Bessere Batterien, stabilere Banken

Braunschweig  Der Braunschweigische Hochschulbund zeichnete am Donnerstag drei Wissenschaftler für ihre Forschungsarbeit aus.

Wolf-Michael Schmid (von links), Anke Kaysser-Pyzalla, Preisträger Daniel Schröder, Knud Maywald, Doktormutter Ulrike Krewer, Preisträgerin Jeanine Rismondo, Doktorvater Marc Gürtler, Preisträger Martin Hibbeln und Doktorvater Sven Halbedel.

Wolf-Michael Schmid (von links), Anke Kaysser-Pyzalla, Preisträger Daniel Schröder, Knud Maywald, Doktormutter Ulrike Krewer, Preisträgerin Jeanine Rismondo, Doktorvater Marc Gürtler, Preisträger Martin Hibbeln und Doktorvater Sven Halbedel.

Foto: Florian Kleinschmidt

Sie befassen sich mit der Kostenprognose für Versicherungen nach schweren Naturkatastrophen, mit der Bekämpfung von Krankheitskeimen und mit der Verbesserung aufladbarer Batteriezellen: Die drei jungen Wissenschaftler Martin Thomas Hibbeln, Jeanine Rismondo und Daniel Schröder wurden am Donnerstag in den Räumen der Öffentlichen Versicherung Braunschweig mit dem Heinrich-Büssing-Preis ausgezeichnet. Alle drei Preisträger waren vor ihrer aktuellen Tätigkeit mit der TU Braunschweig verbunden. Vergeben wird der Preis von der Stiftung zur Förderung der Wissenschaften an der Carolo-Wilhelmina des Braunschweigischen Hochschulbundes. Jeder Preisträger erhielt 5000 Euro.

Wolf-Michael Schmid, Präsident des Braunschweigischen Hochschulbundes, erläuterte vor der Preisverleihung, dass die Organisation seit der Einführung des Preises vor 20 Jahren mehr als 300 000 Euro Preisgeld an 74 junge Wissenschaftler ausgeschüttet habe. „Sie können vieles erreichen und bewegen. Wichtig ist dabei, dass Sie sich der gesellschaftlichen Bedeutung der Forschung bewusst sind“, sagt Schmid zu den Preisträgern.

Knud Maywald, Vorstandschef der Öffentlichen Versicherung Braunschweig, erläuterte, warum das Unternehmen einmal mehr Gastgeber der Preisverleihung ist. So fühle sich die Öffentliche als öffentlich-rechtliches Unternehmen auch der Förderung der Wissenschaft verpflichtet. Das sei auch der Grund dafür, dass das Unternehmen einen Teil des Stiftungskapitals für den Preis zur Verfügung gestellt habe.

TU-Präsidentin Anke Kaysser-Pyzalla betonte, dass für ein erfolgreiches Studium das Wechselspiel zwischen Universität und den Studenten die Basis sei. Die zentralen Werte dabei seien Qualität, Wertschätzung sowie die Bindung an die Hochschule. Das beginne schon mit den Erstsemester-Veranstaltungen.

Den Festvortrag zu „Fortschritt durch Erfindergeist und Unternehmertum“ hielt VW-Chef-Digitalisierer Johann Jungwirth. Seine Botschaft: Früher war eben nicht alles besser, ganz im Gegenteil. Stattdessen biete die Gegenwart die Chance, die Grundlagen dafür zu schaffen, damit die Zukunft besser wird. Seine Vision der Zukunft: Menschliche und künstliche Intelligenz werden eingesetzt, um die Welt lebenswerter zu gestalten. Dazu gehöre auch der Wandel der Mobilität zu einer Dienstleistung.

Als Beispiel dafür nannte er den „Sedric“. Dieses selbstfahrende Auto, das an eine Seilbahn-Gondel erinnert, ist eine Studie des VW-Konzerns. Wie Jungwirth ausführte, soll das Fahrzeug innerhalb von Städten per Knopfdruck geordert werden können. Dadurch werde nicht nur der innerstädtische Verkehr entlastet. Zugleich könnten bisherige Parkplätze in Grünanlagen oder Spielplätze umgewandelt werden. Ein weiterer Vorteil des „Sedric“: Weil der Passagier nicht mehr fahren müsse, könne er die Zeit mit Spielen, Lesen oder Schlafen verbringen. „Die Zukunft wird viel besser als heute“, prophezeite er.

Die Preisträger

Prof. Martin Hibbeln (38) arbeitet an der Universität Duisburg-Essen. Bis 2015 war er am Institut für Finanzwirtschaft an der TU Braunschweig tätig. In seiner Habilitationsschrift befasste sich Hibbeln mit der Beurteilung und der Übertragung von Risiken in Banken und Versicherungen. Er hat unter anderem ein Verfahren zur Prognose künftiger Kredit-Verluste entwickelt sowie zur Quantifizierung von Folgekosten nach extremen Naturkatastrophen. Dieses Modell wird inzwischen weltweit von Experten eingesetzt.

Dr. Jeanine Rismondo (30) arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am „Imperial College“ in London. Bis 2016 war sie Doktorandin am Robert-Koch-Institut Wernigerode. Promoviert wurde sie im vergangenen Jahr an der TU Braunschweig. In ihrer Doktorarbeit befasste sie sich mit dem Keim „Listeria monocytogenes“, der Lebensmittelvergiftungen verursacht. Dabei gewann sie wesentliche neue Erkenntnisse zu beteiligten Enzymen, deren Zusammenspiel und Kontrolle. Die Ergebnisse sollen zur Antibiotika-Verbesserung eingesetzt werden.

Dr. Daniel Schröder (31) ist als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Justus-Liebig-Universität Gießen tätig. Bis 2015 arbeitete Schröder am Institut für Energie- und Systemverfahrenstechnik der TU Braunschweig, wo er an der Fakultät für Maschinenbau promoviert wurde. In seiner Doktorarbeit befasste sich Schröder mit Elektrochemie sowie mit Reaktions- und Transportprozessen in Batterien. Schröder schuf die Grundlagen für neue Konzepte für aufladbare Zink-Elektroden, die ein neues Elektroden-Design und damit dauerhaft stabile und leistungsfähige Batteriezellen.

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