlägt künftig das digitale Herz Wolfsburgs. Das hat der Rat der Stadt Wolfsburg Ende September mit großer Mehrheit beschlossen. Die Stadt will zusammen mit Volkswagen und dem VfL Wolfsburg in dem Gebäude am Nordkopf ein Digitallabor einrichten. Eine endgültige Lösung ist das Projekt wahrscheinlich nicht. So sehen die Pläne bisher aus:

K ompletter Umbau : Für das zukünftige Digitallabor soll zunächst die Markthalle komplett umgebaut werden. Die Verträge der jetzigen Mieter laufen aus, die gesamte Markthalle wird in das Konzept mit dem Namen Digital HUB@WOB einbezogen. Die „Haltestelle“, der Jugendclub in der Markthalle, soll seine Arbeit wie bisher fortsetzen können.

Technik zum Anfassen: „Ich habe erst vor ein paar Monaten von der leerstehenden Markthalle gehört – und war sofort begeistert“, erklärte VW-Digitalchef Johann Jungwirth im September. „Wir sehen das Projekt als Mini-Digital-Campus.“ Eine Art Technikmuseum soll aus der Markthalle aber nicht werden – stattdessen werde aktiv an den Techniken für morgen gearbeitet, betont Jungwirth. „Hier werden etwa 25 bis 30 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz haben.“ Dazu plant VW im oberen Teil der Markthalle Büro- und Workshopflächen einzurichten, wo digitale Produkte und Prozesse entstehen sollen.

Digital Space : Der untere Teil der Markthalle wird der Ort sein, an dem Kreative, Co-Worker und Interessierte zusammenkommen können. So soll im sogenannten Digital Space ein Veranstaltungsort für bis zu 100 Personen entstehen. Außerdem können dort Broadcast- und Virtual-Reality-Studios genutzt oder Experimente an einem 3-D-Drucker durchgeführt werden.

E-Sport mit dem VfL : Der VfL Wolfsburg wird vor allem die Fläche vor der Markthalle nutzen. Auch im Fußball sei der digitale Wandel in vollem Gange – vom E-Sport bis zur Software für die Talentsuche, so VfL-Geschäftsführer Tim Schumacher. In der Markthalle wolle man diese Techniken präsentieren und weiterentwickeln. Und eine Brücke schlagen in die „analoge Welt“. Geschäftsführer Schumacher erklärt: „Unser Ziel ist es, dass auch wieder ganz herkömmlich gegen den Ball getreten wird.“

U nendliche Geschichte : Mit dem digitalen Labor könnte die fast unendliche Geschichte der Markthalle als Problembau enden. Seit 2010 steht der hintere Bereich des Gebäudes bereits leer, im oberen Bereich befindet sich eine Gastronomie. Verschiedene Ansätze, der Markthalle neues Leben einzuhauchen, waren immer wieder verworfen worden. Nur der Jugendclub „Haltestelle“ entpuppte sich als echtes Erfolgsrezept. Etwa fünf bis zehn Jahre soll die Markthalle mindestens als Digitallabor dienen. Danach ist vieles denkbar – eine Fortführung des Projekts oder auch ein Abriss. Schließlich soll der Nordkopf grundlegend entwickelt werden. Über die Kosten gibt es bisher keine Angaben.

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