Von der Oberliga bis zur 3. Nordharzklasse: Fußball abgesagt

Wolfenbüttel.  Der NFV stellt den Spielbetrieb in allen Klassen ein und empfiehlt, auch auf das Training zu verzichten.

Dicht gedrängt im Strafraum: Solche Szenen wie hier beim Spiel des MTV Wolfenbüttel gegen 1. FC Germania Egestorf wird es an der Halberstädter Straße vorerst nicht zu sehen geben

Dicht gedrängt im Strafraum: Solche Szenen wie hier beim Spiel des MTV Wolfenbüttel gegen 1. FC Germania Egestorf wird es an der Halberstädter Straße vorerst nicht zu sehen geben

Foto: Olaf Hahn / regio-press

Es hatte sich abgezeichnet: Nachdem am Donnerstag bereits die Basketball-, Handball- und Volleyball-Verbände den Ligabetrieb eingestellt hatten, zog gestern der Niedersächsische Fußballverband (NFV) nach. Vorerst wird der Spielbetrieb bis einschließlich Montag, 23. März, komplett eingestellt. Mit der Aussetzung des Spielbetriebes will der NFV helfen, die Verbreitung des Corona-Virus bestmöglich einzudämmen.

„Das ist für uns aus sportlicher Sicht zwar ärgerlich, aber das ist völlig nebensächlich im Moment. Diese Absage ist absolut vernünftig und richtig“, sagt Oliver Dotzauer, Trainer des Oberligisten MTV Wolfenbüttel, der wohl vor seinem ersten Heimspiel des Jahres gestanden hätte. „Wir hatten uns schon darauf gefreut. Der Platz ist in Ordnung, der Wetterbericht hat eigentlich auch dafür gesprochen“, sagt Dotzauer.

Nun kommt zu den zahlreichenbisherigen wetterbedingten Ausfällen der MTV-Spiele noch die General-Absage wegen der Corona-Krise. „Ich glaube nicht, dass es bei den zwei Wochen bleiben wird“, sagt Dotzauer.

Ob die Saison noch zu Ende gespielt werden kann, sei daher fraglich. Würde die Spielzeit als ungültig gewertet werden, würde das den Meesche-Kickern in die Karten spielen, da sie so den Abstieg verhindern könnten. „Das stimmt, aber wir wollen es natürlich auf dem sportlichen Weg schaffen. Da ist ja noch alles drin. Außerdem denken wir auch an die Mannschaften, die aufsteigen würden. Das wäre sehr ärgerlich für die“, sagt Dotzauer.

Die Generalabsage betrifft alle NFV-Spiel- und Altersklassen im Herren-, Frauen- und Jugendbereich auf dem Feld sowie Veranstaltungsformate in der Halle. Neben den angesetzten Partien des regulären Spielbetriebs sind auch Freundschaftsspiele von der Generalabsage betroffen. Zudem empfiehlt der NFV seinen Vereinen, den Trainingsbetrieb einzustellen.

Gerne hätte Dotzauer mit seinem Team weiter auf dem Platz trainiert. „Wir müssen unser Fitness-Level halten. Es könnte ja doch sein, dass in zwei Wochen wieder gespielt wird“, erklärt Dotzauer. Der MTV stellte im Laufe des gestrigen Freitags aber den Betrieb ein. Außerdem ist davon auszugehen, dass städtische Plätze ebenfalls gesperrt werden.

„Wir müssen uns jetzt ein Alternativprogramm überlegen, zumidndest Laufeinheiten durchziehen“, sagt Dotzauer vor dem vorerst letzten Mannschaftstraining auf der Meesche am Freitagabend.

Beim Stadtrivalen Germania Wolfenbüttel wird auf keinen Fall trainiert. „Der ganze Verein wird den Betrieb bis zum 20. März einstellen“, teilt Christoph Taute, Trainer des Bezirksliga-Teams und der A-Jugendmannschaft, mit. Seine Spieler sollen sich die nächsten Tage individuell fit halten. Ende nächster Woche werde der Verein die Situation neu bewerten. „Wir hätten am Wochenende gerne gespielt, aber es gibt Wichtigeres als Fußball“, sagt Traute.

Auf Kreisebene stehen in dieser Saison besonders viele Entscheidungen an. Durch die Reform des Nordharzkreises müssen zum Beispiel aus beiden Staffeln der Kreisliga insgesamt 18 Mannschaften absteigen. „Wir hoffen natürlich, dass wir die Saison zu Ende bringen können“, sagt Peter Finselberger, der Vorsitzende des Kreisspielausschusses im Nordharz. Er hält eine Saison-Verlängerung ab dem Zeitpunkt, ab dem wieder gespielt werden darf, für ein mögliches Szenario. „Stand jetzt wissen wir aber noch nicht, wie es weitergeht.“ Im Zweifelsfall müsse das auf höherer Ebene – also beim NFV oder gar beim DFB – entschieden werden.

Auch der Kreisvorsitzende, Wolfgang Fisch geht von einer verbandseinheitlichen Entscheidung aus. „Ich denke, dass wir zwei Spieltage noch auffangen könnten. Es wird aber mit Sicherheit nicht jeder Kreis selber entscheiden können und wir sollten auf keinen Fall irgendwelche Schnellschüsse tätigen“, so Fisch.

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