Hueske schlägt neuen Austragungsmodus als Lösung vor

Wolfenbüttel.  Um den Fitness-Stand zu halten, setzen die meisten Wolfenbütteler Bezirksliga-Trainer auf individuelle Laufeinheiten.

Steffen Bischoff (MTV) und Jonas Feder (Germania) im Duell.

Steffen Bischoff (MTV) und Jonas Feder (Germania) im Duell.

Foto: Olaf Hahn / regio-press

Die Wolfenbütteler Bezirksliga-Fußballer halten sich derzeit auf unterschiedliche Weisen fit. Auch die Meinungen der Trainer, wie die Saison zum Abschluss gebracht werden könnte, unterscheiden sich.

BV Germania Wolfenbüttel (Bezirksliga 3, Platz 12). Die Germanen stehen derzeit über den Abstiegsrängen. Die Saison jetzt mit dem aktuellen Stand zu beenden, hält BVG-Trainer Christoph Taute aber für keine gute Idee. „Ich glaube zwar nicht, dass wir noch spielen werden. Die Saison müsste abgebrochen und nach dem Sommer neu gestartet werden. Zumindest darf es keine Absteiger geben – schließlich haben manche Teams noch Nachholspiele“, sagt Taute.

Seine Jungs halten sich derzeit individuell fit – aber unter Aufsicht des Trainers. „Ich schicke meinen Spielern Trainingspläne für Kraft- und Ausdauertraining“, sagt Taute. Dabei belässt es der Coach aber nicht. Seine Akteure müssen ihm ihre Leistungsdaten zusenden – also beispielsweise die GPS-Daten ihrer jeweiligen Lauf-App.

Inzwischen setzt Taute diese Methode auch bei den A-Junioren um. Für die BVG-Jugendmannschaften dreht zudem Henrik Hagemann regelmäßig Videos, in denen er kurze Übungen mit dem Ball zeigt, die die Kinder zuhause absolvieren können. Vom Torwart der Bezirksliga-Mannschaft Marcel Menzel ging zudem die Initiative aus, einen Einkauf-Service für ein Wolfenbütteler Pflegeheim anzubieten. „Er hat mir die Idee vor einer Woche erzählt. Wir fanden die alle gut. Der Vorstand hat zugestimmt. Wir haben die entsprechenden Genehmigungen erhalten“, erzählt Taute.

SG Roklum-Winnigstedt (Bezirksliga 3, Platz 11). Bei den Roklumern wird derzeit nicht trainiert. „Es ist ja absehbar, dass wir so schnell nicht wieder spielen können. Daher sollen jetzt alle zuhause bleiben und sich um ihre Liebsten kümmern“, sagt SG-Trainer Pascal Krafft. Fußball sei im Moment nebensächlich.

Der Roklumer Trainer glaubt nicht daran, dass die Saison noch zu Ende gespielt werden kann. „Vielleicht wird der Verband die Tabelle nach einem bestimmten Spieltag berücksichtigen. Stand jetzt haben ja alle eine unterschiedliche Anzahl an Partien absolviert“, gibt Krafft zu bedenken. Egal welche Entscheidung gefällt wird, „es wird jemanden geben, der unzufrieden ist. Aber derzeit geht die Gesundheit einfach vor“, sagt der SG-Trainer.

MTV Salzdahlum (Bezirksliga 2, Platz 15). Mit einem abrupten Ende der Saison wären die Salzdahlumer jedenfalls nicht einverstanden. Im Moment wäre der MTV abgestiegen. „Dabei waren und sind wir optimistisch, in der Rückrunde noch etwas reißen zu können“, sagt Trainer Jens Hueske, der sich schon Gedanken gemacht hat, wie der Ligabetrieb aussehen könnte. „Ich würde mir wünschen, dass bis zum Sommer keine Spiele mehr stattfinden und die verbleibenden Rückrunden-Partien ab August ausgetragen werden“, sagt Hueske.

Im November könnte nach seinem Modell die aktuelle Saison abgeschlossen sein. Danach würde die neue Spielzeit beginnen. Da diese dann im Frühjahr 2021 in Zeitprobleme gerate, schlägt Hueske vor, einmalig Vergleichswettkämpfe auszutragen, bei denen zum Beispiel die ersten beiden der vier Bezirksliga-Staffeln gegeneinander antreten – sowie die jeweiligen dritten und vierten und so weiter. „Das wäre auch für Zuschauer interessant. Man würde den Meister des gesamten Bezirks ermitteln und hätte einen direkten Vergleich der Staffeln“, so Hueske.

Der MTV-Trainer hat seinen Spielern freigestellt, wie sie sich während der Unterbrechung fit halten. „Ich habe aber eine klare Ansage gemacht. Sobald wir uns auf dem Platz wiedersehen, soll niemand einen schlechteren Fitness-Stand mitbringen als bei unserem letzten Training.“ Dafür dürfen sich die MTV-Akteure auch Trainingsmaterial vom Verein ausleihen,

TSV Schöppenstedt (Bezirksliga 2, Platz 13). „Mein Sportler-Herz sagt, es wäre super, wenn wir noch spielen könnten. Der Verstand sagt aber, es ist absolut unrealistisch, dass das passiert“, erklärt TSV-Trainer Sebastian Ebbers. Selbst wenn Mitte Mai wieder gekickt werden könnte, benötige jedes Team noch eine Vorbereitung. „Sonst erhöht sich die Verletzungsanfälligkeit auch wegen der vielen notwendigen englischen Wochen enorm“, so Ebbers. Seine Spieler absolvieren derzeit individuelle Laufeinheiten. „Wir wollen es vermeiden, dass sich Spieler treffen, um zu zweit zu trainieren“, erklärt der Coach. Die Gesundheit habe höchste Priorität.

MTV Wolfenbüttel II (Bezirksliga 3, Platz 6). „Für uns geht es ja nicht um viel – weder auf Auf- noch Abstieg, aber manche Vereine wie etwa Bad Harzburg haben natürlich sehr viel investiert. Ich bin froh, dass ich die Entscheidung nicht treffen muss, wie die Saison gewertet wird“, sagt Anthony Pfitzner, Trainer der MTV-Reserve.

Er gibt seiner Mannschaft derzeit „Hausaufgaben“ für eine Woche mit an die Hand. Dabei handelt es sich um unterschiedliche Läufe, die die Spieler absolvieren müssen. „Jede Woche kommen neue Aufgaben hinzu. Über eine App kann ich als Trainer alle Leistungsdaten beobachten“, erklärt Pfitzner. Falls der Spielbetrieb wieder losgeht, sollen jedenfalls alle fit sein.

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