Berlin. Eine britische Studie hat verschiedene Ernährungsformen untersucht. Dabei kam nicht nur raus, wie schädlich Fleisch fürs Klima ist.

Klimaschutz macht auch vor der Ernährung keinen Halt. Denn die Lebensmittelindustrie ist für etwa 31 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich, wie die Verbraucherzentrale angibt. Hierbei wird vor allem die Fleischproduktion für ihre CO2-Ausstoß kritisiert. Doch würde es dem Klima wirklich nützen, wenn alle auf tierische Produkte verzichten würden?

Eine Studie der Universität Oxford, die im Fachmagazin „Nature Food“ veröffentlicht wurde, hat untersucht, welche Ernährungsweise am nachhaltigsten ist. Dabei haben Forschende Daten von rund 55.000 Personen aus Großbritannien untersucht, die sich entweder vegan, vegetarisch, pescetarisch (nur Fisch und kein Fleisch) oder fleischhaltig ernähren.

Lesen Sie auch den Kommentar: Kampf gegen den Klimawandel – Verzweifeln ist keine Option

Studie untersuchte Umweltbilanz von verschiedenen Ernährungsformen

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter der Leitung von Professor Peter Scarborough analysierten die Essgewohnheiten der Menschen in Hinblick auf Treibhausgasemissionen, Landnutzung, Wasserverbrauch und Biodiversitätsverlust. Dazu bezogen sie die Daten von 38.000 landwirtschaftlichen Betrieben aus 119 Ländern ein.

Die Produktion eines Kilos Rindfleisch verursacht rund 14 Kilogramm CO2.
Die Produktion eines Kilos Rindfleisch verursacht rund 14 Kilogramm CO2. © Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Die Studie enthüllt deutlich die Unterschiede zwischen den einzelnen Ernährungsweisen: Veganerinnen und Veganer schneiden bei der CO2-Bilanz deutlich besser ab als Menschen, die täglich mehr als 100 Gramm Fleisch konsumieren.

Die Umweltauswirkungen der Ernährung von Veganern macht nur nur ein Viertel derjenigen der starken Fleischesser aus. Vegane Ernährung führt demnach zu 75 Prozent weniger Landnutzung, 54 Prozent geringerem Wasserverbrauch, 66 Prozent weniger Biodiversitätsverlust und 93 Prozent weniger Methanproduktion im Vergleich zu fleischhaltiger Ernährung.

Hoher Fleischkonsum genauso schädlich wie 40 Kilometer mit dem Benziner

Und zwischen den Menschen, die viel und wenig (also weniger als 50 Gramm pro Tag) Fleisch essen, ist eine Differenz von mindestens 30 Prozent erkennbar. So produzieren Menschen, die viel Fleisch essen, fast 8 Kilogramm CO2 pro Tag, was ungefähr so viel ist wie bei einer 40 Kilometer langen Autofahrt mit einem Benziner.

Menschen, die weniger Fleisch essen, produzieren dementsprechend auch deutlich weniger Treibhausgase. Mit etwa 4 Kilogramm CO2 pro Tag entsteht so viel wie bei einer 20 Kilometer Autofahrt im PKW. Insgesamt schneidet die Ernährung mit einem geringen Fleischkonsum fast doppelt so gut wie die mit hohem Fleischkonsum ab.

Lesen Sie auch: Veggie-Wurst und Co. deutlich teurer als Fleisch

„Die Beziehung zwischen Umweltauswirkungen und dem Konsum von tierischen Lebensmitteln ist klar erkennbar und sollte zur Reduzierung des letzteren führen“, heißt es daher in der Studie.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von einem externen Anbieter, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.
Externer Inhalt
Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung

Sollten nun alle Menschen vegan leben?

„Unsere Ernährungswahl hat einen großen Einfluss auf den Planeten. Die Reduzierung von Fleisch- und Milchprodukten in Ihrer Ernährung kann einen großen Unterschied für Ihren ökologischen Fußabdruck machen“, sagte Hauptautor Scarborough gegenüber der britischen Zeitung „The Guardian“ über das Forschungsergebnis.

Auch interessant: Blaukrabbe wird zur Plage in Italien – drastische Maßnahmen

Mit dieser Studie sind die Wissenschaftler nicht die Ersten, die aufzeigen, welchen Effekt die Fleischindustrie auf die Umwelt hat. Schon in der Vergangenheit hatten Forschende herausgefunden, welche Mengen an Wasser und Fläche für die Fleischproduktion gebraucht werden. Dazu zeigten Studien, dass vegane Ernährung nicht nur der Umwelt hilft, sondern auch förderlich für die Gesundheit ist.

Die im „Nature Food“ veröffentlichte Studie zeigt jedoch nicht nur auf, dass eine vegane Ernährung nachhaltiger ist, sondern sie veranschaulicht auch, dass schon ein geringerer Fleischkonsum den CO2-Ausstoß deutlich reduzieren kann.