Die Helmstedter Reaktionen auf die NFV-Entscheidung

Helmstedt.  Fußball: Der NFV spricht sich für einen Saisonabbruch mit Auf-, aber ohne Absteiger aus – und erntet dafür Zustimmung im Kreis Helmstedt.

Der Aufstieg scheint jetzt nur noch Formsache zu sein: Bei der FSV Schöningen ist die Freude groß, schließlich würde sie nach Quotientenregelung Meister sein und in die Landesliga aufsteigen. 

Der Aufstieg scheint jetzt nur noch Formsache zu sein: Bei der FSV Schöningen ist die Freude groß, schließlich würde sie nach Quotientenregelung Meister sein und in die Landesliga aufsteigen. 

Foto: Darius Simka / regios24

Der Niedersächsische Fußballverband (NFV) hat sich entschieden: Nur noch eine Variante, wie die Saison gewertet werden soll, steht aktuell zur Debatte: Mit Quotientenregelung und daraus resultierenden Aufsteigern – aber ohne Absteiger. Der endgültige Beschluss soll beim Verbandstags am 27. Juni gefällt werden.

Die Reaktionen im Kreis fallen darauf insgesamt eher positiv aus. Speziell bei der FSV Schöningen, die bei dieser Wertung in die Landesliga aufsteigen würde, ist die Freude groß. Eine große Feier wird es aber erst Ende Juni geben, wenn alles entschieden ist.

Bezirksliga: Verdienter Lohn für FSV

13 Punkte Vorsprung hat sich die FSV Schöningen in der Bezirksliga 2 herausgespielt – jetzt wird diese Leistung wohl mit dem Titel belohnt: „Mit der Regelung wären wir Meister und Aufsteiger. Darüber freuen wir uns natürlich“, betont FSV-Trainer Nils Osteroth. „Auch wenn wir die Saison nicht so zu Ende bringen konnten, wie wir es vor der Coronakrise wollten, so habe ich doch ein gutes Gefühl dabei.“

Schließlich habe sich sein Team den Erfolg sportlich erarbeitet und würde somit für eine tolle Saison belohnt werden. „Darüber wird in der Liga wohl keiner eine andere Meinung haben“, glaubt Osteroth angesichts des großen Vorsprungs. „Jetzt können wir auch endlich mit unseren Planungen für die nächste Saison beginnen.“ Dann geht es in die Landesliga hoch.

„Auch wenn wir leider nur eine halbe Saison gespielt haben, so haben wir uns aus meiner Sicht den Aufstieg doch mehr als verdient“, betont der FSV-Vorsitzende Karsten Kräcker. „Und wenn dann Ende Juni alles endgültig entschieden ist, werden wir sicher eine große Aufstiegsfeier machen, zumal unsere Dritte auch aufgestiegen ist.“

Lars Körner-Konsierke, Trainer der SV Lauingen Bornum (Bezirksliga 1), las die Mitteilung des NFV derweil mit einem lachenden, aber auch mit einem weinenden Auge. „Es ist die einzig vernünftige Entscheidung“, urteilt der Trainer, der sich schon früh für einen Abbruch ausgesprochen hatte. „Andere Landesverbände haben es ja auch schon vorgemacht.“ Aus seiner Sicht war es der öffentliche Druck, der letztlich zu groß wurde und den NFV zu dieser Entscheidung gebracht habe – beispielsweise offene Briefe wie der des Bovender SV.

Das weinende Auge liegt an seiner persönlichen Situation: Körner-Konsierke hatte frühzeitig bekanntgegeben, nach der Saison sein Amt niederzulegen. „Da wünschst du dir natürlich schon einen anderen Abschied. Ich bin auch davon überzeugt, dass wir unsere sportlichen Ziele erreicht hätten“, meint der SV-Trainer. „Da schwingt jetzt schon Wehmut mit.“ Hinter dem Abbruch steht der trotzdem.

