Besserer Champagner mit Know-how aus Braunschweig

Braunschweig  Jungunternehmer der Firma Siccus erhalten Gründerpreis „Idee 2012“ für trickreichen Sektverschluss

Preisträger Stefan Bosse (links) und Paul Penner mit ihrem „Dego“.

Preisträger Stefan Bosse (links) und Paul Penner mit ihrem „Dego“.

Foto: privat

Nein, unsere Region ist nicht gerade als Weinanbaugebiet bekannt. Dennoch kommt von hier eine Erfindung, welche die Herstellung von Sekt revolutionieren soll: „Dego“ heißt der Sektflaschenverschluss, den die beiden Jungunternehmer von der Firma Siccus, Paul Penner und Stefan Bosse aus Braunschweig, entwickelt haben – und für den sie nun mit dem Gründerpreis „Idee 2012“ der Allianz für die Region gekürt wurden, einer Kooperation von Wolfsburg AG und Projekt Region Braunschweig.

Bei der Sekt-Herstellung wird Hefe verwendet, die bei der Gärung hilft. Das Problem: Die Hefe muss hinterher aus der Flasche entfernt werden. Bisher geschieht dies mittels eines Kältebads, für das teure Maschinen eingesetzt werden. Der Sektverschluss aus Braunschweig macht das Kältebad überflüssig, denn die Hefe der kopfüber stehenden Flaschen sammelt sich in einem Hohlraum des „Dego“-Korkens. Mit einer simplen Drehung kann dieser verschlossen werden – und die Hefe ist vom Sekt getrennt.

„Wir haben relativ schnell erkannt, dass hinter der Idee viel Potenzial steckt“, sagt Stefan Bosse. Der
30-Jährige ist Wirtschaftsinformatiker und kümmert sich um die Vermarktung der Erfindung. Die eigentliche Idee hatte sein Partner Paul Penner, 26, als er vor Beginn seines Studiums in einer Kellerei in der Slowakei arbeitete. Der unauffällige Kunststoff-Korken biete Sektherstellern gleich drei Vorteile, so Bosse: „Eine massive Kostenersparnis, weil teure Maschinen überflüssig werden. Dazu sparen sie auch noch Zeit, weil das Kältebad entfällt. Außerdem entweicht weniger Kohlensäure – durch Dego erhöht sich also auch die Qualität des Sektes.“ Man stehe bereist mit namhaften Champagner-Herstellern in Kontakt, so Bosse – darunter auch die aus zahlreichen James-Bond-Filmen bekannte Marke Bollinger.

Dass die beiden Jungunternehmer für ihre Erfindung mit dem Gründerpreis „Idee 2012“ ausgezeichnet wurden, ist laut Bosse „der absolute Kracher“. Das dieses Jahr erstmals vergebene Preisgeld in Höhe von 5000 Euro werde ihnen dabei helfen, ein weiteres Patent anzumelden, so Bosse.

Platz 2 des Wettbewerbs ging an Tobias Mecke mit Smarboo, einem Online-Künstlerportal. Das Team der Online-Tauschbörse „Unser Kleiderschrank“ – Nathalie Riesch, Danica Lust und Janina Segatz – wurde Dritter. Eine Sonder-Auszeichnung erhielt das Konzept des faltbaren Autos VW Fold von Andreas Herrmann.

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