Auch Bayern dachte über VfL-Zugang Pongracic nach

Wolfsburg.  Doch der 22-Jährige kam zum VfL. Allerdings mit „erheblichem Trainingsrückstand“, wie Glasner sagt. Pongracic muss noch einen Rückstand aufholen.

Marin Pongracic (links) mit Oliver Glasner.

Marin Pongracic (links) mit Oliver Glasner.

Foto: LARS LANDMANN / regios24

Auch der FC Bayern hatte offenbar Interesse, berichtet der „Kicker“. Doch Marin Pongracic entschied sich gegen den Rekordmeister und für den VfL Wolfsburg. Seit Mittwoch ist der 22 Jahre alte Deutsch-Kroate Teil des Teams von Oliver Glasner.

Auf den ersten Einsatz in seinem neuen Trikot muss der Verteidiger, der für rund zehn Millionen Euro von RB Salzburg kam, aber noch warten. „Er hat ein sehr verletzungsintensives Jahr hinter sich“, sagt der Trainer über seinen Neuzugang. „Daher hat er noch erheblichen Trainingsrückstand.“ Beim Rückrunden-Auftakt des VfL in Köln am Samstag (15.30 Uhr) wird Pongracic sicher fehlen. „Wir wollen ihn langsam aufbauen, damit er wieder seine volle Leistungskraft zeigen kann. Das geht nicht in drei Tagen“, sagt Glasner. „Und sicher auch nicht in zehn Tagen.“

Pongracic hat großen Nachholbedarf, weil er wegen muskulärer Probleme im Oberschenkel in der Salzburger Hinrunde nur auf sieben Einsätze kam. „Dazu ist RB gerade erst wieder ins Training eingestiegen, weil die Winterpause in Österreich länger ist als in Deutschland“, sagt Glasner. „Daher hat Marin seit fünf Wochen kein Mannschaftstraining mehr absolviert.“

Beim VfL hat der Neue nun allerdings losgelegt. Während seine Kollegen nach der Einheit am Donnerstagvormittag die Belastung runterfuhren, legte Pongracic nachmittags noch eine Extraschicht ein. Sein physischer Rückstand auf die Kollegen soll möglichst schnell dahinschmelzen – und dann erhofft sich Glasner eine hochqualitative Ergänzung in der Abwehrreihe.

Der 45 Jahre alte Österreicher kennt den kroatischen Junioren-Nationalspieler noch als Gegner in der Bundesliga. „Wenn er topfit ist“, schwärmt Glasner von Pongracic, „hat er eine unglaubliche Physis mit seinen 1,90 Metern und ein unglaubliches Tempo. Außerdem ist seine Spieleröffnung sehr stark, und er ist für sein junges Alter schon sehr, sehr weit.“ Es ist ein Lob aus berufenem Munde. Doch bis der Neue, der in Landshut geboren wurde, fit ist, werden noch einige Wochen vergehen.

Bis dahin wird die Abwehrkette, die nun in der Rückrunde anders als noch zum Hinrundenstart nur noch aus zwei und nicht mehr aus drei Innenverteidigern bestehen wird, von John Anthony Brooks und Marcel Tisserand gebildet – wenn sie denn fit sind. Dahinter stehen mit Robin Knoche und Jeffrey Bruma zwei Alternativen bereit, die aber das Nachsehen haben. Knoches Vertrag läuft aus, die Gespräche über eine Verlängerung über den Sommer hinaus laufen, scheinen aber nicht besonders aussichtsreich zu sein. Und Bruma hat bei seinen Vorgesetzten für Unverständnis gesorgt, als er im Trainingslager offen über einen Abschied sinnierte. Möglich, dass im Winter noch ein Abgang in der VfL-Abwehr ansteht. Druck hat der Klub durch die Verpflichtung Pongracic’ auf der Position nicht mehr.

Der 22-Jährige könnte am Sonntag sein inoffizielles Debüt feiern. Da testet der VfL von 11 Uhr an im AOK-Stadion gegen Hannover 96. Ob der Neue spielen wird, entscheidet sich kurzfristig.

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