Glasners Fazit: „Im Grunde ein sehr positiver Auftritt“

Halle.  Der neue Coach des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg streicht nach dem Pokalsieg in Halle das heraus, was gut gelaufen ist.

Trainer Oliver Glasner (rechts) war insgesamt zufrieden mit dem Auftritt seines VfL in Halle.

Trainer Oliver Glasner (rechts) war insgesamt zufrieden mit dem Auftritt seines VfL in Halle.

Foto: Darius Simka / regios24

In diesem Debüt steckte wirklich fast alles drin: Erst nach Rückstand zurückgekommen, dann zweimal eine Führung verspielt – und am Ende noch in Unterzahl die nächste Runde erreicht. Oliver Glasner, der neue Trainer des VfL Wolfsburg, dürfte beim 5:3 n. V. beim Halleschen FC fünf Tage vor dem Bundesliga-Start gegen Aufsteiger 1. FC Köln viele Dinge gesehen haben, die ihm so gar nicht gefallen haben. Und doch zog der 44-jährige Österreicher nach 120 turbulenten Minuten ein zufriedenes Fazit nach seinem ersten Pflichtspiel.

„Ich bin sehr zufrieden, obwohl nicht alles gut gelaufen ist“, sagte der Coach auf der Pressekonferenz. Dabei stellte Glasner vor allem die Dinge in den Vordergrund, die gut gelaufen sind. So lobte er die Spielkontrolle in Durchgang 1, die schnelle Reaktion auf das 0:1, das Wout Weghorst nur 69 Sekunden später egalisierte und vor allem auch, wie seine Mannschaft nach Gelb-Rot für Kapitän Josuha Guilavogui in der Verlängerung reagiert hat: „Welches Spiel wir dann in Unterzahl gezeigt haben, dafür zolle ich meiner Mannschaft großen, großen Respekt, das war unglaublich“, sagte Wolfsburgs Trainer.

Vor dem Spiel, so verriet Glasner hinterher, hatte er seiner Mannschaft Folgendes mit auf den Weg gegeben: „Ich habe den Spielern gesagt: ,Egal, was passiert, wir ziehen unser Ding durch.’ Das haben die Spieler auch gemacht.“ Dass sein Team trotz der Rückschläge immer wieder zurückkam und nicht aufsteckte, imponierte dem Trainer. „Das Kämpfen füreinander, dieser unbedingte Wille – das ist die Basis für alles, darauf wollen wir aufbauen.“ Außerdem freute es ihn, dass seine Mannschaft die nötige Fitness an den Tag legte, und auch zu zehnt über 120 Minuten kaum Abnutzungserscheinungen zeigte. „Es war gut zu sehen, dass die Spieler fit sind“, so Glasner.

Da konnte er es auch verschmerzen, dass seine Mannschaft vor allem defensiv noch einige Wünsche offenließ. Das Verhalten bei den Gegentoren, die aus Sicht des Trainers unglücklich gefallen sind, konnte ihm nicht gefallen haben. Auch wenn Maximilian Arnold zugab: „Die drei Gegentore haben schon weh getan, es war ein Stück weit Unkonzentriertheit. Das hängt nicht mit dem neuen System zusammen.“

Das 3-5-2-System, das Glasner seinen Spielern in der Vorbereitung eingeimpft hat, griff nicht immer gegen den tiefstehenden Drittligisten. Und doch haben die Wolfsburger fünf Tore erzielt – und das hat auch dem Coach gefallen. „Halle gehört zu den Mitfavoriten um den Aufstieg, sie bekommen fast keine Gegentore, und wir haben fünf geschossen“, merkte er an. In vier Drittliga-Spielen waren es erst zwei Gegentreffer, die der HFC kassiert hat.

Auch die Joker haben sich gleich gut eingefügt, für Renato Steffen, der das 5:3 auflegte, und den Torschützen Josip Brekalo hatte Glasner nach seinem Debüt dann auch ein Sonderlob parat: „Das soll uns auch auszeichnen.“ Und so schloss der Österreicher nach seinem ersten Pflichtspiel für den VfL: „Im Grunde war es ein sehr positiver Auftritt.“ Auch wenn noch lange nicht alles geklappt hat – und vor dem ersten Liga-Spiel gegen Köln noch einiges an Arbeit auf die Wolfsburger wartet.

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