Ähnlich denkt auch Michael Grahe, Trainer des FC Heeseberg (Bezirksliga 3). Er gibt aber zu bedenken: „Am außerordentlichen Verbandstag Ende Juni muss noch endgültig darüber abgestimmt werden.“ Doch da die anderen Möglichkeiten nicht mehr in Frage kämen, „wird es wohl so kommen. Wenn man ehrlich ist, darf es auch keine andere Entscheidung geben – für mich die richtige Entscheidung.“

Dem stimmt auch Marco Graf, Vorsitzender des FCH, zu: „Ich begrüße diese Entscheidung ausdrücklich, denn ich war ja schon von Anfang an für einen Saisonabbruch. Ich halte das für die fairste Regelung – wenn es denn eine faire Regelung gibt“, so Graf. „Für uns hat sie keine Auswirkungen, wohl aber für unseren Nachbarn, die FSV Schöningen, die wohl unbestritten verdientermaßen in die Landesliga aufsteigen wird.“

Kreisliga: TuS ist für Fortsetzung

Freude auf der einen Seite, Enttäuschung auf der anderen: Der FC Türk Gücü Helmstedt und der TuS Essenrode lieferten sich im Titelrennen der Kreisliga bis zur Saisonunterbrechung ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Da die Kreisstädter aber den leicht besseren Quotienten (2,67 Punkte pro Spiel) im Vergleich zum TuS (2,5) haben, dürfen sie den Gang in die Bezirksliga antreten. „Es ist aus sportlicher Sicht die fairste Entscheidung“, findet FC-Trainer Göksah Beser. „Natürlich hätten wir es am liebsten auf dem Feld entschieden, denn ich bin mir sicher, dass wir auch so aufgestiegen wären. Das schlimmste Szenario wäre gewesen, die Saison zu annullieren. Dann wäre die ganze Arbeit umsonst gewesen und der Sportsgeist hätte darunter gelitten.“

Beim TuS Essenrode sorgte die Entscheidung – wenig überraschend – nicht gerade für Jubelsprünge. „Wir sind natürlich nicht begeistert, denn wir wollten aufsteigen“, erklärt Co-Trainer Vincent Osumek. „Aus unserer Sicht wäre es am fairsten gewesen, wenn die Saison bis September unterbrochen worden wäre und man dann normal weitergespielt hätte.“

1. Kreisklasse: Perfektes Timing

Kreisklassen-Spitzenreiter TSV Süpplingenburg erhielt die Nachricht über die NFV-Entscheidung zum perfekten Zeitpunkt. Denn die TSV-Spieler hatten gerade ihr Training beendet, als Coach Julian Reimann ihnen die Nachricht überbrachte. Diese antworteten ihm mit einem lauten Jubelschrei. Mit im Schnitt 2,57 Punkten pro Spiel hat Süpplingenburg den besten Quotienten der Liga und darf in die Kreisliga aufsteigen. „Wir freuen uns natürlich sehr darüber, es ist auch die vernünftigste Lösung.“

Ähnlich sieht es Heiko Dortschack, Trainer des derzeit Zweitplatzierten SV Esbeck. Das Pikante dabei: Durch die Quotienten-Wertung rutscht sein Team (mit einem Wert von 2,13) einen Platz ab. „Für uns ist das aber okay. Die Mannschaft ist noch nicht bereit für den Aufstieg, wir hätten sowieso verzichtet.“

Auf dem zweiten Platz steht nach Quotientenregelung die SG Rottorf/Viktoria Königslutter (2,36) – die somit auch zweiter Aufsteiger wird. „Ein großer Teil der Saison wurde ja bereits gespielt, deshalb haben wir uns das auch erarbeitet“, meint SG-Coach Sebastian Ebner. „Natürlich fühlt es sich besser an, auf dem Platz aufzusteigen. Aber wir nehmen es sehr gerne mit.“

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