Tingeltour durch Liga 4 statt Oho-Momente im Oberhaus

Wolfsburg  Palacios-Martinez schoss in der VfL-Jugend alles kurz und klein, ging nach Leipzig – kommt aber nicht weiter.

Hier bejubelt Federico Palacios Martinez eines seiner 48 Tore für die U19 des VfL. Hinten feiert unter anderen Maximilian Arnold.

Hier bejubelt Federico Palacios Martinez eines seiner 48 Tore für die U19 des VfL. Hinten feiert unter anderen Maximilian Arnold.

Foto: Imago

Für Paul Seguin (21) ist er der beste Stürmer, mit dem er im Juniorenbereich gespielt hat. Seine Zahlen unterstreichen dieses große Lob: Federico Palacios-Martinez hat in 43 A-Junioren-Bundesliga-Partien 48 Tore für den VfL Wolfsburg erzielt: ewiger Rekord. „Das war schon nicht mehr normal. An die Quote kommt so schnell keiner wieder heran“, erinnert sich Seguin an seinen Ex-Kollegen, mit dem er noch regelmäßig Kontakt hat.

Denn Palacios-Martinez hat die U19 der „Wölfe“ im Januar 2014 in Richtung RB Leipzig verlassen. Bis dahin hatte er in der Bundesliga-Hinrunde in 14 Spielen 29 Tore erzielt. Und obwohl er in der Rückrunde im A-Junioren-Oberhaus nicht mehr auflief, wurde er Torschützenkönig – zum zweiten Mal in Folge.

Sein Weg schien vorgezeichnet: In Leipzig, damals noch Drittligist, sollte der 18 Jahre alte Stürmer langsam an den Männerbereich herangeführt werden. Trainer Alexander Zorniger freute sich auf „ein deutsches Top-Talent“ und auf einen „ausgewiesenen Torjäger“. Aber Palacios-Martinez konnte seinen steilen Aufstieg nicht fortsetzen. In seiner Premierensaison kam er fünfmal zum Einsatz, traf aber nicht. Leipzig stieg auch ohne ihn in Liga 2 auf.

Auch eine Etage weiter oben setzte Palacios-Martinez keine Ausrufezeichen. In der Hinrunde stand er nur zweimal auf dem Rasen, half sonst in der Oberliga-Reserve aus. Die Folge: Nur ein Jahr nach seinem Abgang aus Wolfsburg wurde der damals 19-Jährige verliehen. In die dritte Liga zu Rot-Weiß Erfurt. Achtmal stand er auf dem Rasen für Rot-Weiß. Da ihm aber kein Tor gelang, verlängerten die Erfurter den Leihvertrag nicht. Palacios-Martinez kehrte zu RB zurück. Und während die erste Mannschaft mittlerweile in der Bundesliga für Furore sorgt, tingelt der absolute Topspieler der Juniorenteams nun in der Regionalliga für Leipzigs U23 über die Dörfer.

Wie konnte es soweit kommen? Seguin hat eigentlich keine Erklärung dafür: „,Rico’ ist ziemlich klein (1,70 Meter, Anm. d. Red.), und Männerfußball ist noch einmal etwas anderes als im Juniorenbereich. Aber ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass er in seiner Entwicklung so stagniert ist.“

Seguin hat mittlerweile Bundesliga-Luft geschnuppert, Palacios-Martinez nicht – obwohl die Vorzeichen gänzlich andere waren. leha

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