Fan-Rückkehr beim VfL: „Es war ein tolles Erlebnis“

Wolfsburg.  Obwohl zum Bundesliga-Auftakt in der VW-Arena nur 500 Zuschauer zugelassen waren, sah Coach Oliver Glasner einen positiven Effekt auf das Team.

Die VfL-Profis bedankten sich vor der Gegengerade bei den 500 beim Bundesliga-Start gegen Leverkusen zugelassenen Wolfsburger Fans.

Die VfL-Profis bedankten sich vor der Gegengerade bei den 500 beim Bundesliga-Start gegen Leverkusen zugelassenen Wolfsburger Fans.

Foto: Darius Simka / regios24

Leere Straßen rund um die und viele leere Plätze in der VW-Arena – und doch war es der erste Mini-Schritt in Richtung Normalität inmitten der Corona-Pandemie. Zum Auftakt der neuen Bundesliga-Saison empfing der VfL Wolfsburg Bayer Leverkusen (0:0) und 500 Zuschauer in seinem Stadion. Anfeuerung von den Rängen in einem Heimspiel – das hatten die VfL-Profis zuletzt am 7. März beim 0:0 gegen RB Leipzig. Es war ein Anfang.

Dabei war es schon skurril. Hätte vor dem VIP-Eingang der Arena kein Sicherheitspersonal gestanden, es wäre einem zufällig vorbeikommenden Jogger wohl gar nicht aufgefallen, dass ein paar Meter weiter ein Bundesliga-Spiel stattfindet. Die aufgrund der niedersächsischen Corona-Verordnung zugelassenen 500 Zuschauer nahmen Platz auf der Gegengerade, auf der sie von den Profis beim Warmmachen auch mit Applaus begrüßt wurden. Schließlich hatte man sich länger nicht gesehen.

Anders als die Spieler mussten die 500 Fans die gesamten 90 Minuten lang Abstand halten, durften aber zumindest auf ihrem Sitzplatz ihre Gesichtsmasken abnehmen. Die Stimmung war natürlich nicht vergleichbar mit der einer ausverkauften Arena. Aber die glücklichen 500 Gewinner der Ticketverlosung versuchten so gut es ging, einen Hauch Fußball-Atmosphäre herzustellen. Dabei soll es auch zu keinen nennenswerten Verstößen gegen das Hygienekonzept gekommen sein.

Trainer Oliver Glasner jedenfalls war angetan davon, dass es wieder eine Kulisse gab: „Man schätzt es eben erst, wenn man es eine lange Zeit nicht mehr hatte. Vor einem Jahr wären 500 Zuschauer eine Voll-Katastrophe gewesen, aber jetzt freuen wir uns riesig darüber.“ Und weiter sagte der Österreicher: „Sich zu Hause allein zu freuen, ist nur halb so schön. Auch wenn es nur 500 Zuschauer waren, war es ein tolles Erlebnis.“ Die wenigen zugelassenen Fans hätten auch schon wieder einen Effekt gehabt, so der Coach: „Wir hatten Mitte der zweiten Halbzeit eine Phase, in der Leverkusen uns hinten reingedrückt hat. Da sind die Fans laut geworden und haben uns wieder nach vorne gepusht. Das sind diese nicht messbaren Effekte. Es war sehr, sehr schön.“

Beim VfL hoffen sie, dass die Rückkehr der Fans erst der Anfang gewesen ist. Im Heimspiel gegen den FC Augsburg am 4. Oktober sollen dann bestenfalls 6000 Zuschauer dabei sein dürfen – wenn das Infektionsgeschehen in der Stadt es denn zulassen sollte. Glasner meint mit Blick auf die kommenden Partien: „Wir freuen uns, wenn die Stadien Stück für Stück wieder voller werden.“

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