Salzgitteraner Trainer befürworten den Abbruch

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Zu gern möchte der SC Gitter, wie in dieser Szene um Kapitän Dustin Günther (2. von rechts), wieder Punktgewinne bei Pflichtspielen bejubeln. Daraus wird jedoch in dieser Saison nichts mehr. Der NFV hat am Mittwochabend den finalen Abbruch der verschiedenen Ligen beschlossen.  

Zu gern möchte der SC Gitter, wie in dieser Szene um Kapitän Dustin Günther (2. von rechts), wieder Punktgewinne bei Pflichtspielen bejubeln. Daraus wird jedoch in dieser Saison nichts mehr. Der NFV hat am Mittwochabend den finalen Abbruch der verschiedenen Ligen beschlossen.  

Foto: Klaus Fraedrich / regio-press

Salzgitter.  Der Niedersächsische Fußballverband bekommt eine Menge Lob für die jüngst getroffene Entscheidung aus Salzgitter.

Es war nur eine Frage der Zeit: Der Niedersächsische Fußballverband (NFV) hat als letzter Dachverband seinen Spielbetrieb auch als beendet erklärt. Damit schwindet die kleinste Hoffnung auf Live-Sport in den kommenden Wochen. In einer Umfrage der Sportredaktion unter den Salzgitteraner Trainern erhielt der Verband eine Menge Lob für das Vorgehen und die endgültige Entscheidung.

KSV Vahdet Salzgitter:

Die Meinung des Lebenstedter Trainers ist eindeutig. „Was willst du anders machen? Es ist momentan die einzig richtige Entscheidung“, sagt Amir Hadziavdic zum Saisonabbruch. Eine Anwendung der Quotientenregelung wäre zudem unsinnig gewesen – am Beispiel Vahdet wird es deutlich. Die Lebenstedter haben nur zwei Spiele in der Landesliga absolvieren können. Die Konkurrenz hingegen hat teilweise schon die doppelte Anzahl an Pflichtspielen. „Auch die Vorbereitung hätte zu einem Problem werden können – schließlich müssen die Jungs für die harten Spiele fit sein.“ Abschließend gab Hadziavdic noch seine persönliche Sichtweise zur Gesamtsituation wieder: „Ich finde, dass die entscheidenenden Personen einen anderen Weg finden müssen, um Sport an der frischen Luft zu erlauben. Besonders die Kinder leiden unter dem derzeitigen Verbot“, so der Vahdet-Coach.

SC Gitter:

Auch beim zweiten Landesligisten gibt es Lob für die Entscheidung des NFV. „Es ist die richtige Entscheidung, die von den Vorsitzenden getroffen wurde“, sagt der Trainer des Sportclubs, Uwe Hain kurz nach seiner Vertragsverlängerung. Natürlich hätten die abstiegsbedrohten Fußballer aus dem Süden Salzgitters gerne die Rettung sportlich geschafft. „Wir haben allerdings noch keinerlei Aussicht, wann wir überhaupt wieder auf den Platz dürfen. Momentan können sich die Spieler nur durch individuelle Fitnesspläne fit halten“, so Hain.

SV Union Salzgitter:

Für Unions Trainer Lars Freytag sind die Entscheidungen des NFV vollkommen nachvollziehbar und richtig – dennoch wünscht er sich eine schnellst mögliche Rückkehr auf den Sportplatz. „Das geht nun seit einigen Monaten schon so. Eine Besserung ist leider nicht in Sicht“, sagt Freytag. Allerdings, stellt er ebenfalls klar, ist Fußball für die meisten in der Bevölkerung nur ein Hobby. Momentan gibt es daneben wichtigere Dinge: Besonders die Kinder würden unter der Pandemie leiden und sollten schnellsten in ihren bekannten Alltag zurückkehren dürfen. „In die Zukunft zu blicken macht momentan leider überhaupt keinen Sinn“, ist Freytag kritisch. Salzgitters Inzidenz von knapp 280 mache die Hoffnungen auf einen Re-Start unmöglich. „Wir müssen uns damit aktuell abfinden.“

TSV Üfingen:

Bitterer hätte die Saison für das Trainer-Duo Thomas Heinzel/Thomas Grabsch vermutlich nicht enden können. Im Sommer ist Schluss für die Beiden und Spiele ihrer Jungs werden sie nicht mehr erleben. „Vor einiger Zeit hatten wir noch gehofft, dass es irgendwie weitergehen kann“, sagt Thomas Heinzel. Seit ihrem Interview vor einigen Wochen ist jedoch einiges in die negative Richtung gelaufen. Die Inzidenz in Salzgitter ist auf einem Rekordhoch und an Fußballspielen kann nicht gedacht werden. „Es war mit der aktuellen Entwicklung durchaus absehbar, dass die Saison abgebrochen wird. Wie es jetzt gelöst wurde, ist die richtige und fairste Entscheidung.“

Fortuna Lebenstedt:

Neu-Coach Eduard Spissak ist sich sicher, dass für alle Beteiligten die richtige Entscheidung getroffen wurde. „Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Saison endgültig als beendet erklärt wird“, so Spissak. Für ihn ein klarer Vorteil: So können seine Spieler und er sich auf die kommende Saison bestens vorbereiten. Dabei ist nicht nur vom Körperlichen, sondern auch vom mentalen die Rede. „Ich denke, dass wir um die zwei Monate Vorbereitungszeit benötigen, um einem Wettkampf standzuhalten. Da haben wir aber die gleiche Ausgangslage, wie die anderen Mannschaften – denn Training wird erst in einiger Zeit möglich sein“, so der Lebenstedter Coach. Die große Sorge, die den Trainer begleitet, ist die Nachfrage der Junioren in der Zukunft. Er stuft die Gesamtsituation als verheerend ein. „Das wird nicht spurlos an allen vorbeigehen. Manche werden sich fragen, warum sie nach der Arbeit oder der Schule noch auf den Platz gehen sollen und nicht die Freizeit daheim genießen“, so Spissak. Die endgültigen Folgen lassen sich erst nach Ende der Pandemie erkennen – die Antworten könnten jedoch schlimm werden.

SV Victoria Heerte:

Eine lange Zeit ohne Nutzung der Fußballanlage bringt auch viele Probleme mit sich. Das musste der SV nun auch schmerzlich erfahren. „Bei uns wurde eingebrochen und einige Gegenstände wurden gestohlen. Ich vermute traurigerweise, dass das erst der Anfang einer Einbruchsserie sein wird“, sagt Heertes Trainer Steve Seiring. Zum Saisonabbruch hat er keine klare Meinung, schließlich hat die Victoria einige Punkte gegen vermeintlich schwere Gegner gesammelt. Die nützen ihnen nun nichts mehr. „Die hätten wir natürlich gerne mitgenommen und darauf aufgebaut“, so Seiring.

Jedoch sei ihm auch bewusst, dass die Reise in eine ungewisse Zukunft führt und niemand sagen könnte, wann denn überhaupt die Vorbereitung auf die restlichen Spiele stattfinden könnte. „Nun wissen wir erstmal woran wir sind und haben Planungssicherheit für die kommende Zeit“, sagt der Coach abschließend

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