Gewinner findet: „Es geht vielen um die eigenen Interessen“

Gifhorn.  Fußball: Der Spielertrainer der SV Gifhorn hadert sowohl mit dem Vorgehen des NFV als auch mit den Ansichten einiger Vereine.

Das Warten auf die Entscheidung des Niedersächsischen Fußballverbandes, aber auch die Ansichten einiger Vereine, erzürnen Tino Gewinner, den Spielertrainer des Bezirksligisten SV Gifhorn.

Das Warten auf die Entscheidung des Niedersächsischen Fußballverbandes, aber auch die Ansichten einiger Vereine, erzürnen Tino Gewinner, den Spielertrainer des Bezirksligisten SV Gifhorn.

Foto: Jens Semmer / regios24

Am Tag nachdem der Niedersächsische Fußballverband (NFV) seinen Vereinen im Rahmen eines Webinars die vier Varianten, die hinsichtlich des weiteren Verfahrens mit der derzeit noch unterbrochenen Saison zur Abstimmung stehen, noch einmal genau erläuterte, platzte Tino Gewinner der Kragen. „Wofür brauche ich so ein Webinar? Die Entscheidung steht doch eigentlich schon fest. Das braucht man doch nicht noch bis Ende Juni herauszuzögern“, sagte der Spielertrainer des Bezirksliga-Zweiten SV Gifhorn.

Konkret ärgern Gewinner insbesondere zwei Dinge: Einerseits, dass der Prozess beim NFV aus seiner Sicht viel zu lange dauert. Andere Landesverbände, wie etwa der Fußballverband Sachsen-Anhalt (FSA), hatten deutlich schneller für Klarheit gesorgt. Einen Tag nach Abschluss der Vereinsbefragung informierte der FSA nämlich bereits darüber, dass die Saison mittels einer Quotientenregelung mit Aufsteigern, aber ohne Absteiger gewertet wird. In Niedersachsen sind hingegen rund drei Wochen seit Abschluss der Befragung vergangen – und die Entscheidung, wie gewertet werden soll (die Fortsetzung der Saison scheint ja nun vom Tisch zu sein), wird voraussichtlich noch bis Ende Juni auf sich warten lassen.

Bei einer Wertung lasse sich ohnehin bei keiner Variante von „sportlich fair“ sprechen, sagt Gewinner. Das zeige allein schon, dass in der Landesliga (SVG Göttingen) und der Bezirksliga (TSG Mörse) jeweils Mannschaften aufsteigen würden, die über einen Kunstrasenplatz verfügen und deshalb schon mehr Spiele als ihre Konkurrenten bestreiten (und gewinnen) konnten. Das wiederum führt letztlich zu einem höheren Quotienten. „Die einzig tatsächlich sportliche Lösung hätte eine Fortsetzung gebracht.“ Nun aber „wollen wir einfach nur eine Entscheidung“, hadert er mit der wochenlangen Hängepartie. Die Vereine sollen endlich richtig planen können. „Wir tragen auch jede Entscheidung mit“, schiebt der Trainer der Eyßelheider nach.

Dabei ist den Gifhornern bewusst, dass sie durch die Quotientenregelung (SVG: 2,235) selbst das Nachsehen gegenüber der TSG Mörse und dem SV Calberlah (beide 2,333) hätten. Und auf eine solche laufe es nun mal hinaus. „Für mich klar ist, dass es auch im NFV eine solche Regelung geben wird. Die Frage ist nur noch, ob mit oder ohne Absteiger.“

Und auch diesbezüglich hat sich bei Gewinner inzwischen einiger Ärger aufgestaut. „Bei der Abstimmung geht es vielen Vereinen gerade nur um ihre eigenen Interessen. Wenn man schon für einen Abbruch stimmt, dann doch mit allen Konsequenzen – also auch mit Absteigern. Denn ansonsten sorgen wir für die nächste Wettbewerbsverzerrung in der nächsten Saison.“

Gewinner argumentiert, dass viele Vereine, die ausschließlich über Naturrasenplätze verfügen, in der Vergangenheit schon oft über den – in Folge vieler Spielabsagen im Herbst und Winter – vollen und belastenden Spielplan in der Rückrunde geklagt hätten. „Also: Wollen wir das wirklich – in der nächsten Saison mit Überhang spielen und demnach noch mehr reguläre Spiele haben? Wenn die Saison 2020/2021 dann auch noch später startet, hätten viele Vereine wahrscheinlich 25, 26 Spiele nach dem Jahreswechsel“, gibt er zu bedenken.

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