Ralph Gunesch: Unmöglich ist es für den VfL Wolfsburg nicht

Wolfsburg.  Dazn-Experte und Ex-Profi Ralph Gunesch traut dem VfL gegen Donezk etwas zu. Den Titel in der Europa League aber eher nicht.

Ralph Gunesch.

Ralph Gunesch.

Foto: TEAM2 via www.imago-images.de / imago images/Team 2

Auch für den Experten ist die Vorbereitung aufs Achtelfinal-Rückspiel der Europa League zwischen Schachtar Donezk und dem VfL Wolfsburg außergewöhnlich. Anschauungsmaterial gab es für Ralph Gunesch, (36) der die Partie bei Dazn (Anstoß 18.55 Uhr) kommentieren wird, in den vergangenen Wochen schließlich auch nur bedingt. Der ehemalige Profi, der für St. Pauli, Mainz und Ingolstadt in Bundesliga und 2. Bundesliga spielte, traut den Wolfsburgern den Einzug ins Finalturnier der Europa League trotz der Hinspiel-Niederlage noch zu. Die Sendung in der „Goal Zone“ von Dazn beginnt um 18.40 Uhr.

Herr Gunesch, welchen Wert hat das Hinspiel, das Donezk mit 2:1 in Wolfsburg gewann, heute noch?

Emotional ist das natürlich weg. Die Partie ist mittlerweile fast fünf Monate her. So eine Situation kennt kaum ein Fußballer. Nur das Ergebnis spielt noch eine Rolle. Das wird schwer, weil Donezk nach der Corona-Unterbrechung in der Liga sehr, sehr gut unterwegs war. Aber unmöglich ist es für den VfL nicht.

Wie kompliziert ist die Vorbereitung auf dieses Spiel?

Der VfL ist seit zehn, elf Tagen im Training und hat ein aussagekräftiges Testspiel gegen Leipzig absolviert. Mehr ging nicht. Die Frage wird dennoch sein: Wo stehen wir? Wie sind wir drauf? Alle Vereine sind auf Standortsuche. Das wird Oliver Glasner und dem VfL auch so gehen.

Wie also vorgehen?

Die eigenen Spieler so gut wie möglich auf das vorbereiten, was kommt. Maximilian Arnold hat gesagt, dass er am ersten Trainingstag Krach mit dem Ball hatte. Das kenne ich gut. Es ist aber ganz normal nach so einer Pause, und das Gefühl kommt schnell zurück. Es gibt nach der langen Unterbrechung dennoch eine schwierige Konstellation.

Und wie schätzen Sie Donezk ein?

Schachtar ist seit Anfang Juni im Wochen-Rhythmus dabei und hat sich den Meistertitel geholt. Aus den Spielen kann der VfL einige Informationen herausziehen. Ich denke nicht, dass Donezk nun viele Dinge verändern wird. Auf die kann man sich vorbereiten.

Was wird entscheidend sein?

Für mich liegt der Schlüssel in der Flexibilität der Teams. Wie reagiert die eine Mannschaft auf das, was die andere ihr auf dem Rasen anbietet? Es gibt weniger Vorbereitungsmöglichkeiten als sonst. Das schnelle und individuelle Handeln auf dem Platz rückt so in den Vordergrund. Klar ist für den VfL: Sie brauchen zwei Tore. Hinten reinstellen und abwarten funktioniert nicht.

Wo sehen Sie die Stärken des VfL?

Mir gefällt die Sachlichkeit unter Oliver Glasner. Man weiß ziemlich genau, was man vom VfL bekommt, weil die Mannschaft ein sehr hohes Grundniveau hat, das sie sehr stabil abruft. Sie kassieren relativ wenige Gegentore, erzielen aber auch nicht besonders viele. Wolfsburg steht für Verlässlichkeit. Aber nicht für Spektakel.

Wer ist der Favorit der Europa League?

Inter Mailand und Manchester United. Auch Sevilla kann eine große Rolle spielen. Die deutschen Mannschaften sehe ich noch nicht so weit, dass sie besser als vor allem Inter und United sind. Aber: Schauen wir mal, wie der VfL aus der Pause kommt. Wenn der Klub schnell in Form kommt und Donezk aus dem Weg räumt, ist viel möglich. Dann habe ich mich gerne geirrt (lacht).

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