Klaus Thiele: Engagiert, weil es sich „für die Sache lohnt“

Königslutter.  Ehrenamt: Der Lutteraner Klaus Thiele hat bisweilen fünf Vorstandsämter gleichzeitig bekleidet.

Noch heute schwingt Klaus Thiele den Tennisschläger bei den Herren 60 des TC Gold-Weiß Königslutter. Einen Namen hat er sich aber insbesondere im Kreis- und Landesschützenverband gemacht. 

Noch heute schwingt Klaus Thiele den Tennisschläger bei den Herren 60 des TC Gold-Weiß Königslutter. Einen Namen hat er sich aber insbesondere im Kreis- und Landesschützenverband gemacht. 

Foto: Hans-Jürgen Trommler / regios24

Wenn die Beschreibung „bekannt wie ein bunter Hund“ voll und ganz auf jemanden zutrifft, dann auf Klaus Thiele aus Königslutter, dem Ehrenmitglied im Gesamtvorstand des Niedersächsischen Sportschützenverbandes.

Für den gebürtigen Braunschweiger, der 1962 nach Königslutter kam, weil seine Eltern die Gaststätte „Zur Brücke“ übernahmen, hat der Sport schon früh eine große Rolle gespielt. So begann er mit dem Fußball beim SV Viktoria in der 7er Knaben, spielte dann lange Tischtennis im TSV Königslutter und kam zum Schießsport und später auch zum Tennis.

Engagement – Ehrensache

„Zum Schießsport kam ich, weil die Schützengilde Königslutter in den Wintermonaten ihre Schießstände im Saal der ,Brücke’ aufbaute und hier ihre Trainingsabende abhieltt“, erzählt Thiele. „So wurde ich 1963 auch gleich Kinderkönig – der Grundstein zu meiner Schützenlaufbahn, die nunmehr meine Mitgliedschaft im deutschen Schützenbund auf rekordverdächtige 57 Jahre beziffert.“

Anfang der 70er Jahre übernahm er erste Funktionärstätigkeiten, und als der damalige 1. Schützenmeister Günter Volkmann überraschend verstarb, folgte der nächste große Schritt:. „Da ich zu dieser Zeit großer König war, bat man mich, die Leitung der Schützengilde kurzfristig zu übernehmen“, erinnert sich der Lutteraner. „Daraus wurden dann zwölf Jahre...“ Und dazu kamen noch weitere 14 Jahre als 1. Kreisvorsitzender des Kreissportschützenverbandes Helmstedt, verbunden mit der Mitgliedschaft im Gesamtvorstand des Niedersächsischen Sportschützenverbandes, dem er bis heute als Ehrenmitglied angehört.

Der Königs schläft tief

Natürlich gibt es aus dieser langen Zeit der ehrenamtlichen Tätigkeit eine Menge an Geschichten zu erzählen. Einige davon, die wohl immer mit seiner Person in Erinnerung bleiben werden, gibt er gern zum Besten.

„Da war der Fall des verschlafenen Königs. Es war in den 80ern. Ich war kleiner König, und der sollte traditionsgemäß am Montagmorgen vom Spielmannszug geweckt und abgeholt werden. Der Spielmannszug spielte und spielte – aber der König ließ sich nicht sehen“, blickt Thiele zurück. „Nachdem es meiner Frau Jutta gelungen war, mich aus den Federn zu schmeißen, setzte ich mich ins Auto und fuhr zum Großen König Jörn Schwarzbach in der Lindenstraße, wo der Empfang des Umzuges stattfinden sollte. So schaffte ich es, noch vor Eintreffen des Umzuges da zu sein. Man kann sich aber vorstellen, wie die Umzugsteilnehmer reagiert haben“, beendet er die Geschichte und fügt mit einem Zwinkern an: „Na ja, der Spaß hat mich ‘ne Menge Kisten Bier gekostet.“

Legendäre Wetten immer gewonnen

Besonders legendär waren in seiner beruflichen Zeit als Brauerei-Außendienstmitarbeiter seine „Zeltwetten“. Da war die Sekt-, die Rosen-, die Apfel, die Berg- und Talbahn-Wette – oder die 1000-Liter-Wette: Hierbei ging es darum, dass die Gilde es schaffen würde, beim Frühstück 1000 Liter Freibier für die Teilnehmer von 10 bis 13 Uhr zum Ausschank zu bringen. Jedes Jahr wurde mit einem Schausteller gewettet, der Einsatz: 100 l Freibier zum Schützenfrühstück. „Ich habe übrigens immer alle Wetten gewonnen“, erzählt Thiele schmunzelnd – und nicht ganz ohne Stolz.

Vorstandstätigkeiten auf verschiedensten Ebenen des KSSV, im Förderverein Schießsport, Tennisverein, Heimat- und Verkehrsverein, Gastronomie Partner Kreis in Braunschweig begleiteten ihn auf seinem Weg, teilweise sogar noch bis heute. „Bisweilen bekleidete ich bis zu fünf Vorstandsämter gleichzeitig.“ Warum er sich den damit verbundenen Aufwand aufgebürdet hat, kann Klaus Thiele ohne großes Nachdenken beantworten: „Weil es sich zwar keinesfalls finanziell, wohl aber für die Sache lohnt.“

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