Wolfsburgs Indoor-Sportler froh über Re-Start am Montag

Wolfsburg.  Das Land Niedersachsen lockert die Corona-Regelungen weiter, erlaubt die Öffnung der Hallen. In der VW-Stadt verzögert sie sich aber.

Wolfsburgs Sporthallen werden nächste Woche unter Auflagen wieder geöffnet, auch fürs Trampolinturnen, aber nicht für Zuschauer.

Wolfsburgs Sporthallen werden nächste Woche unter Auflagen wieder geöffnet, auch fürs Trampolinturnen, aber nicht für Zuschauer.

Foto: Anja Weber / regios24

Der nächste Schritt zurück aus der Corona-Starre hinein in den Freizeitsport-Alltag erfolgt am Montag. Nachdem am 6. Mai bereits alle Freiluft-Anlagen geöffnet werden durften, erlaubt das Land Niedersachsen nun auch wieder den Sport in der Halle unter Einhaltung der geltenden Abstands- und Hygiene-Regelungen. Die Stadt Wolfsburg schließt sich den Lockerungen an. Aber: Die städtischen Hallen werden wohl frühestens Mitte nächster Woche nutzbar sein. Trotzdem freuen sich die Vereine auf den Re-Start, wie unsere Umfrage ergab.

„Der Geschäftsbereich Sport bereitet die Öffnung der städtischen Sporthallen derzeit intensiv vor, um diese mit Blick auf die epidemiologischen Empfehlungen und die Gegebenheiten vor Ort den Sportlerinnen und Sportlern wieder zur Verfügung stellen zu können“, teilte Sportdezernentin Monika Müller in einer städtischen Pressemitteilung am Freitag mit.

Weiter heißt es in dem Schreiben: „Im Laufe der kommenden Woche erhalten die Sportvereine dazu dann die konkreten Regelungen zu Sicherheit, Abstand und Hygiene für die Nutzung der Sporthallen. Auch über weitere Details zur Öffnung der Hallen wird dann informiert.“ Das heißt aber auch: In Wolfsburg verzögert sich die Öffnung.

Die Niedersächsische Verordnung zum Schutz vor Neuinfektionen mit dem Corona-Virus wird jedenfalls erneut geändert. Das Inkrafttreten der Verordnung ist für Montag geplant, verlautete zuvor bereits aus dem niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport.

Minister Boris Pistorius erklärte schon einmal: „Nach der Öffnung der Sportanlagen im Freien folgen am Montag die Sporthallen. Die Abstands- und Hygieneregeln sind auch in der Phase der Lockerungen das Gebot der Stunde, um sich vor einer Infektion mit dem Corona-Virus zu schützen und um eine neuerliche Schließung zu verhindern. Diese Herausforderung werden auch die Fitnessstudios meistern müssen, die ebenfalls ab Montag ihre Türen für ihre Mitglieder wieder öffnen dürfen.“

Unter folgenden Voraussetzungen – so die Vorgabe des Landes – soll die Sportausübung auf und in öffentlichen und privaten Sportanlagen wieder möglich sein:

Die Sportausübung muss kontaktlos zwischen den beteiligten Personen erfolgen.

Ein Abstand von mindestens zwei Metern muss eingehalten werden.

Die Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen müssen auch in Bezug auf gemeinsam genutzte Sportgeräte durchgeführt werden.

Die Umkleidekabinen, Dusch- und Waschräume – ausgenommen Toiletten – müssen geschlossen bleiben.

Warteschlangen beim Zutritt zur Sportanlage sind zu vermeiden.

Zuschauer sind nach wie vor ausgeschlossen.

Wettkämpfe werden möglich sein, wenn diese die Voraussetzungen konsequent und uneingeschränkt einhalten. Dies werden nach wie vor die Individual- und Einzelsportarten besser können. Vor der Ausrichtung des Wettkampfes sollte aber immer ein Kontakt mit dem zuständigen Gesundheitsamt aufgenommen werden, um mögliche Fragestellungen zu klären und das weitere Vorgehen zu besprechen.

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Das sagen betroffene Wolfsburger Vereinsverantwortliche und -trainer zu den Lockerungen:

Bianca Baumgärtner, Abteilungsleiterin fürs Trampolinturnen des MTV Vorsfelde: „Wir haben vor vier Wochen bereits mit unseren Trainern auf der Basis der Richtlinien des Deutschen Turner-Bundes ein Konzept für uns entwickelt. Wir sind keine Kontaktsportart. Wir haben vier Geräte zur Verfügung und werden in Kleingruppen trainieren, die möglichst immer auf demselben Gerät üben und von denselben Trainern betreut werden. Die Abstandsregel und Hygiene-Vorschriften können wir einhalten. Die Sportler innerhalb einer Kleingruppe bekommen sogar jeweils ihren eigenen Aufgang aufs Trampolin. Nach der Einheit einer Trainingsgruppe werden die Geräte desinfiziert. Wir haben Landeskader-Athleten, sind Leistungszentrum und stellen sogar WM-Teilnehmer. Seit zwei Wochen absolvieren wir im Freien Krafttraining und Bodenturnen. Nun hoffen wir, dass wir langsam wieder richtig einsteigen können.“

