VfL Wolfsburg: Gleiches Personal, aber ein anderes Gesicht

Wolfsburg.  Nach dem 1:4 im Top-Spiel gegen die Bayern will der VfL Wolfsburg am Freitag gegen Eintracht Frankfurt zurück in die Erfolgsspur.

Beim 1:4 in München durfte sie schon 45 Minuten ran: Fürs Heimspiel ihres VfL Wolfsburg gegen Eintracht Frankfurt am Freitag ist die Schwedin Fridolina Rolfö (rechts) eine heiße Kandidatin für die Startelf.

Beim 1:4 in München durfte sie schon 45 Minuten ran: Fürs Heimspiel ihres VfL Wolfsburg gegen Eintracht Frankfurt am Freitag ist die Schwedin Fridolina Rolfö (rechts) eine heiße Kandidatin für die Startelf.

Foto: Sven Leifer / imago

Die Spielerinnen des VfL Wolfsburg haben sich kräftig geschüttelt. Doch ob sie den ganzen Frust und die Enttäuschung nach dem 1:4 im Spitzenspiel beim FC Bayern vollständig aus ihren Klamotten bekommen haben, zeigt sich erst am Freitag. Um 19.15 Uhr erwartet das Team von Trainer Stephan Lerch Eintracht Frankfurt im AOK-Stadion. Dann will der Bundesliga-Meister wieder ein anderes Gesicht zeigen – obwohl sich personell nichts verändern wird.

Mangelnde „Effektivität und Durchschlagskraft“ hatte Lerch schon direkt nach Spielschluss am Sonntag in München als Hauptgründe für die überraschend deutliche Niederlage ausgemacht. Nach Studium der Bewegtbilder am Montag hält der 36-Jährige daran fest. Mit dem Spiel in die Tiefe gefährlich vors Tor zu kommen, „das ist uns zu selten gelungen “, kritisiert der VfL-Coach. Zwar hatten seine Wolfsburgerinnen durchaus auch Chancen auf mehr Tore als das eine, das gelingen wollte. „Das kann auch mal reichen“, sagt Lerch. Doch gegen ein Top-Team wie das der Bayern reicht es eben nicht .

Im Angriff hat der VfL seine Problemzone

Das wirft die Frage auf, ob der VfL anerkennen muss, in dieser Saison nicht die stärkste Mannschaft der Liga zu haben. Zumindest im Moment nicht. Vor allem in der Offensive drückt der Schuh. Ohne Anführerin Alexandra Popp, ohne die polnische Torjägerin Ewa Pajor und ohne Nationalstürmerin Pauline Bremer, die allesamt schwerer verletzt sind, fehlt dem Team die Selbstverständlichkeit , mit der es früher auch in den Top-Spielen mit Rückschlägen umging. Lerch lobt zwar die Spielerinnen, die in die Bresche springen, sagt aber auch: „Die Qualität muss auf den einzelnen Positionen auch abgerufen werden. Auf so einem Niveau sind Kleinigkeiten entscheidend .“

Statistisch war der VfL gar nicht so schlecht…

In München hatte der Coach Neuzugang Karina Saevik ins Sturmzentrum beordert. Eine Dreierreihe dahinter, bestehend aus Svenja Huth, Zsanett Jakabfi und Pia-Sophie Wolter, arbeitete der Norwegerin zu. Was in der Vorwoche beim 5:0 gegen Turbine Potsdam noch bestens funktioniert hatte, klappte gegen Tabellenführer Bayern nicht. Auch wenn die Statistik durchaus Vorteile für den VfL sah. Lerch führt sie bei der Bewertung des Auftritts auch ins Feld. „Wir haben kein schlechtes Spiel gemacht, die Spielerinnen haben alles gegeben“, sagt der Coach. Doch das war eben nicht genug.

Lerch muss die richtigen Schlüsse ziehen

Nun gilt es, gegen Frankfurt die richtigen Schlüsse zu ziehen. In München hatte Lerch zur Pause zweimal gewechselt: Shanice van de Sanden ersetzte die glücklose Saevik, und Rekonvaleszentin Fridolina Rolfö spielte anstelle von Jakabfi mit. Prompt lief’s zumindest in der Offensive flüssiger. Möglich, dass die Eingewechselten am Freitag ihre Chance von Beginn an bekommen. Rolfö zumindest ist nach auskurierter Gehirnerschütterung bereit. „Mit ihrer Art und Weise, aber auch als weitere Option hat sie uns gefehlt“, sagt Lerch über die Schwedin, die er auch von Beginn an spielen lassen würde. „Vielleicht noch nicht über 90 Minuten“, schränkt der Coach ein.

Van de Sanden ist noch nicht bei 100 Prozent

Während Rolfö eine Kandidaten für die zweite Offensivreihe ist, könnte van de Sanden ganz vorn für neue Impulse sorgen. Allerdings scheint die Niederländerin noch nicht ganz angekommen zu sein in Wolfsburg. So zumindest kann man Lerchs Aussagen deuten. Der 36-Jährige sagt über van de Sanden: „Wir haben immer noch einen ganz guten Konkurrenzkampf , und da muss man sich auch entsprechen zeigen.“ Klingt so, als habe das die Angesprochene bislang nicht getan. Allerdings verpasste sie auch aus privaten Gründen Einheiten. „Sie ist vielleicht noch nicht bei 100 Proz ent. Da müssen wir sie hinbekommen“, sagt der VfL-Coach vor dem Heimspiel gegen Frankfurt.

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