VfL Wolfsburg testet gegen Holstein Kiel die Viererkette

Wolfsburg.  Brooks und Otavio feiern ihre Comebacks gegen den Zweitligisten. Der Trainer „will Erkenntnisse ziehen“ aus der Abwehrformation.

Oliver Glasner.

Oliver Glasner.

Foto: Christian Schroedter via www.imago-images.de / imago images/Christian Schroedter

Oliver Glasner hat sich als Hardliner erwiesen, was seine taktische Linie angeht. In ausnahmslos allen Pflicht- und Testspielen ließ der 45 Jahre alte Trainer seine Mannschaft mit einer Dreierkette in der Abwehr auflaufen. Heute im Testspiel gegen Holstein Kiel (16 Uhr, Trainingsplatz vor der VW-Arena) allerdings werden die Wolfsburger mit einer Viererkette agieren. Zwar ist die Umstellung auch personeller Natur geschuldet, da Josuha Guilavogui und Marcel Tisserand geschont werden sollen. „Aber ich will auch sehen, ob das funktioniert. Ich will Erkenntnisse sammeln“, sagt der Trainer. John Anthony Brooks wird nach seinem Muskelfaserriss im Oberschenkel wieder spielen und die eine Position bekleiden, Robin Knoche die andere.

Eine andere taktische Variante kann nicht schaden. Dass die VfL-Defensive mit nur vier Gegentoren die beste der Liga ist, spricht für die akribische Organisationsarbeit des Trainers. Da das bevorzugte Abwehrsystem mittlerweile zu sitzen scheint, kann Glasner nun in der Partie gegen Kiel eine weitere Möglichkeit testen. Mit zwei funktionierenden Formationen wäre seine Mannschaft weniger berechenbar und könnte zudem während eines Spiel auf den Verlauf oder den Gegner mit eigenen Umstellungen reagieren.

Neben Brooks wird auch Paulo Otavio gegen Holstein auf dem Rasen stehen. Der linke Verteidiger, der im Sommer von Zweitliga-Absteiger FC Ingolstadt zum VfL gekommen war, hatte sich am Ende der Vorbereitung verletzt. Den Brasilianer plagten seitdem muskuläre Probleme in den Adduktoren, die mittlerweile überwunden sind. Der 24-Jährige war als Alternative für Jérôme Roussillon verpflichtet worden, damit der Franzose sich Ruhepausen gönnen kann. In Otavios Abwesenheit hatte Renato Steffen den Ersatz für Roussillon gegeben.

Der Franzose, der eine brillante Vorsaison hingelegt hatte, kommt in dieser Spielzeit noch nicht so richtig ins Rollen. Die Gewöhnung an das 3-4-3-System, in dem er auf der linken Seite für Offensive wie Defensive verantwortlich ist, fällt ihm nicht leicht. Zuletzt hatte er wegen muskulärer Probleme in der Wade die Bundesliga-Partie gegen Union Berlin (1:0) verpasst. Auch gegen Kiel wird Roussillon noch aussetzen. Glasner: „Es wurden zwei MRT-Untersuchungen bei ihm gemacht. Er hat nichts Strukturelles, aber noch immer Schmerzen.“ Daher pausiert Roussillon weiter.

Um die Profis zu entlasten, sind vier U23-Kicker dabei: Tim Siersleben, Luca Horn, Jannis Heuer und Mamoudou Karamoko. Im Tor werden sich Phillip Menzel und Lino Kasten abwechseln. Neben Tisserand und Guilavogui soll auch Maximilian Arnold eine Pause erhalten.

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