Die Zukunft gehört den Kleinen

Serie Mittelstand  Das Braunschweiger IT-Unternehmen Linet betreut kleine und mittelständische Kunden. Die Nachwuchsfachkräfte werden selbst ausgebildet

Braunschweig. Der Anfang steckt noch im Namen. Als Philip Reetz, damals Informatik-Student, vor 15 Jahren gemeinsam mit zwei Partnern das Unternehmen Linet gründete, war es noch ganz auf das Computer-Betriebssystem Linux spezialisiert. Dadurch verschaffte sich der kleine Braunschweiger Betrieb ein Alleinstellungsmerkmal. Linux ist „offen“, die Software kann also im Prinzip von jedem vervielfältigt und bearbeitet werden. „Offene Software ist zum Beispiel für die Wissenschaft wichtig, um sie den eigenen Bedürfnissen anpassen zu können“, sagt Reetz.

Inzwischen arbeitet Linet allerdings nicht mehr ausschließlich mit Linux, sondern mit allen gängigen Betriebssystemen. „Der Gründungsgedanke hat sich gewandelt“, sagt Reetz. Das Unternehmen versorgt seine mittlerweile 200 Kunden mit Hard- und Software, richtet diese ein und betreut die Technik. „Wir bieten auch eine Cloud an“, sagt Reetz. Kunden können ihre Daten also auf einem bei Linet installierten Speicher parken.

Spezialisiert hat sich das Unternehmen vor allem auf kleinere Kunden. „Sie haben 5 bis 200 Mitarbeiter und sind für die großen Systemhäuser zu klein“, erläutert Reetz. In diesen Unternehmen fehlten oft das Know-how und auch die personellen Kapazitäten, um die eigene IT zu betreuen. Reetz sieht in diesem Segment Chancen für weiteres Wachstum. „Wir wollen in der Region eine Führungsrolle übernehmen.“

Nach seinen Angaben ist der Linet-Umsatz in den vergangenen Jahren stets zwischen 10 Prozent und 12 Prozent auf 1,5 Millionen Euro im vergangenen Jahr gewachsen. Das Unternehmen beschäftigt 17 Mitarbeiter, davon kommen sechs aus der eigenen Ausbildung. Dieser Anteil soll ausgebaut werden. „Viele externe Techniker erfüllen unsere Erwartungen nicht“, sagt Reetz.

Allerdings sei es schwieriger geworden, talentierte Azubis zu finden. „VW ist auf dem Arbeitsmarkt ein großer Konkurrent, zudem fehlen vielen Bewerbern grundlegende Kenntnisse zum Beispiel in Mathematik“, sagt er. Gute Erfahrungen habe das Unternehmen dagegen mit Bewerbern gemacht, die Quereinsteiger sind – zum Beispiel nach einem abgebrochenen Studium.

Seit elf Jahren ist Linet Mitglied im Netzwerk Grouplink. Darin haben sich bundesweit 16 IT-Unternehmen zusammengeschlossen, um unter anderem im Einkauf, beim Personalaustausch, oder bei Fortbildungen zu kooperieren.

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