Ohne Kontakte keine Karriere

Braunschweig  Eine Tagung der TU zeigt, wie man seine beruflichen Chancen durch Netzwerke verbessert.

Dr. Daniel Spurk, Institut für Psychologie TU Braunschweig.

Dr. Daniel Spurk, Institut für Psychologie TU Braunschweig.

Foto: TU Braunschweig

Die klassische Karriere gehört der Vergangenheit an. Zumindest, wenn es nach Wissenschaftlern der TU Braunschweig geht. „Die Arbeitswelt hat sich verändert“, sagt Professorin Simone Kauffeld vom Lehrstuhl für Arbeits-, Organisations- und Sozialpsychologie an der TU. Es gebe immer mehr atypische und befristete Arbeitsverhältnisse. Außerdem werde Mobilität immer wichtiger. „Alles in allem müssen immer mehr Entscheidungen getroffen werden. Der Einzelne muss mehr Verantwortung für die eigene Karriere übernehmen“, sagt Kauffeld.

Unter ihrer Leitung haben Psychologen des Instituts erforscht, wie sich Menschen auf diese neuen Rahmenbedingungen vorbereiten können. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und vom Europäischen Sozialfonds gefördert. Die Ergebnisse werden am Freitag auf der Tagung „ProNet – mit Networking an die Spitze!“ vorgestellt.

Die Psychologen befragten Promovierende aus der Region zu ihrer Karriereplanung. „Wir wollten herausfinden, wie man junge Menschen gleich am Anfang ihrer Karriere fördern kann“, sagt Daniel Spurk, der am Projekt mitgearbeitet hat und die Tagung koordiniert. „Das ist sozusagen die Rush-Hour des Lebens, in der viele Entscheidungen gleichzeitig getroffen werden müssen.“

Die Hälfte der Promovierenden bekam die Möglichkeit, an einem Workshop zum Thema Netzwerke und einem professionellen Karrierecoaching teilzunehmen. „Das Ergebnis war, dass sich in dieser Gruppe Karriereplanung und beruflicher Optimismus verbessert haben“, so Spurk.

Mit Netzwerken sind berufliche Kontakte gemeint. Diese Kontakte können laut Spurk eine Karriere entscheidend voranbringen. „Menschen mit funktionierenden Netzwerken verbessern eher ihr Gehalt, werden häufiger befördert und sind zufriedener mit ihrer Laufbahn“, erklärt der Psychologe. Solche Kontakte könnten sowohl im eigenen Unternehmen als auch außerhalb geknüpft werden. „Es gibt viele Möglichkeiten, berufliche Kontakte zu knüpfen – im privaten Bereich, auf Weiterbildungen oder auch in sozialen Netzwerken im Internet“, sagt Spurk.

Auch ein Karrierecoaching könne viel bringen, so der Psychologe. „In einem Coaching geht es um Selbstreflexion. Man spricht über persönliche Werte und Ziele. Dann macht man Pläne, um diese Ziele zu erreichen“, sagt Spurk. Promovierende, die ein Coaching absolviert haben, seien hinterher sicherer, was ihren Wert auf dem Arbeitsmarkt, ihre Stärken und Schwächen angehe.

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