Gabor Nagy, Tischtennis-Abteilungsleiter des SSV Neuhaus: „Ich sehe uns gut vorbereitet. Wir richten uns auch nach den Empfehlungen des Deutschen Tischtennis-Bundes. Die sehen neben den allgemeinen Vorgaben zum Beispiel vor, dass die Tische nach jedem Paarungswechsel gereinigt werden und pro Paarung mit einem gelben und einem weißen Ball gespielt wird, sodass jeder Spieler beim Aufschlag nur seinen Ball in die Hand nimmt. Außerdem haben wir je einen Hygiene-Beauftragten für die Erwachsenen beziehungsweise für die Jugend, die auch regelmäßig in der Halle anwesend sein werden. Sobald wir von der Stadt das Okay haben, können unsere Mitglieder Zeiten buchen. Ich wünsche mir, dass alle zurzeit noch sehr vorsichtig sind, damit es im September wieder mit den Punktspielen losgehen kann. Im Moment ist es aus sportlicher Sicht noch nicht wichtig. Aber als Abwechslung für die Sportler schon. Acht bis zehn Wochen zu Hause hinterlassen Spuren in den Köpfen der Menschen.“

Lisa Lachetta, Judo-Jugendtrainerin beim MTV Vorsfelde: „Wir können schnell reagieren, sind auf die Vorgaben vorbereitet, um das Training aufzunehmen. Wir hatten den Sportlern für die Corona-Zeit Trainingspläne erstellt und zugeschickt. Wenn wir nun wieder anfangen in der Halle, müssen wir auch noch auf Körperkontakt verzichten, können aber schon einiges machen. Vor allem der soziale Kontakt – wenn auch auf Abstand – ist vor allem für die Kinder wichtig. Zuletzt nahmen Kämpfer von uns am virtuellen Elzer Himmelfahrtsturnier teil. Über ein Videokonferenzsystem mussten die Teilnehmer Übungen in den Bereichen Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit, Judorolle sowie Stand- und Bodentechniken absolvieren. Bei letzteren mussten die Eltern oder Geschwister als Sparringspartner herhalten. Für die Ausführungen vergaben die Wertungsrichter Punkte. Nun wird es aber Zeit, dass wir uns langsam Richtung Normalität zurückbewegen.“

Jörg Meyer, Mitarbeiter der Geschäftsführung des TV Jahn Wolfsburg: „Wir warten nur noch auf die genauen Richtlinien zur Umsetzung. Zum Beispiel dazu, wie viele Quadratmeter Platz man pro Person gewährleisten muss. Angebote wie Gymnastik oder Yoga können dann beginnen. Ballsportarten wie Basketball oder Volleyball werden noch ohne Spielformen auskommen müssen wegen der Abstandsregelungen. Im Basketball zum Beispiel ist jedoch Wurftraining möglich. Klar ist, dass Bälle regelmäßig desinfiziert werden müssen. Schwerer haben es die Kampfsportarten, aber auch die profitieren insgesamt von den Lockerungen. Wir werden die Hygiene- und Abstandsregeln überall einhalten können – und müssen!“

Nicolas Heidtke, Geschäftsführer des VfB Fallersleben: „In unseren vereinseigenen Hallen inklusive Fitnessstudio starten wir gleich am Montag. Für die Angebote in den städtischen Hallen müssen wir auf die Freigabe der Stadt warten. Ich rechne Mitte nächster Woche damit. Unsere Handballer und Rhönradturner haben bereits signalisiert, dass sie gern zum Trainieren zurück in die Halle möchten – unter den geltenden Regeln selbstverständlich. Zurzeit trainieren sie – wie viele andere Sportarten – im Freien. Mit dem Re-Start der Outdoor-Sportarten zuletzt hatten wir gute Erfahrungen gemacht. Die Trainings wurden gut angenommen, die Regeln wurden gut eingehalten. Die Teilnehmerzahlen hatten wir eingeschränkt, um nicht überrannt zu werden. Einige Fußballteams, vor allem bei den ganz jungen Kindern, stiegen nicht gleich wieder ein, weil die Trainer und Betreuer unsicher waren, ob sie die Einhaltung der Abstands- und Hygiene-Regeln gewährleisten können. Das ist vernünftig. Wir als Verein geben aber Hilfestellungen, wo wir können.“

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