Neuzugang Linek überrascht positiv

Timur Abali (links) und André Linek.

Timur Abali (links) und André Linek.

Foto: Daniel Strauß / regio-press

Wolfenbüttel.  Der Anruf von Habil Turhan im Frühjahr kam für André Linek völlig unverhofft. Relativ zeitnah traf er sich mit dem Co-Trainer des damaligen Fußball-Landesligisten MTV Wolfenbüttel und Cheftrainer Michael Nietz. Sie teilten ihm mit, dass sie das ein oder andere Spiel von ihm gesehen und er einen guten Eindruck hinterlassen hätte. Einen so guten, dass ihn das Trainergespann für die kommende Saison verpflichten wollte.

„Ich habe mich gefreut und war schon überrascht“, sagt Linek, der das Angebot annahm und sich damit vom Bezirksligisten HSC Leu Braunschweig verabschiedete – dem Verein, bei dem der heute 21-Jährige seit seiner Kindheit aktiv war. „Der Abschied ist mir schon schwer gefallen, weil meine besten Freunde da gespielt haben“, erklärt Linek, der sportliche Anreiz, in der Oberliga zu spielen, sei aber letztlich entscheidend gewesen: „Es war einfach der beste Moment, um den nächsten Schritt zu gehen.“

Dann folgte die nächste Überraschung. Sein Coach machte ihm vor dem Auftaktspiel gegen Eintracht Braunschweig II am Freitag, 10. August, klar, dass er sich gut vorbereiten solle. „Ich konnte damit nicht so viel anfangen“, verrät der Mittelfeldspieler, der in der Nacht vor der Partie nicht gut schlafen konnte und ziemlich nervös gewesen sei, als er erfuhr, dass er gegen die Löwen von Beginn an auflaufen würde.

Die Nervosität wich bald der puren Freude: „Das war unglaublich, ich habe noch nie vor so vielen Zuschauern gespielt. Das Sahnehäubchen war natürlich das richtig geile Tor von Garrit (Golombek).“

Es blieb nicht der einzige Startelfeinsatz. Vielmehr schickte Nietz seinen Neuzugang in allen bisherigen vier Ligaspielen von Beginn an aufs Feld und wechselte ihn im vergangenen Auswärtsspiel beim 1. FC Wunstorf (2:1) fünf Minuten vor dem Abpfiff erstmals aus.

Im Heimspiel gegen den SC Spelle-Venhaus beeindruckte der 1,83-Meter-Mann, der im 4-1-4-1-System auf der halbrechten Mittelfeldposition agiert, mit großer Laufstärke, sorgte für viele Ballgewinne und schaltete immer wieder schnell von Offensive auf Defensive um. „Von seiner Statur her würde man ihm das gar nicht zutrauen“, sagt Nietz, der von Linek begeistert ist: „André ist fußballverrückt, zweikampfstark und trainiert sehr gut, deshalb ist er aktuell Stammspieler.“

Für den gebürtigen Braunschweiger ist das alles noch schwer zu begreifen: „Auch wenn ich von der Mannschaft und dem Betreuerteam super aufgenommen wurde, bin ich mit kleinen Erwartungen hierhergekommen. Dass es so gut läuft, hätte ich mir nicht träumen lassen.“

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder