So veränderte sich das Kaufverhalten der „dm“-Kunden in der Krise

Braunschweig.  Im dritten Quartal konnte die Drogeriekette „dm“ in unserer Region ihren Umsatz um 2,8 Prozent steigern. Manche hamstern erneut im Winter.

Im dritten Quartal gingen die Kunden seltener beim Drogeriemarkt „dm“ einkaufen, luden dafür aber mehr in den Einkaufswagen. Das teilte die Kette gegenüber unserer Zeitung mit.

Im dritten Quartal gingen die Kunden seltener beim Drogeriemarkt „dm“ einkaufen, luden dafür aber mehr in den Einkaufswagen. Das teilte die Kette gegenüber unserer Zeitung mit.

Foto: Uli Deck / dpa

Die wichtigste Nachricht zuerst – es ist genug Toilettenpapier da. „Die Lager sind voll“, stellt Kenneth Kitchen-Roscher, Gebietsverantwortlicher der Drogeriemarktkette „dm“ für Südostniedersachsen, klar. Eigentlich gebe es also keinen Grund für erneute Hamsterkäufe. Die Versorgungswege sind laut Kitchen-Roscher bei allen Produkten gesichert. Doch das Kaufverhalten scheint nicht immer rational zu sein. „Man bemerkt auch in der zweiten Welle wieder Hamsterkäufe“, berichtet Kitchen-Roscher. Am Anfang der steigenden Infektionszahlen habe man in manchen Filialen wieder die Stückzahl bei bestimmten Produkten auf haushaltsübliche Mengen reduzieren müssen. Mittlerweile habe der Drogerieriese aber die Warenlieferungen an die Filialen gesteigert.

Umsatzplus von 2,8 Prozent

In den aktuellen Krisenzeiten profitiert die Drogeriekette nach eigenen Angaben vom gesteigerten Kaufverhalten. Im vergangene Quartal haben die Filialen in unserer Region ihren Umsatz laut Kitchen-Roscher um 2,8 Prozent steigern können. Das decke sich mit dem bundesweiten Umsatzplus der nach eigenen Angaben größten Drogeriemarktkette Europas mit Sitz in Karlsruhe. Konkrete Umsatzzahlen nennt das Unternehmen nicht.

Kurzarbeit? Haben die „dm“-Filialen in unserer Region nicht anmelden müssen – die Mitarbeiter hätten in diesem Jahr sogar eine Bonuszahlung ausgezahlt bekommen.

Dennoch erging es manchen Filialen schlechter als anderen. Gerade die Innenstadtlagen hätten durch die Lockdowns Nachteile erlitten. Dafür wären die „dm“-Märkte „auf der grünen Wiese“, also in den Außenlagen, aufgeblüht. „Die Kunden gehen weniger häufig einkaufen, dafür wird der Einkaufskorb voller“, beobachtet Kitchen-Roscher.

Lippenstift geht schlecht, Bio-Lebensmittel boomen

Dabei konnten sich manche Produkte besonders gut durchsetzen. Einige davon sind in Zeiten einer Pandemie offensichtlich – so kauften die Menschen in unserer Region verstärkt Seifen, Desinfektionsmittel und Mundschutz. Auch Reinigungsmittel boomen, seitdem die Menschen mehr zuhause bleiben. Doch auch in anderen Bereichen beeinflusst Corona das Kaufverhalten. „Bei der dekorativen Kosmetik merken wir, dass verstärkt Augen-Make-Up oder Nagellacke gekauft werden, Lippenstifte tun sich schwer“, erzählt Kitchen-Roscher, und auch Haarcolorationen wanderten noch besonders häufig in die Einkaufskörbe.

Für den Winter stellt sich die Drogeriemarktkette auf verschiedene Szenarien ein – auch auf einen harten Lockdown. Bereits im vergangenen Quartal seien die Zahlen für die Expressabholungen im Markt gestiegen, und auch die Onlinebestellungen hätten zugenommen. Anstatt selbst im Drogeriemarkt die Produkte einzusammeln, werfen Kunden hier die Produkte in den virtuellen Einkaufswagen. Die Zahlung erfolgt online, und der Einkauf kann vor Ort abgeholt werden oder wird mit der Post verschickt.

Optimistischer Blick in den Winter

Kitchen-Roscher blickt daher optimistisch auf die kommenden Monate, auch wenn die Entwicklung der Pandemie ungewiss ist. Er geht im Winter von ähnlichen Umsätzen aus. „Wir haben Waren des täglichen Bedarfs. Die Menschen werden auch weiterhin Toilettenpapier brauchen“, ist er sich sicher.

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