Weghorst: Top-Einsatz trotz schwerer Prellung

Wolfsburg.  Zum Bundesliga-Auftakt des VfL Wolfsburg gegen den 1. FC Köln am Samstag soll der niederländische Stürmer wieder zur Verfügung stehen.

VfL-Stürmer Wout Weghorst (rechts) hat sich im Pokalspiel in Halle trotz schwerer Prellung durchgebissen.

VfL-Stürmer Wout Weghorst (rechts) hat sich im Pokalspiel in Halle trotz schwerer Prellung durchgebissen.

Foto: Hendrik Schmidt / dpa

Sein rechter Knöchel war dick bandagiert, als er als einer der letzten Spieler aus der Kabine kam. Wout Weghorst hatte aus dem Erstrunden-Pokalspiel bei Drittligist Hallescher FC eine schwere Prellung am Sprunggelenk davongetragen. Doch der Stürmer des VfL Wolfsburg winkte noch am späten Montagabend ab – bis zum Bundesliga-Auftakt am Samstag (15.30 Uhr) gegen den 1. FC Köln werde es schon wieder gehen. Der Einsatz des Niederländers war einmal mehr vorbildlich, gerade wenn man bedenkt, dass er sich kurz nach der Pause verletzte, auf die Zähne biss und durchspielte. Klar wurde: Der Stürmer will in seinem zweiten Jahr beim VfL noch einmal eine Schippe drauflegen.

Es lief die 54. Minute, es passierte kurz vor dem 2:2, da bekam Weghorst einen Tritt auf die Ferse. Er ließ sich am Spielfeldrand behandeln, wurde dann aufgefordert, den Platz zu verlassen – und musste von draußen mitansehen, wie Halle nach einem Standard den Ausgleich erzielte. Besonders der groß gewachsene Niederländer wurde im eigenen 16er schmerzlich vermisst. „Ich glaube, das war ein Fehler“, sagte er hinterher über die Entscheidung des Schiedsrichters, ihn nicht aufs Feld zurückzulassen.

Weghorst konnte es aber später verschmerzen. Denn seine Mannschaft hatte Moral bewiesen und das Erstrunden-Aus gegen den frechen Drittligisten vermieden. „Es war alles drin“, sagte er über den 120-Minuten-Auftritt zuvor. „Es sind keine einfachen Spiele in der ersten Pokalrunde“, meinte er hinterher. Umso wichtiger sei gewesen, dass der VfL „Mentalität gezeigt“ habe. „In Unterzahl zweimal getroffen zu haben, war sehr wichtig und auch stark“, so der Niederländer.

Er selbst ging einmal mehr mit gutem Beispiel voran. Wie er selbst in der 117. Minute noch in vorderster Front zum Pressing ansetzte, war schon beeindruckend. Doch er erklärte: „Es war gerade in Unterzahl wichtig, Druck zu machen. Sonst hätte Halle jeden Ball lang schlagen können und für unsere Verteidiger ist es noch schwerer zu verteidigen.“

Seine Einsatzbereitschaft kommt auch bei den Teamkollegen bestens an. Josuha Guilavogui befand: „Ich bin immer noch sehr überrascht. Es ist überragend, was Wout für die Mannschaft macht.“ Der Kapitän sagte weiter: „Er hat eine sehr hohe Laufbereitschaft, damit ist er für uns alle, auch für mich ein Vorbild.“

Für seine großen Mühen hätte sich Weghorst in der Nachspielzeit der Verlängerung fast noch mit seinem zweiten Treffer belohnt. Diesen verpasst zu haben, sei einer der wenigen Makel, den er nach diesem großen Fight in Unterzahl ausmachen konnte. „Da fehlte mir am Ende ein bisschen die Kraft“, sagte er. Fast klang es entschuldigend. Einen Anlass hätte es dafür aber gar nicht gegeben. Denn Weghorst hat im ersten Pflichtspiel der neuen Saison gleich einmal wieder angedeutet, dass er einem starken ersten Jahr beim VfL ein noch besseres zweites folgen lassen will. Er versprach: „Ich lasse nicht locker.“ Da mag man auch nicht glauben, dass ihn zum Bundesliga-Auftakt gegen den Aufsteiger sein dicker Knöchel stoppen kann.

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