Marodes Kaufhaus wird zur Kunsthalle

Wolfenbüttel  Die Kulturstadt Wolfenbüttel will ihr Profil schärfen und bildenden Künstlern ein Forum bieten. Artgeschoss heißt die Idee.

Die Organisatoren Nina Heptner, Witalij Winugradow, Dmitrij Schurbin und Thomas Pink blicken in die Ausstellungspläne.

Die Organisatoren Nina Heptner, Witalij Winugradow, Dmitrij Schurbin und Thomas Pink blicken in die Ausstellungspläne.

Foto: Stephan Hespos

Hierzu soll die marode Hertie-Immobilie im Mai zu einer Galerie auf Zeit werden. 43 Kreative aus dem In- und Ausland zeigen Malereien, Skulpturen, Installationen, Videokunst und mehr. Die Pläne stellten Bürgermeister Thomas Pink, Citymanagerin Nina Heptner, Kurator Dmitrij Schurbin und HBK-Student Witalij Winogradow am Freitag vor. Unterstützt wird das Projekt vom renommierten Liebenburger Grafiker Gerd Winner.

Laut Pink fehlt es in der Stadt an geeigneten Ausstellungsräumen für ein solches Vorhaben. Da die Kommune kürzlich die leerstehende Immobilie an der Löwenstraße gekauft hat, soll die Ausstellung nun dort gezeigt werden. Der Bürgermeister verspricht sich davon, das Quartier zu beleben. Er teilte zudem mit: „In der Ratssitzung am 19. Juni wird die Verwaltung der Politik ein neues Konzept für das Haus vorlegen.“

Mehr als 350 Werke junger sowie erfahrener Künstler wird die Schau „Artgeschoss“ präsentieren. „Teilweise kosten einzelne Exponate im Verkauf um die 10 000 Euro“, so Nina Heptner. Zur Eröffnung sowie am ersten Ausstellungstag sollen alle Kulturschaffenden zugegen sein. Ferner wird es einen Katalog zu der Schau geben.

Deren Konzept haben Schurbin und Nina Heptner entwickelt. Der Kurator, der auch selbst einige Werke zeigen wird, war mit einer Idee an die Citymanagerin herangetreten: Ihm schwebte eine Kunstmeile unter freiem Himmel vor. Aufgrund der Wetterabhängigkeit entschied man sich jedoch für die nun vorgestellte Lösung.

„Künstler suchen ständig Möglichkeiten, sich zu präsentieren und Werke zu verkaufen“, sagte Schurbin. Der junge Mann greift nach den Sternen: „Ich wünsche mir sehr, dass es eine neue Documenta werden könnte.“ Die Kunstausstellung in Kassel genießt Weltruf.

Um in Kontakt zu möglichen Ausstellern zu kommen, hatten Schurbin und Nina Heptner ihre Fühler deutschlandweit in die Kunstszene ausgestreckt. Ein besonderes Objekt wird bereits am Dienstag, 23. April, angeliefert: eine fast 3 Meter hohe und 2,5 Tonnen schwere Christusstatue des Braunschweiger Bildhauers Magnus Klein-Tebbe. Sie soll vor Hertie aufgestellt werden.

Nach Auskunft des Kurators wird es ein Artgeschoss-Begleitprogramm mit Lesungen und einem Workshop „Radier- und Drucktechniken für Kinder“ geben. Die genauen Termine sollen noch mitgeteilt werden.

Fakten:

Vernissage: 3. Mai, 18.30 Uhr, ehemaliges Hertie-Kaufhaus.

Ausstellungsdauer: 4. bis 26. Mai. Der Eintritt ist frei.

Öffnungszeiten: Do 11 -18 Uhr, Fr 14-18 Uhr, Sa 11-20, So 13-17.

Die Künstler: Andrej Krioukov, Concha Garcia de Pablos, Jendrik Mankowski, Ingo Lehnhof, Katherina Omelchuk, Klaus Schaldach, Johannes Kriesche, Margret Parpart, Wilfried Wessling, Dmitrij Schurbin, Lisa Haiss, Oxana Mahnac, Roger Cortes, Daniel Zerbst und Laetitia Bellmer (alle Malerei); Luc Thiburs, Claudia Gropp, Tita do Rêgo Silva, Izabel Lopez Traudt, Tamara Ivanova, Melanie Schöckel, Michail Molochnikov und Ryn Shaparenko (alle Grafik); Ali Eckert, Franziska Rutz, Jürgen Eidt, Klaus G. Kohn, Simone Zewnik, Uwe Schmitz und Wan-Yen Hsieh (alle Foto); Sigrid Klammer, Sabine Nasko, Markus Wollenschlaeger, Magnus Kleine-Tebbe und Reinhard Große (alle Skulpturen); Michael Bensman, Manuela Karin Knaut, Christian Lohre, Simone Brühl, Astrid Brandt und Al-Faqir Akasheh (alle Installationen); ESTEBAN (Videoart).

Gastkünstler: Gerd Winner (Grafik).

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