VfL macht Spaß und hat erste Sorgen

Hannover.  Zum Start in den DFB-Pokal gewinnen die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg vor toller Kulisse mit 11:0 bei Hannover 96 – und beklagen einige Ausfälle.

Stephan Lerchs VfLerinnen siegten bei ihrem Auftakt im DFB-Pokal mit 11:0 bei Hannover 96.

Stephan Lerchs VfLerinnen siegten bei ihrem Auftakt im DFB-Pokal mit 11:0 bei Hannover 96.

Foto: Darius Simka / regios24

Der Lieblingswettbewerb macht den VfL-Fußballerinnen auch zum Auftakt in die neue Runde richtig Spaß: Der Titelverteidiger aus Wolfsburg ist mit einem standesgemäßen 11:0 (7:0)-Erfolg bei Oberligist Hannover 96 gestartet. Vor fast 1700 Zuschauern im Stadion an der Eilenriede sprühte das Team von Coach Stephan Lerch nur so vor Spielfreude und ließ dem Underdog nicht den Hauch einer Chance. Doch auch ein paar Sorgen hatten die Grün-Weißen auf der Heimreise im Gepäck.

Mit Anna Blässe, Pernille Harder, Sara Björk Gunnarsdottir nahm Lerch drei angeschlagene oder verletzte Spielerinnen runter, auch Lena Goeßling humpelte in der Schlussphase vom Spielfeld, die letzten Minuten brachte der VfL in Unterzahl über die Bühne. „Dass sich Anna, Sara und am Ende auch noch Lena in Zweikämpfen verletzt haben, ist sehr bitter für uns. Wir hoffen, dass sie alle schnell wieder fit werden, müssen jetzt aber erst mal die Untersuchungen abwarten“, äußerte der Wolfsburger Trainer leise Kritik an der zum Teil ruppigen Zweikampfführung der 96-Spielerinnen, die trotz turmhoher Unterlegenheit bis zum Umfallen kämpften.

Bereits früh hatten die Wolfsburgerinnen für klare Verhältnisse gesorgt und nach elf Minuten mit 3:0 geführt. Positiv: Auch danach war der Pokalsieger der vergangenen vier Jahre noch nicht satt und spielte immer weiter nach vorn. So verlebte Neuzugang Mary Earps im VfL-Tor einen komplett entspannten Nachmittag. Neben ihr kamen im Laufe der Partie auch Sara Doorsoun und Pia-Sophie Wolter zu ihren Premieren im Wolfsburger Dress – und das in einem ganz besonderen Rahmen.

Denn normalerweise bestreitet der Viertligist seine Spiele in bedeutend kleinerem Rahmen auf einem der Nebenplätze des Nachwuchsleistungszentrums in der Eilenriede. Knapp 1700 Zuschauer – darunter 96-Proficoach André Breitenreiter – schauen sonst nicht zu. „Hut ab davor, was Hannover hier aufgezogen hat. Die Platzbedingungen und die Stimmung waren wirklich stark“, lobte Katharina Baunach. Nach einem schwierigen ersten Jahr beim VfL, in dem sie lange verletzt ausgefallen war, machte sie als Außenverteidigerin ein gutes Spiel und erzielte mit dem 4:0 sogar ihr Premierentor. Ihr Eindruck nach dem Kantersieg – es war übrigens der vierthöchste in der DFB-Pokalgeschichte der Wolfsburgerinnen – „Man hat sehen können, dass wir nach der harten Vorbereitung richtig Lust auf dieses Spiel hatten.“

Für Offensivspielerin Alexandra Popp stand noch ein weiterer Aspekt im Vordergrund: Nämlich, dass sich acht verschiedene Spielerinnen – unter anderem sie selbst – in die Torschützenliste eintrugen. „Wenn wir in der Liga so weitermachen, bleiben wir schwierig auszurechnen“, sagte die Nationalspielerin. Doch bevor es in der Bundesliga am Sonntag (14 Uhr) zu Hause gegen den 1. FFC Frankfurt losgeht, wartet am Mittwoch der Auftakt in der Champions League bei Thor/KA auf Island (Anstoß um 18.30 Uhr), wo der nächste (Kanter-) Sieg eingefahren werden soll.

Lerch war mit dem Spiel zufrieden: „Wir haben das Tempo hochgehalten, Druck erzeugt und früh unsere Tore erzielt. Vieles hat gut funktioniert.“

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder