Die Firma Vectura hilft, Warenströme zu optimieren

Braunschweig  Vectura beschäftigt 22 Mitarbeiter in Braunschweig. Sie bringen die Logistik von Unternehmen auf die richtige Bahn.

Die Vectura-Mitarbeiter Rebecca Rinne, Christian Zöll (hinten) und Björn Adlung in einer Besprechung.

Die Vectura-Mitarbeiter Rebecca Rinne, Christian Zöll (hinten) und Björn Adlung in einer Besprechung.

Foto: Peter Sierigk

Die Welt vernetzt sich immer stärker, und damit der Handel und die Warenströme. Nachzuempfinden ist diese Entwicklung zum Beispiel auf den deutschen Autobahnen, wo die LKW-Dichte ständig zunimmt. Das junge Braunschweiger Unternehmen Vectura Consulting berät seine Kunden aus Logistik, Handel und Industrie, wie sie den Warentransport optimieren können und dadurch Kosten sparen.

„Wir schauen uns alle Prozesse an und zeigen Lösungen auf“, sagt Geschäftsführer Ralf-Udo Ohlms. Das beginnt mit ganz einfachen Dingen. „Wir schauen zum Beispiel, wo und wie die Paletten bei unseren Kunden gestapelt und versandfertig gemacht werden.“ Denn durch unsachgemäße Lagerung könne Zeit und Stauraum verloren gehen – und das kostet Geld. Wer Wert auf die CO2-Bilanz seiner Warenströme legt, kann den CO2-Ausstoß seiner Sendungen mit einer Vectura-App berechnen.

Das Unternehmen kann auch beauftragt werden, eine neue Lager- oder Produktionshalle unter Logistik-Gesichtspunkten zu planen und einzurichten. Dafür erarbeiten die Logistik-Spezialisten dann ein Konzept.

Vectura hilft aber auch dabei, Leerkilometer seiner Kunden zu vermeiden. „Wir sorgen für eine zusätzliche Auslastung des Fahrzeugs“, sagt Ohlms. Das Unternehmen agiere dabei als eine Art Brückenbauer zwischen Industrie und Handel sowie deren Speditionsdienstleistern.

Eine weitere Aufgabe des Unternehmens ist die Organisation von internationalen Warenströmen. „Dabei schauen wir uns auch die Laufzeiten an. Die können beispielsweise zwischen China und Europa von rund 28 auf 16 Tage verkürzt werden, wenn die Waren statt aufs Schiff auf Güterzüge verladen werden. Im Vergleich zur Luftfracht liegt der Transport per Schiene sogar bei einem Kostenvorteil von bis zu 50 Prozent“, erläutert Ohlms.

Um den Bedürfnissen der Kunden gerecht werden zu können, ist eine ständig wachsende Logistik-Datenbank das Herz des Geschäftsmodells. Sie gibt zum Beispiel Antwort auf die Frage, wer in welchem Land welche Logistik-Dienstleistung sicher und zuverlässig in welchem Zeitraum anbieten kann. Diese Daten müssen zum Teil selbst recherchiert werden und werden dann thematisch gebündelt.

Die Kunden kommen laut Geschäftsführer Ohlms aus dem gesamten Bundesgebiet und sind oft international tätig. Eine Geschäftsstelle in Österreich kümmere sich wiederum um Kunden aus der Alpen-Republik und aus Südost-Europa. In diesem Jahr peilt das Unternehmen eine Million Euro Umsatz an, sagt Ohlms.

Das Besondere an Vectura ist wohl seine Struktur. Das Unternehmen wurde vor drei Jahren nicht etwa von einem jungen Hochschul-Absolventen ins Leben gerufen. Gründer Ohlms war damals bereits 68 Jahre alt und hatte sein gesamtes Berufsleben in der Branche gearbeitet. Nach dem Ausscheiden bei seinem einstigen Arbeitgeber gründete er bereits ein anderes Beratungsunternehmen für die Logistik-Branche, das immer noch tätig ist, wie Ohlms sagt.

Vectura beschäftige inzwischen in Österreich acht Mitarbeiter, in Braunschweig 22. Darunter sind erfahrene Logistik-Fachleute, aber auch Betriebswirte und Absolventen des Logistik-Studiums an der Ostfalia-Hochschule in Salzgitter. Neben ihrem Fachwissen müssen sie gute Fremdsprachen-Kenntnisse mitbringen. Schließlich ist das Frachtgeschäft international.

Wie Ohlms weiter ausführt, soll das junge Unternehmen bis 2018 die schwarze Null erreichen – also profitabel arbeiten.

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