VfL-Sprinter Almas bestätigt seine starke Form

Wolfsburg.  In Wetzlar ist nur Top-Star Julian Reus schneller als der Sprinter des VfL Wolfsburg, der pünktlich zur DM in Braunschweig immer besser drauf ist.

Deniz Almas (rechts) vom VfL Wolfsburg musste sich in Wetzlar nur dem deutschen Topstar über 100 m, Julian Reus (links), geschlagen geben.

Deniz Almas (rechts) vom VfL Wolfsburg musste sich in Wetzlar nur dem deutschen Topstar über 100 m, Julian Reus (links), geschlagen geben.

Foto: Oliver Vogler / Oliver Vogler/Jan Huebner

Die Freiluft-Saison der Leichtathleten hat im Grunde gerade begonnen und ist nur noch drei Wochen von ihrem Höhepunkt entfernt. Da internationale Wettkämpfe wegen der Corona-Pandemie so gut wie nicht stattfinden, konzentriert sich fast alles auf die deutschen Meisterschaften in Braunschweig am 8. und 9. August. Das gilt auch für Deniz Almas. Und der Topsprinter des VfL Wolfsburg ist pünktlich auf dem Weg zur Bestform.

Deniz Almas, der deutsche Hallenmeister über 60 Meter, macht auch draußen unmittelbar dort weiter, wo er im Winter aufgehört hatte. Bereits in der Vorwoche war der 23-Jährige in Dresden eine persönliche Bestzeit über 100 Meter und gleichzeitig Jahresbestleistung (gemeinsam mit Deutschlands bestem Sprinter Julian Reus) gelaufen (10,24 Sekunden). Im Vorlauf des Meetings „fast arms, fast legs“ in Wetzlar lief Almas 10,36 Sekunden, war damit Zweitschnellster hinter Reus.

VfL-Sprinter Almas: „Zwei sehr solide Läufe“

Nach dem Finale standen dann 10,38 Sek. und Rang 2 hinter dem Erfurter Reus (10,33 Sek.). „Technisch“, so der in Leipzig am Olympiastützpunkt trainierende VfLer, „war ich etwas unzufrieden. Der Start war für meine Verhältnisse eher schlecht.“ Die gute Nachricht: Dieses Mal legte er auf den letzten Metern noch einmal zu – eine neue Qualität des Nationalkader-Athleten. Er sagte zufrieden: „Das waren zwei sehr solide Läufe.“

Und weil Wetzlar für ihn ohnehin schon gut lief, wagte er sich keine zwei Stunden nach dem 100-m-Finale auch noch auf die 200-m-Strecke, wo er seine Bestzeit gleich um mehrere Hundertstel steigern konnte und nun bei starken 20,88 Sek. steht. Das reichte zu Platz 3 in Wetzlar hinter dem deutschen Meister Steven Müller (20,72 Sek.) und Robin Erewa (20,86 Sek.). „Das war für Deniz wieder ein super Wochenende“, lobte VfL-Trainer Werner Morawietz, der vor dem heimischen Computer mitgefiebert hat.

Seit VfL-Wechsel ein großer Sprung nach vorne

Der Wechsel nach Wolfsburg im Herbst 2018 hat sich bisher voll ausgezahlt für Almas, der schon vorher als Riesentalent gegolten hatte. Vor allem im letzten Jahr hat er noch einmal einen Riesensatz gemacht, angesichts der Verschiebung der Olympischen Spiele wegen der Corona-Pandemie dürften seine Hoffnungen auf einen Start in Tokio im Sommer 2021 weiter wachsen. Woran die große Leistungssteigerung liegt? „Der Hauptgrund ist sicherlich, dass ich in diesem Jahr durchtrainieren konnte. Am Stützpunkt in Leipzig war ich durch die Corona-Pandemie im Training nicht sonderlich eingeschränkt.“

Auch kleinere Blessuren, die ihn immer mal ausgebremst hatten, gehören aktuell der Vergangenheit an. Durch seinen Platz in der Sportfördergruppe der Bundeswehr kann er sich seit vergangenem Jahr noch besser auf Topleistungen auf der Bahn konzentrieren. „Lauftechnisch habe ich auch viel umgestellt und weiter auf gesunde Ernährung gesetzt“, erklärt er.

Vor der DM in Braunschweig geht’s in Weinheim auf die Strecke

Bevor er in knapp drei Wochen in Braunschweig nach den DM-Medaillen greifen will, könnten noch einmal Bestzeiten purzeln. Die DM-Generalprobe steigt für die deutschen Top-Athleten am 1. August bei der Kurpfalz-Gala in Weinheim. Die Bahn ist schnell, die Konkurrenz stark. Gepaart mit gutem Wind kann das ein wirksames Rezept sein, um von den Zeiten noch einmal nachzulegen.

Almas war nicht der einzige VfL-Sprinter, der an diesem Wochenende im Einsatz war. Michel Meißner holte sich in Osterode mit etwa eineinhalb Sekunden Rückstand Rang 2 über 400 m, wäre aber gerne schneller gewesen als die 49,49 Sekunden, die ein gutes Stück von seinem Bestwert (48,85 Sek.) entfernt lagen. Morawietz meinte: „Das war nicht ganz so gut, es hätte gern eine Sekunde schneller sein dürfen.“ Über 100 m lief Meißner im Anschluss in 10,71 Sek. zu Platz 1. Doch auch hier war er ein gutes Stück von der Bestzeit entfernt.

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