Bericht: Winterkorn hat gesundheitliche Probleme

Braunschweig.  Sie könnten das Betrugsverfahren gegen den Ex-VW-Chef in die Länge ziehen.

Martin Winterkorn, ehemaliger Vorstandsvorsitzender von Volkswagen.

Martin Winterkorn, ehemaliger Vorstandsvorsitzender von Volkswagen.

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Der wegen bandenmäßigen Betrugs und Marktmanipulation angeklagte ehemalige Vorstandsvorsitzende des VW-Konzerns, Martin Winterkorn, soll möglicherweise nicht voll verhandlungsfähig sein. Der NDR berichtete am Freitagabend mit Verweis auf das Umfeld des früheren Konzernlenkers von gesundheitlichen Problemen. Winterkorn soll demnach ein Hüftleiden haben und sich mehreren Operationen unterzogen haben. Der Anwalt des 73-Jährigen, Felix Dörr, will den Gesundheitszustand seines Mandanten laut Bericht bei der Vorbereitung des Prozesses ansprechen. Eine Anfrage unserer Redaktion an die Rechtsanwaltskanzlei blieb am Sonntagnachmittag unbeantwortet.

Das Verfahren am Landgericht Braunschweig gegen Winterkorn und vier weitere aktuelle und ehemalige ehemalige VW-Manger wegen Betrugs soll im Februar oder März 2021 beginnen. Am 6. Oktober sollen sich Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Gericht zu einem Vorgespräch treffen. Verhandelt werden soll an zwei Tagen pro Woche – Dienstags und Donnerstags. Lässt Winterkorns Gesundheitszustand die Beteiligung an je zwei vollen Verhandlungstagen nicht zu, könnte sich der Prozess in die Länge ziehen.

Dem ehemaligen VW-Chef wird im Zusammenhang mit dem Abgas-Skandal gewerbs- und bandenmäßiger Betrug vorgeworfen. Darauf stehen zwischen ein und zehn Jahre Haftstrafe. VW hatte Millionen-Dieselfahrzeuge mit einer Abschalteinrichtung verkauft, die dafür sorgte, dass die Pkw auf dem Prüfstand weniger Stickoxide ausstießen. Im September 2015 flog der Betrug auf.

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