Endlich: VfL Wolfsburg zittert sich zum ersten Saisonsieg

Wolfsburg.  Beim 2:1 gegen Arminia Bielefeld zeigt der VfL Wolfsburg lange eine solide Leistung, dann wird gezittert. Wermutstropfen: Guilavogui verletzt.

Der Gruß geht nach ganz oben: Wout Weghorst und Maxence Lacroix bejubeln das Tor 1:0 des Niederländers. 

Der Gruß geht nach ganz oben: Wout Weghorst und Maxence Lacroix bejubeln das Tor 1:0 des Niederländers. 

Foto: Darius Simka / regios24

Fast auf den Tag genau acht Monate mussten die Fans des VfL Wolfsburg auf einen Bundesliga-Heimsieg warten. Am 23. Februar hatte das Team von Trainer Oliver Glasner Mainz 05 mit 4:0 aus der VW-Arena geschossen. Seitdem mussten die Wolfsburger warten, sieben Spiele lang – bis Sonntagnachmittag. Da schossen Wout Weghorst (19. Minute) und Maximilian Arnold (20.) den VfL gegen Aufsteiger Arminia Bielefeld mit einem Doppelschlag zum ersten Sieg der Saison, Sven Schipplock (80.) erzielte das 1:2 für die Gäste. Einen Wermutstropfen gab es allerdings für den VfL: Kapitän Josuha Guilavogui musste in Hälfte 1 mit einer Muskelverletzung vom Feld.

Glasner stellt mutiger auf

Nach vier Bundesliga-Remis in Folge und nur zwei erzielten Toren wählte Glasner gegen den Aufsteiger aus Ostwestfalen einen offensiveren, mutigeren Ansatz. Der Trainer aus Österreich zog den spielstarken Angreifer Admir Mehmedi aus dem Sturm ins Mittelfeld des 4-3-3-Systems. Dadurch versprach er sich mehr Offensivdrang aus der Mitte des Felds. In den Wochen zuvor hatte Xaver Schlager in dieser Rolle zu wenig Torgefahr ausgestrahlt. Der 23 Jahre alte Österreicher musste wegen dieser Taktikrochade auf die Bank. Den mit Covid-19 infizierten Josip Brekalo ersetzte Neuzugang Maximilian Philipp, dazu spielte Renato Steffen von Beginn an für Schlager.

Starke Mauertaktik

Nach 12 Minuten hätte sich Glasners Schachzug beinahe schon ausgezahlt. Mehmedi schaltete aus zentraler Position schnell um und schickte Steffen aufs gegnerische Tor. Doch der Schweizer zielte knapp vorbei. Kurz darauf nutzten die Wolfsburger eine Standardsituation zur Führung – und zum ersten Heimtor dieser Saison. Es war eine lukrative Lage für Arnold. 25 Meter Torentfernung, halbrechte Position. Wie gemacht für einen schussgewaltigen Linksfuß wie ihn. Entsprechend baute sich auch die Bielefelder Mauer auf. Arnold lief an, täuschte einen Schuss an, spielte den Ball stattdessen aber flach auf Weghorst, der sich neben der Mauer versteckt hatte. Und weil Steffen clever den nächsten Bielefelder Gegenspieler blockte, war der Niederländer frei durch. Die Folge: Das 1:0 für den VfL. Starke Mauertaktik.

Arnold stört und trifft

Keine 60 Sekunden später legten die Wolfsburger nach. Sie störten den Spielaufbau der Bielefelder ganz früh, Arnold erarbeitet sich den Ball gegen Arne Maier, passte ihn zu Mehmedi. Der gab zurück, und Arnold zimmerte die Kugel zum 2:0 ins Netz. Innerhalb einer Minute hatte Glasners Team die Torausbeute der gesamten bisherigen Saison verdoppelt. Vor der Pause ließ Neuzugang Philipp noch zwei weitere Möglichkeiten aus. Aber die Zwei-Tore-Führung nach 45 Minuten war absolut verdient.

In Hälfte 2 verteidigten die Wolfsburger souverän weiter, etwas tiefer auf dem Platz positioniert als noch im ersten Durchgang. Durch Weghorst und dann Steffen (57.) hätten sie die Partie beinahe endgültig entschieden. Doch Bielefelds Keeper Stefan Ortega stand beide Male richtig. In Minute 74 traf Verteidiger Maxence Lacroix nach einer Ecke noch den Pfosten. Klar: Glasners Team dominierte den Aufsteiger, baute die Führung aber nicht aus. Und das rächte sich in Minute 80.

Lesen Sie auch:

VfL Wolfsburg: Josuha Guilavogui muss verletzt ins MRT

VfL zittert sich zum Sieg

Der kurz zuvor eingewechselte Schipplock brachte den Aufsteiger wieder auf 1:2 heran. Und dann begann das große Zittern. Manuel Prietl hätte beinahe das 2:2 erzielt, doch der Schuss des Mittelfeldspielers kullerte an den Pfosten. Knappe Kiste. Die Wolfsburger brachten ihre Führung vor 4519 Zuschauern in der VW-Arena aber über die Zeit.

Jetzt zu Bruno

Für den VfL geht es am Sonntag von 18 Uhr an weiter mit der Partie bei Hertha BSC und Ex-Coach Bruno Labbadia, Bielefeld empfängt tags zuvor Borussia Dortmund.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder