Erst Junggesellenabschied, dann starke Torhüterleistung

Meinersens Torhüter hatte doppelten Grund zum Feiern, sein Trainer sogar dreifach. Und in Vordorf zog der Coach mal wieder seine Notfall-Option.

Erst gefeiert – dann gefeiert: Gegen Meinersens Torwart Mario Kraut war am Tag nach seinem Junggesellenabschied bis zur 90. Minute kein Kraut gewachsen.

Erst gefeiert – dann gefeiert: Gegen Meinersens Torwart Mario Kraut war am Tag nach seinem Junggesellenabschied bis zur 90. Minute kein Kraut gewachsen.

Foto: Jens Neumann / regios24

Starke Nummer 1 und „LT7“

Gegen ihn war lange Zeit kein Kraut gewachsen… Die Kreisliga-Fußballer des TSV Meine hatten in ihrem ersten Punktspiel bei der SV Meinersen gleich mehrfach den Jubelschrei auf den Lippen und wollten schon den durchaus verdienten Ausgleich feiern. Doch da hatten sie die Rechnung ohne einen gemacht, der am Tag zuvor gefeiert hatte – und zwar seinen Junggesellenabschied. Die Rede ist von Mario Kraut, dem Torwart der Hausherren. Der 27-jährige Hüne, der am nächsten Samstag seine langjährige Lebensgefährtin Desiree heiraten wird, wuchs im zweiten Spielabschnitt regelrecht über sich hinaus. „Zwei unglaubliche Reflexe“: Mit diesen Worten beschrieb Meinersens Co-Trainer Michael Theuerkauf die beiden Glanzparaden, mit denen Mario Kraut die 1:0-Führung der Gastgeber im Pappelstadion festhielt. Bis zur 90. Minute: Dann war auch der große Mann mit den großen Händen machtlos, als Meines Jan De Boer den Ball nach einem Querpass aus Nahdistanz genau unter die Latte jagte. Doch Meinersen hatte noch zwei Patronen im Köcher – vom Kaliber „LT7“: Youngster Luis Tietje antwortete im direkten Gegenzug, als er in bester Torjägermanier eiskalt blieb und überlegt zur 2:1-Führung einschoss. Und in der vierten Minute der Nachspielzeit legte der Mann mit der Nummer 7 noch einen nach – und sorgte dafür, dass Mario Kraut nach seinem Junggesellenabschied gleich weiterfeiern durfte…

„Dreier“ zum dritten Kind

Aller guten Dinge sind sprichwörtlich drei… Und passend zum dritten Kind gab es nun auch drei Zähler zur Punktspiel-Premiere von Ron Glindemann, dem neuen Trainer des Fußball-Kreisligisten SV Meinersen. Am Mittwoch hatte Tochter Ida das Licht der Welt erblickt – 3390 Gramm leicht und 53 cm groß. „Mutter und Kind sind wohlauf“, hatte Glindemann stolz berichten dürfen. Am Freitag stand der Coach beim Abschlusstraining bereits wieder auf dem Platz, und am Sonntag erlebte er eben seine ersten 90 und obendrein noch intensiven Punktspiel-Minuten im Pappelstadion. Hinter der Bande standen als Glücksbringer sein Sohnemann Max mit „Affi“ im Arm und Glindemanns Papa Günter. Trainer-Frau Katharina weilte indes zu Hause, passte gemeinsam mit Oma Moni auf die kleine Ida und ihre Schwester Anni Mia auf. Bleibt nur zu sagen: Herzlichen Glückwunsch, Familie Glindemann!

Der Keeper in der Schaltzentrale

„Aus der Not eine Tugend machen“ lautet eine Redewendung. Heinz-Günter Scheil, Trainer des Fußball-Bezirksligisten TSV Vordorf, hat seine eigene Variation davon etabliert: Er hat am Sonntag einmal mehr aus einem Torwart einen Mittelfeldspieler gemacht. Bereits in der vergangenen Saison hatte Scheil aus Personalmangel einige Male seine Notfall-Option gezogen und Keeper Pascal Morhardt als Feldspieler aufgeboten. Im Bezirkspokalspiel gegen den SV Calberlah (2:2) griff er erneut zu dieser Maßnahme – „und Pascal hat seine Sache wieder sehr gut gemacht“, lobte Scheil. In der Tat: Wer es nicht wusste, dem ist sehr wahrscheinlich nicht aufgefallen, dass Morhardt ansonsten eher mit den Händen ins Spielgeschehen eingreift. Er ackerte im Mittelfeld, gewann etliche Zweikämpfe gegen die wendigen Calberlaher, spielte einige gute Pässe. „Mit André Heine hat uns heute ein wichtiger Spieler auf dieser Position gefehlt, auch Michael Brendel war nicht da“, erklärte „Scheilo“. Und Benjamin Köhler sowie Marcel Bock, die zunächst auf der Bank Platz nahmen, sind völlig andere Spielertypen. Also durfte Morhardt von Beginn an ran, „da wir mit Martin Fry ja auch einen guten zweiten Torhüter haben, ist das eine gute Option für uns“. Erst nach dem Abpfiff zeigte sich ein Indiz dafür, dass Morhardt sonst Torhüter ist – angesichts des ungewohnt hohen Laufaufwandes sank er prompt auf den Rasen und pustete erst mal einige Minuten durch.

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