B-Juniorinnen des JFV trumpfen in Niedersachsenliga auf

Hillerse/Leiferde.  Die Fußball-Talente aus Hillerse und Leiferde wollen ihre Erfolgsgeschichte fortschreiben, ehe es in den Damenbereich geht.

Die B-Juniorinnen des JFV Kickers bejubeln, wie hier beim 5:0 gegen den TSV Bemerode, immer wieder Erfolge – dabei gehört der Großteil der Mannschaft dem jüngeren Jahrgang an.  

Die B-Juniorinnen des JFV Kickers bejubeln, wie hier beim 5:0 gegen den TSV Bemerode, immer wieder Erfolge – dabei gehört der Großteil der Mannschaft dem jüngeren Jahrgang an.  

Foto: Jens Semmer / regios24

Sie sind angekommen in der neuen Spielklasse, die B-Juniorinnen des JFV Kickers Hillerse/Leiferde. Im Sommer war die Mannschaft in die Fußball-Niedersachsenliga aufgestiegen – keine andere Nachwuchsmannschaft im gesamten Kreis Gifhorn tritt auf dieser Ebene an. Mit acht Zählern aus den ersten fünf Spielen haben sich die Kickerinnen ergebnistechnisch direkt gut eingefunden, das Zwischenfazit in der Corona-Pause fällt dementsprechend positiv aus.

JFV-Talente, die begeistern

„Ich bin sehr zufrieden. Wir sind Dritter – das ist auch unser Ziel, um in die Aufstiegsrunde zu kommen“, zieht Trainerin Ivonn Lütge ihre Bilanz. Dabei wäre in der Staffel B mit fünf Teams vielleicht sogar noch mehr drin gewesen. „Wir hatten in Göttingen ein ganz schlechtes Spiel“, erinnert sich Lütge an das 2:2 beim direkten Verfolger ihrer Elf. „Es war ein kurioses Spiel. Wir hätten es eigentlich 10:2 gewinnen müssen, am Ende hatten wir aber Glück, dass wir dank eines späten Treffers überhaupt noch einen Punkt mitgenommen haben“, fasst sie zusammen.

Organisatorisch muss sich die Trainerin bei weiten Auswärtsfahrten wie jener nach Göttingen indes kaum Gedanken machen: „Wir sind in der glücklichen Lage, einen Kooperationsvertrag mit der VW Sportkommunikation zu haben. Das ist traumhaft“, sagt Lütge. Pro Spiel auf fremdem Rasen werden ihr und der Mannschaft zwei Busse mit je neun Plätzen gestellt. Neben der Trainerin muss sich also nur noch ein Elternteil finden, das den zweiten Bus fährt – das ist bei der Begeisterung für die Mannschaft aber kein Problem. „Sie streiten sich regelrecht darum“, erklärt Lütge lachend. Die „Verlierer“ dieses Streits fahren dann einfach in Form von Eltern-Fahrgemeinschaften mit, um ihre Töchter auswärts spielen und möglichst siegen zu sehen.

Doch zurück zum Sportlichen: Neben dem 2:2 in Göttingen war auch die 3:5-Niederlage nach 3:1-Pausenführung gegen den Osnabrücker SC unnötig. „Das sind die beiden Spiele, über die wir uns ärgern müssen“, hadert Lütge, findet aber bald darauf wieder lobende Worte für ihre Mädchen: „Wir spielen das erste Jahr in der Niedersachsenliga, die Mannschaft besteht zu 80 Prozent aus Spielerinnen des jüngeren Jahrgangs 2005. Das Ziel, Tabellenplatz 3, erreichen wir, da bin ich mir sicher.“

Hallen-Asse wollen draußen bleiben

Verstecken müsse sich der JFV ohnehin vor niemandem, und das, obwohl der Kader gerade einmal 15 Spielerinnen umfasst. „Das ist ganz schön knapp, aber die Qualität und die Einstellung stimmen“, betont Lütge. Vor allem der Jahrgang 2005, der den Großteil der Mannschaft bildet, sei sehr stark. Dauerhaft eine Juniorinnen-Mannschaft in der Niedersachsenliga zu etablieren, dürfte dennoch schwierig werden. „Es sieht so aus, als würde das jetzige Team geschlossen in die Damen-Mannschaft gehen. Die Mädchen des Jahrgangs 2004 müssen, die 2005 geborenen dürfen Damen spielen“, schildert Lütge. Ohne einige externe Zugänge dürfte es also ein kurzes, wenngleich auch sehr erfolgreiches, Intermezzo des JFV in der Niedersachsenliga bleiben.

Doch das ist momentan ohnehin Zukunftsmusik, denn zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist fraglich, wann die JFV-Mädchen ihrem Hobby Fußball wieder nachgehen können. Trainiert werden darf zurzeit nicht, die Hallensaison fällt mit Sicherheit komplett ins Wasser (wir berichteten). Dabei liegt dem JFV auch das Spielen unterm Dach: In der zurückliegenden Hallensaison erreichten die B-Juniorinnen das Finale der norddeutschen Meisterschaften, die C-Juniorinnen schafften es bis zu den niedersächsischen Titelkämpfen. „Wir haben aber beides mit der nahezu gleichen Mannschaft geschafft“, betont die Trainerin: Der Jahrgang 2005 war schon damals aufgrund einiger Personalprobleme bei den B-Juniorinnen stark vertreten.

Trotz der Erfolgsgeschichte aus dem vergangenen Winter trauert niemand beim JFV-Team der Halle hinterher. „Wir wären auch in diesem Jahr in der Halle erfolgreich gewesen“, glaubt Lütge, „aber ich bin kein Hallenfreund und die Mädchen sagen, es ist nicht so schlimm, dass wir nicht in die Halle gehen. Das wäre ein Zubrot gewesen. Die Mädchen würden gern den gesamten Winter über draußen bleiben.“

Es bleibt zu hoffen, dass sie ihrer Erfolgsgeschichte auf dem grünen Rasen im neuen Jahr in der Niedersachsenliga noch ein weiteres Kapitel hinzufügen. Und danach? Dann dürfte die Zukunft der Damenmannschaft rosig aussehen – denn da kündigt sich eine ganz starke Riege an…

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