VW will bunter, sauberer und weiblicher werden

Wolfsburg.  Mit einem abgespeckten Logo und neuem Image will Volkswagen ins Zeitalter der E-Mobilität starten.

Für die Öffentlichkeit ist der ID.3 noch getarnt. Auch das Logo entspricht nicht der Endfassung.

Für die Öffentlichkeit ist der ID.3 noch getarnt. Auch das Logo entspricht nicht der Endfassung.

Foto: Darius Simka / regios24

Bunter, weiblicher, umweltfreundlicher, humorvoller – so will sich die Marke Volkswagen künftig in der Öffentlichkeit präsentieren. Dazu gibt es ein neues VW-Logo. Der Kreis mit den übereinander stehenden Buchstaben V und W bleibt zwar erhalten, weil er für die Marke steht wie die „Niere“ für BMW, der Blitz für Opel und der Stern für Mercedes. Das Logo wird aber deutlich schlanker, schlichter. Nur – gezeigt werden darf es derzeit ebenso wenig wie das neue, rein elektrische Modell ID.3, das im nächsten Jahr zu den Händlern kommen soll.

Neuer Markenauftritt und neues Modell

Dabei hatte der Autobauer am Donnerstag eine große Schar Journalisten nach Wolfsburg geladen, um ihnen den neuen Markenauftritt und das neue Modell zu zeigen und zu erläutern. Aber auch sie dürfen zumindest visuell noch nichts in die Öffentlichkeit tragen. Auto und Logo werden erst im September auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt vorgestellt.

Warum dann der Aufwand? Termine wie der am Donnerstag in Wolfsburg helfen, Spannung zu erzeugen. Sie sind ein wunderbares Instrument, um die Neugierde zu wecken und die Wahrnehmung zu erhöhen. Weil das Jahr 2019 für VW wegen des Umstiegs auf die Elektro-Mobilität ein ganz zentrales wird, hofft der Autobauer auf ein hohes Maß an Interesse und Wahrnehmung. Das soll das Marketing unterstützen. Die Einführung des ID.3 im nächsten Jahr soll, nein muss ein Erfolg werden. Aus wirtschaftlicher Sicht, und weil es der Autobauer nur mit der neuen E-Fahrzeug-Generation schaffen wird, die strenger werden CO2-Grenzwerte zu erfüllen.

VW will einen Imagewandel

Auf diesen politischen Zwang, der nicht nur in Europa, sondern auch in China ausgeübt wird, will VW nicht nur mit der Erweiterung der Modellpalette um E-Modelle reagieren, sondern ihn für einen Imagewandel nutzen. Das Kürzel VW soll künftig für ein sauberes Unternehmen stehen. Der Autobauer verspricht, dass der rein elektrische ID.3 das erste CO2-neutrale Modell von VW wird. Mit diesem Imagewandel soll der nach wie vor weit reichende Schatten des Abgas-Betrugs übersprungen werden. Die Ansprüche der Wolfsburger an sich selbst sind groß. „Bis 2025 wollen wir Weltmarktführer in der E-Mobilität werden. Das heißt, dass wir bis dahin eine Million Elektro-Fahrzeuge pro Jahr verkaufen wollen“, sagte Vorstand Ralf Brandstätter, der das operative Geschäft der Marke VW leitet.

Um den Durchbruch der E-Mobilität den Weg zu ebnen, investiert Volkswagen als Marke und als Konzern in den Aufbau der Ladeinfrastruktur. 250 Millionen Euro sollen bis 2025 in den Bau von europaweit 36.000 Ladepunkten fließen, die an den Konzern-Standorten und bei den Händler errichtet werden. Ladepunkte sind die einzelnen Steckdosen, an die die E-Fahrzeuge angestöpselt werden.

Einen Kommentar zum Thema lesen Sie hier: Autos und Werte

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Leserkommentare (27)